Ostrhauderfehn  Tagung der ostfriesischen Seniorenbeiräte

Holger Weers
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Von Holger Weers
| 18.08.2024 15:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nach der Tagung der Ostfriesischen Seniorenbeiräte stellten sich die Teilnehmer noch zu einem gemeinsamen Foto vor dem Ostrhauderfehner Vereins- und Gemeindezentrum auf. Foto: Weers
Nach der Tagung der Ostfriesischen Seniorenbeiräte stellten sich die Teilnehmer noch zu einem gemeinsamen Foto vor dem Ostrhauderfehner Vereins- und Gemeindezentrum auf. Foto: Weers
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Erschwingliche Wohnungen für Senioren, Schutz vor Betrügern und plötzliche Demenz im Krankenhaus: Diese Themen wurden unter anderem auf der Tagung der ostfriesischen Seniorenbeiräte besprochen.

Ostrhauderfehn - Vor einigen Tagen trafen sich die Ostfriesischen Seniorenbeiräte zu ihrer turnusmäßigen Tagung im Ostrhauderfehner Vereins- und Gemeindezentrum an der Kirchstraße. Eingeladen waren Vertreter der Arbeitsgemeinschaften der Städte und Gemeinden Apen, Bockhorn, Esens, Großheide, Jever, Jümme, Leer, Norden, Ostrhauderfehn, Rhauderfehn, Uplengen, Westoverledingen, Weener, Wilhelmshaven und Wittmund. "Trotz Zusage sind nicht alle angekündigten Seniorenbeiräte erschienen", sagte Wilfried Witt, Vorsitzender des gastgebenden Seniorenbeirates aus Ostrhauderfehn. Insgesamt waren 33 Personen bei dieser Veranstaltung anwesend.

Zu Beginn stellte Wilfried Witt die Arbeit des Ostrhauderfehner Seniorenbeirates vor. Auch die zahlreich durchgeführten Aktivitäten kamen dabei zur Sprache. "Die Gemeinde Ostrhauderfehn hat rund 12200 Einwohner. Davon gehören mehr als ein Drittel den Altersgruppen zwischen 60 und 100 Jahren an", so Witt. Damit unterstrich er zugleich die Bedeutung des Seniorenbeirates und seiner Arbeit. Günter Lendzian, Vorsitzender der Ostfriesischen Seniorenbeiräte, gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass die Stadt Aurich sich konsequent weigere, einen Seniorenbeirat einzurichten.

An der Tagung der Ostfriesischen Seniorenbeiräte nahm insgesamt 33 Personen teil. Das Foto zeigt die Mitglieder des Seniorenbeirates aus Ostrhauderfehn. Foto: Weers
An der Tagung der Ostfriesischen Seniorenbeiräte nahm insgesamt 33 Personen teil. Das Foto zeigt die Mitglieder des Seniorenbeirates aus Ostrhauderfehn. Foto: Weers

Pflegekraft kritisiert Krankenhäuser

Anschließend hielt Frau Barbara Weber-Zemke aus Norden einen Vortrag zum Thema "Zu Hause gesund, im Krankenhaus plötzlich dement." Weber-Zemke ist Pflegeberaterin und Pflegefachkraft und arbeitet aktiv in einem Seniorenpflegestützpunkt mit. Sie berichtete über Delir, einer akuten Störung im Gehirn, aber auch über Medikamente, die eine Demenz imitieren können. Gleiches gilt für Infektionen. "Es muss sich bei einer betreffenden Person nicht immer um Demenz handeln. Es kann auch eine Verwirrtheit sein, etwa durch einen Krankenhausaufenthalt", so Weber-Zemke. In diesem Zusammenhang kritisierte sich die Ausstattung der Krankenhäuser. "Dort fehlen Uhr und Tageskalender in den Zimmern. Gerade ältere Menschen orientieren sich daran. Dies kann auch zu einer Verwirrtheit führen, weil der Tagesablauf komplett durcheinander gerät, und das Zeitgefühl der Menschen fehlt", so die Pflegefachkraft.

Vom Landesseniorenrat (LSR) hatte Wilfried Witt den Vorsitzenden Horst-Dieter Dörr eingeladen. Doch der war Anfang Juni von seinem Amt zurückgetreten. Stellvertretend bat Witt Maren Horeis um ein paar Worte. "Ich kann nur sagen, Herr Dörr arbeitete nicht kommunikativ", sagte Horeis, die bis vor Kurzem noch selbst als Schriftführerin dem Vorstand des LSR angehörte und gleichfalls von ihrem Posten zurücktrat.

Alte Menschen von Kriminalität betroffen

Maren Horeis hielt einen Vortrag zum Thema "Leichtgläubigkeit älterer Menschen" und berichtete über einige Fallbeispiele aus dem Alltag. Foto: Weers
Maren Horeis hielt einen Vortrag zum Thema "Leichtgläubigkeit älterer Menschen" und berichtete über einige Fallbeispiele aus dem Alltag. Foto: Weers

Dafür durfte sie als Mitarbeiterin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland einen Vortrag zum Thema "Leichtgläubigkeit älterer Menschen" halten. Sie berichtete über Alltagsfälle, wie etwa Personen, die sich als Polizisten oder Monteure ausgeben oder auf die Hilfsbereitschaft der Senioren setzen und diese dann ausrauben. Auch der Trickbetrug (Stichwort: Enkeltrick) kam zur Sprache. Sie empfahl den Mitgliedern der anwesenden Seniorenbeiräten Präventionsbeauftragte der örtlichen Polizei einzuladen, um bei Veranstaltungen möglichst viele Senioren mit Informationen zu diesem Thema zu versorgen. "Es kommt immer wieder vor, dass sich Personen als Mitarbeiter des Roten Kreuzes (sogar mit der entsprechenden Montur ausgestattet) an der Haustür ausgeben und angeblich eine Sammlung veranstalten. Sie sollten wachsam sein und diese Personen nicht ins Haus lassen", so Horeis. "Die Sammelaktion wird nur über die Presse bekannt gegeben", schob sie nach.

Mitarbeiter der einzelnen Arbeitsgruppen hatten sich im Vorfeld mit den Themen Soziales Wohnen, Gesundheit und Satzungen beschäftigt. "Wir haben im November 2023 ist eine Umfrage an alle Gemeinden bezüglich des Sozialen Wohnens gestartet worden. Nur fünf Gemeinden haben uns geantwortet", hieß es von Seiten der Arbeitsgruppe. "Der Druck ist offenbar viel zu groß, wenn es um das Soziale Wohnen geht", so die Gruppe weiter.

Pläne für zukünftige Tagungen

Am 23. Oktober tagt in Wittmund die Arbeitsgemeinschaft Weser-Ems in der Residenz. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr. Günter Lendzian bat um rege Teilnahme, da dort ein Stellvertreterposten des erweiterten Vorstandes des Landesseniorenrates (Arbeitsgemeinschaft Weser-Ems) gewählt werden soll. Durch einen gewählten Teilnehmer oder Teilnehmerin aus Ostfriesland erhofft man sich stärkeren Rückhalt für diese Region.

Gerne würden die Ostfriesischen Seniorenbeiräte für das Jahr 2025 oder Frühjahr 2026 im Rahmen einer Veranstaltung den Niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. med. Andreas Philippi einladen. Eine endgültige Entscheidung konnte aber auf der Versammlung noch nicht getroffen werden.

Die nächste Tagung der Ostfriesischen Seniorenbeiräte findet am 14. November im neuen Campus-Gebäude in Ihrhove statt. Beginn ist um 15 Uhr.

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