Trend hält an Warum Ostfriesland immer mehr Feuerwehrleute hat – und braucht
Auch in Ostfriesland können sich die Freiwilligen Feuerwehren über viele Neuzugänge freuen. Die werden für die Arbeit etwa beim Katastrophenschutz aber auch benötigt.
Ostfriesland/Hannover - Die Zahl der Mitglieder in Freiwilligen Feuerwehren ist in Ostfriesland wie in ganz Niedersachsen im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD) legte am Donnerstag, 8. August 2024, in Hannover entsprechende Zahlen vor: Ende 2023 waren es landesweit 131.844 Männer und Frauen, die sich ehrenamtlich engagierten – und damit 1262 mehr als noch ein Jahr zuvor. Seit 2019 ist die Zahl der freiwilligen Einsatzkräfte jährlich gestiegen.
Diesen Trend bestätigte auch Ostfrieslands Regierungsbrandmeister Erwin Reiners: „Die Tendenz ist weiterhin positiv“, sagte er unserer Redaktion. „Wir haben bei allen Feuerwehren Zuwächse“ – sowohl in den Einsatz- als auch in den Nachwuchsabteilungen. Zurückzuführen sei dies auch auf die Jugendarbeiten bei den Freiwilligen Feuerwehren. „Da wird Jugendlichen viel geboten“, sagte Reiners.
Feuerwehren benötigen für ihre Arbeit inzwischen mehr Leute
Zugleich werde die höhere Zahl an Feuerwehrleuten aber auch benötigt, denn viele der Ehrenamtlichen würden nicht an ihrem Wohnort arbeiten und könnten nicht zu jedem Einsatz mit ausrücken. Zudem steige die Zahl der Einsätze, so der Regierungsbrandmeister. Die Helfer seien darüber hinaus beim Katastrophenschutz inzwischen stärker gefordert: „Bei der Weihnachtsflut haben wir gezeigt, was wir können“, sagte Reiners.
Auch Behrens dankte den Helfern für ihren Einsatz bei den Hochwassern rund um den Jahreswechsel: „Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass sich die Menschen in Niedersachsen jederzeit auf einen funktionierenden Katastrophenschutz verlassen können“, sagte die Ministerin.
Angriffe auf Einsatzkräfte in der Region bisher die Ausnahme
Sorgen bereitet ihr hingegen, dass Einsatzkräfte in Niedersachsen weiterhin häufig Opfer von Gewalt werden. 2023 waren es 4467 Fälle und damit einer mehr als noch im Jahr zuvor, wie das Innenministerium mitteilte. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2018 waren es beispielsweise noch rund 3200 Gewaltfälle. In Ostfriesland seien Angriffe auf Einsatzkräfte bisher glücklicherweise die Ausnahme, sagte Reiners. Von Feuerwehren habe er hierzu zuletzt keine Berichte erhalten, lediglich aus dem Rettungsdienst habe er von solchen Vorkommnissen gehört.
Behrens bezog klar Position zu den Angriffen – ob nun auf die Feuerwehr, Rettungsdienste oder die Polizei: Es sei „absolut inakzeptabel, diese Menschen bei der Ausübung ihrer so wichtigen Tätigkeiten anzugreifen, während sie sich für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger einsetzen – sei es verbal, oder mit körperlicher Gewalt“ sagte die Ministerin.
Mit Material von DPA