Gewässer in Barßel  Barßeler Tief und Soeste von Sand und Schlick befreit

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 08.08.2024 16:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Entsandungsmaßnahmen der Barßeler Gewässer sind beendet. Die Rohre lagern zum Abtransport am Schnepfendamm. Foto: Passmann
Die Entsandungsmaßnahmen der Barßeler Gewässer sind beendet. Die Rohre lagern zum Abtransport am Schnepfendamm. Foto: Passmann
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Nach sechs Monaten sind die Entsandungsmaßnahmen im Barßeler Tief und der Soeste beendet. Boote haben wieder freie Fahrt bis zum Barßeler Hafen.

Barßel - Die Entsandungsmaßnahmen in den Gewässern von „Barßeler Tief“ und „Soeste“ sind nach rund sechs Monaten abgeschlossen. Die letzten Sandbänke wurden in den vergangenen Tagen durch den Saugbagger im Barßeler Tief in Höhe von Roggenberg entfernt. Die Spülfelder an der Deichstraße in Roggenberg und auf der Seite des Landkreises Leer sind randvoll gefüllt. Mittlerweile hat die bauausführende Firma mit den Aufräumarbeiten begonnen. Das teilte Heinz-Georg Coners vom Bauamt der Gemeinde Barßel mit.

„Die Flussläufe wurden nicht in ihrer ganzen Länge und Breite entsandet. Das wäre ein zu großer Aufwand gewesen. Die Entsandungsmaßnahmen bezogen sich auf die Problembereiche in den Gewässern“, sagte Coners. Bevor die Entsandung begann, wurden an verschiedenen Punkten Peilmessungen vorgenommen. „So haben wir die dicken Schlammbänke ermittelt“, sagte Coners.

Der Schlamm wurde über Rohre auf die Spülfelder befördert. Das Wasser wurde in die Fließgewässer zurückgeführt.

Damit die Gewässer weiterhin befahrbar bleiben, gibt es vom Land Niedersachsen Fördermittel in Höhe von rund 608.000 Euro zu den Kosten von rund 760.000 Euro. Rund 28.000 Kubikmeter Material, überwiegend Sandablagerungen, wurden entfernt. Davon kommen etwa 10.000 Kubikmeter aus dem Bootshafen Barßel, etwa 18.000 Kubikmeter aus der Soeste und dem Barßeler Tief.

Die Spülfelder sind gut gefüllt worden in den vergangenen sechs Monaten. Foto: Passmann
Die Spülfelder sind gut gefüllt worden in den vergangenen sechs Monaten. Foto: Passmann

Fahrwasserrinnen sind wieder frei

„Die Entsandungsmaßnahmen haben an den neuralgischen Punkten den erhofften Erfolg gebracht. Die Fahrwasserrinnen haben durchweg jetzt eine Tiefe von 0,90 bis zu 1,80 Meter. Bei Hochwasser gibt es überhaupt keine Probleme, denn dann haben die Boote noch mehr Wasser unterm Kiel. Für die vielen Freizeitkapitäne sicherlich eine frohe Kunde, denn dieses Ergebnis bedeutet nun wieder ‚freie Fahrt‘ bis in den Barßeler Hafen, was teilweise bisher nicht möglich war“, erläutert Coners.

Die letzten Sandbänke wurden entfernt. Foto: Passmann
Die letzten Sandbänke wurden entfernt. Foto: Passmann

Die drei rund zwei Hektar großen Spülfelder, wofür Landwirte ihre Flächen zur Verfügung gestellt haben, werden in den nächsten Wochen und Monaten renaturiert. Allerdings werden noch Untersuchungen der Spülfelder vorgenommen. „Die Ausschreibungen dazu sind erfolgt, sodass die Maßnahmen bald beginnen können“, so Coners. „Es wird wieder alles begradigt und der Landwirt kann seine Flächen wieder für seine Zwecke nutzen“, betonte der Fachmann aus dem Gemeindebauamt.

Hintergrund der Maßnahme

Hintergrund: Wenn die Flut kommt, drückt das Wasser aus der Nordsee über die Ems hoch bis in den Barßeler Hafen. Was von oben nicht zu sehen ist: Tonnenweise werden von der Strömung Sand und Schlick mitgerissen, kommen irgendwann im Hafen zur Ruhe und setzen sich am Grund ab. Die Entsandung ist zukunftsweisend für den Wassertourismus und das Wasserwandern im Erholungsgebiet Barßel. Die Gemeinde hofft, dass mit der breit angelegten Maßnahme die Schiffbarkeit der Gewässer auf längere Zeit verlässlich gesichert werden kann. Die Gewässer haben auch eine ökologische Bedeutung für Natur und Landschaft.

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