Mallorca Sauftourismus auf Mallorca: Wenn keiner kontrolliert, bleibt alles gleich
Auf Mallorca protestieren Einheimische immer wieder gegen den Massentourismus. Trotz Alkoholverbot geben feierwütige Touristen alles dafür, den Groll zu steigern. Aber auch die Einheimischen bieten den Protestierenden Angriffsfläche.
Der Ballermann ist das zweite Zuhause vieler Schlagerstars. Auf den Bühnen von Megapark und Bierkönig heizen sie ihren Fans ordentlich ein, während die sich frei nach dem Motto „Malle ist nur einmal im Jahr“, mit Bier und Sangria den Urlaub noch schöner trinken. Vor den Lokalen hingegen herrscht ein Alkoholverbot. Zumindest auf dem Papier.
Seit Mitte Mai hat die Regierung der Balearen unter anderem am Ballermann den Alkoholkonsum auf offener Straße verboten – richtig und wichtig. Ein Bier kann den Konsumenten bis zu 1500 Euro Strafe kosten, heißt es. Dafür muss er aber erst einmal erwischt werden. Schon jetzt gibt es Kritik an der mangelnden Durchsetzung des neuen Alkoholverbots. Offenbar schaut die Polizei zu oft weg.
Um bei Kontrollen nicht aufzufallen, gibt es für die ganz Gewitzten immer noch die Möglichkeit, ihre Alkoholmischen in eine Cola- oder Limo-Flasche umzufüllen. Das alles zu kontrollieren, ist mit Blick auf die erneut gestiegene Touristenzahl auf der Insel eine Mammutaufgabe. Doch die lokalen Behörden müssen den Ankündigungen Taten folgen lassen, um den Massentourismus in vernünftige Bahnen zu lenken.
Neben Wasserknappheit und betrunkenen Touristen klagen Einheimische vor allem über die Überfüllung der Insel. Nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass allein im August mehr als zwei Millionen Menschen auf der Insel erwartet werden. Auch wenn der Tourismus für die Mallorquiner eine wichtige Einnahmequelle ist, kann es nicht sein, dass Einheimische zunehmend in Wohnungsnot geraten.
Mit diversen Aktionen und Protesten versuchen Anhänger einer Bürgerinitiative seit Monaten die Inselregierung auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Eine ihrer Forderungen: weniger Hotelbetten und Airbnb-Apartments. Das klingt nach einer einfachen Lösung, wäre da nicht der Profitgedanke anderer Mallorquiner. Warum geht keiner dagegen vor, dass allein in Palma bis zu 5000 Airbnb-Wohnungen keine erforderliche Vermietungslizenz haben? Man müsste doch meinen, dass es nichts Leichteres gibt, als öffentlich angebotene Übernachtungsmöglichkeiten zu kontrollieren.
Aus Nächstenliebe werden sowohl die Touristen als auch die Vermieter an ihrem aktuellen Verhalten nichts ändern. Sie müssen schlichtweg stärker kontrolliert werden. Ein Gesetz ist eben nur so gut, wie diejenigen, die dessen Einhaltung kontrollieren.