Blick in die Ostfrieslandliga Uplengen ist für die Konkurrenz der Top-Meisterschaftsfavorit
Der VfB wird als erster Anwärter auf den Bezirksliga-Aufstieg gesehen. Es gibt aber weitere Kandidaten, die auch hohe Ambitionen haben. Mit Spannung wird auch auf den SV Holtland/Brinkum geschaut.
Ostfriesland - So früh wie noch nie ist die Fußball-Ostfrieslandliga seit ihrer Einführung im Jahr 2013 diese Saison gestartet. Schon am 26. Juli rollte der erste Ball. Um wegen vieler möglicher Ausfälle im Herbst eine Termin-Not am Saisonende wie vergangene Spielzeit zu vermeiden, sollen in diesen Wochen schon etliche Spieltage ausgetragen werden. So steht am Mittwoch, 7. August, schon der erste von mehreren Wochentagsspieltagen an.
Bei einem Blick auf die Meisterschaftsfavoriten-Umfrage unserer Zeitung erkennt man einen klaren Favoriten: den VfB Uplengen. „Wir sind einer von mehreren Favoriten, die um den Aufstieg mitspielen. Ich sehe uns nicht als den klaren Favoriten“, sagt der neue VfB-Trainer Carsten Gündel, der seine langjährige Spielerlaufbahn in Uplengen im Sommer beendet hat und auf die Trainerbank wechselte. Für Christian Rosendahl, der eine Trainer-Auszeit nimmt.
Stürmer wird zum Co-Trainer
Gündel macht aber natürlich keinen Hehl daraus, dass er mit seiner Mannschaft aufsteigen möchte und dies das große Ziel ist. Dazu müsste man Erster oder Zweiter werden – oder als Dritter die Relegation gegen den Bezirksliga-Drittletzten gewinnen. Dort verlor der VfB vergangene Saison gegen den TuS Strudden, hatte bis kurz Saisonende sogar den direkten Aufstieg vor Augen. „Wir hatten die Tür zur Bezirksliga letztes Jahr schon weit auf, sind letztlich nicht durchgegangen, was auch am Verletzungspech lag.“
Das betraf unter anderem seinen zwei Jahre älteren Bruder Christian (34), der sich im Saisonendspurt eine schwere Knieverletzung zuzog und auch operiert werden musste. Der Knorpelschaden hat auch für das vermutliche Karriereende des Stürmers gesorgt. „Das war und ist extrem bitter. Er hätte diese Saison noch gerne gespielt“, so Carsten Gündel. Aber auch Christian bleibt dem VfB erhalten – als Co-Trainer neben dem zweiten Assistenten Steffen Drewer.
Das ergab die Meister-Umfrage
Auf der einen Seite stehen die sportlichen Abgänge der erfahrenen Gündel-Brüder – auf der anderen Seite die Zugänge von Lukas Berghaus (GW Firrel) und Hendrik Jünke (SV Holtland). Die beiden Rückkehrer bringen allerlei Erfahrung aus der Bezirks- und auch Landesliga (Berghaus) mit. „Und wir haben auch gute, talentierte Jungs aus unserem Verein dazubekommen. Das macht großen Spaß.“
Die Remelser wurden von 15 der 16 Konkurrenten als Meisterschaftsfavorit genannt (Mehrfachnennungen waren möglich). Dahinter versammelt sich in der „Umfragen-Tabelle“ ein breites Verfolgerfeld mit dem letztjährigen Vierten Holter SV (7), letztjährigen Fünften Süderneulander SV (5), letztjährigen Sechsten TSV Riepe (5) und dem Bezirksliga-Absteiger TuS Hinte (5). Einmal genannt wurden die anderen beiden Bezirksliga-Absteiger SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel und SV Holtland/Brinkum sowie der FC Loquard und Aufsteiger Fortuna Veenhusen. Neu in der Liga sind zudem der TV Bunde II und der TuS Norderney.
Riepes Jugendarbeit trägt Früchte
Auch Sören Tomljanovic, Trainer des TSV Riepe, sieht die letztjährigen Top-Teams als favorisiert. „Es ist ein spannendes Feld da vorne, wobei ich Uplengen noch ein Stück weiter vorne einordne.“ Sein eigenes, junges Team wurde als Aufsteiger vergangene Saison Sechster. Man wolle die Saison bestätigen und gerne noch etwas klettern. Die Jugendarbeit der letzten Jahre macht sich längst bezahlt. „Wir haben nur drei Spieler über 30 Jahre in der Mannschaft, einige Mitte/Anfang 20 und neun unter 20“, sagt der Coach. Auch wenn Torjäger Sven Meier mit einem Kreuzbandriss noch die gesamte Hinserie ausfällt, gibt es genügend andere Spieler mit Offensivqualitäten. Deshalb ist Platz fünf, die Ostfriesland-Cup-Qualifikation, ein Zwischenziel. „Wenn wir in der Rückrunde vorne dabei sind, schauen wir mal was noch geht.“
Tomljanovic sieht wie auch manch Kollege Süderneuland als Kandidat für die ersten Plätze, auch wenn die Norder nach zwei Spieltagen mit null Punkten und 1:11 Toren den letzten Platz belegen. Beim Auftakt in Veenhusen (1:5) hatte der SSV das Ostfriesland-Cup-Finale von tags zuvor in den Knochen, in Holte am Sonntag (0:6) erwischte man einfach keinen guten Tag.
Vieles neu in Holtland und Brinkum
Kein gewöhnlicher Bezirksliga-Absteiger ist der SV Holtland/Brinkum. Der SV Holtland und Frisia Brinkum fusionierten im Sommer mit ihren Fußballteams. Der SVH verzichtete wegen vieler Abgänge nach dem letzten Spieltag auf den Bezirksliga-Platz. Neun Spieler sind verblieben. Mit vielen, teils jungen Akteuren von Frisia Brinkum (Vizemeister B-Klasse) müssen sie nun ein Team werden. „Das klappt bisher gut. Die Jungs passen gut zusammen“, sagt Henning Baumann.
Der in Brinkum lebende und in Holtland unter Jörn Janssen einst als Co-Trainer arbeitende Baumann hat das Traineramt übernommen. „Wir wollen uns weiter zusammenfinden und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.“ Sofern es die Zeit zulässt, ist auch der erfahrene Lars Diemel noch dabei. „Er wohnt in Oldenburg, arbeitet in Bremen als Lehrer und spielt weiter für uns Fußball – das ist richtig toll.“
Der Saisonstart verlief trotz mancher Personalprobleme überraschend gut mit einem Sieg in Holte und einem Remis in Jheringsfehn. „Da waren auch einige Zuschauer aus Holtland und Brinkum dabei.“ Damit beide Seiten sich beim SV auch im Alltag wiederfinden, finden Trainings- und Spielbetrieb je zur Hälfte in Holtland und Brinkum statt.