Washington Harris oder Trump? Bekanntes Wahlorakel aus den USA gibt Tendenz für Wahlsieger ab
Der Professor Allan Lichtman gilt in den USA als besonders treffsicheres Wahlorakel. Seit 1984 sagte der Wissenschaftler so gut wie alle Ausgänge der Präsidentschaftswahlen richtig voraus. Er lag nur einmal knapp daneben. Nun hat er sich zwischen Kamala Harris und Donald Trump entschieden.
Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Allan Lichtman hatte zur Präsidentschaftswahl bereits seinen Favoriten auserkoren, als noch vom Duell Joe Biden gegen Donald Trump auszugehen war. Laut seiner Prognose hätte der amtierende Präsident weiter im Rennen bleiben können: Lichtman prognostizierte Biden als Wahlsieger.
Nach dessen Rückzug sind die Karten im US-Wahlkampf neu gemischt – und Lichtman muss seine Vorhersage ändern.
Wie das Portal „Newsnation“ berichtet, fangen sich die Demokraten durch die neue Konstellation Verluste ein. Kamala Harris als Kandidatin verliert demzufolge drei Schlüssel in den Feldern „Parteimandat“, „Charisma“ und „Amtsinhaberschaft“. Kann nun Trump mit einem Wahlsieg rechnen?
Der Republikaner hatte im Modell von Lichtman beim Duell gegen Biden in etwa bei den gleichen Punkten die Nase vorn. Der Ex-Präsident punktete bei Parteimandat, weil seine Partei bei den vergangenen Kongresswahlen zulegen konnte. Außerdem konnte Biden beim Charisma nicht mit Trump Schritt halten. Noch nicht entschieden hatte sich das Wahlorakel bei Wirtschaftsprognose, Wettbewerb, Skandalen sowie Erfolgen und Niederlagen.
Auch beim Duell zwischen Harris und Trump ist Lichtman noch nicht komplett fertig mit seiner Bewertung. Dennoch nannte der Wissenschaftler schon einen Namen, wer das Rennen ums Weiße Haus für sich entscheidet: Kamala Harris.
Gleichzeitig schränkte Lichtman ein: „Es ist möglich, aber es müsste schon viel schiefgehen, damit Harris verliert“. Dies sei etwa der Fall bei einem dritten Kandidaten, der plötzlich viele Wähler für sich gewinne.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind soziale Unruhen. Etwa nach dem Parteitag der Demokraten im August, falls dieser chaotisch ablaufe. „Ich glaube es nicht, aber es ist möglich“, sagte Lichtman.
Ebenfalls nicht geklärt sind in der Lichtman-Prognose außenpolitische und militärische Erfolge beziehungsweise Misserfolge. Eine endgültige Prognose sei erst möglich, sobald die Demokraten offiziell einen Kandidaten ernannt hätten, so Lichtmann.