Stelle besetzt  Jugendzentrum Weener: Neuer Chef, neue Ideen, neue Action

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 01.08.2024 19:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Dass das JuZ Kindern Möglichkeiten bietet, sich zu bewegen, findet Eike Groenhagen wichtig. Foto: Gettkowski
Dass das JuZ Kindern Möglichkeiten bietet, sich zu bewegen, findet Eike Groenhagen wichtig. Foto: Gettkowski
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Eike Groenhagen ist neuer Leiter des Jugendzentrums Wasserturm in Weener. Vorher hat er in Wiesbaden gearbeitet. Was will der Sozialarbeiter den Kindern und Jugendlichen anbieten?

Weener - Im Jugendzentrum (JuZ) Wasserturm in Weener tut sich viel Neues: Die Parkflächen vor dem markanten Gebäude wurden in einen Jugend- und Kulturplatz verwandelt. Die Außenmöbel und die mobile Bühne sollen für Konzerte, Vorführungen oder einfach zum Abhängen genutzt werden. Ideale Startvoraussetzungen für Eike Groenhagen. Am 5. Juni 2024 hat der Emder die Nachfolge von Kim Kanschat als neuer Leiter des JuZ angetreten. Nach zwei Jahren als JuZ-Leiter wechselte Kanschat in die Stadtverwaltung.

„Ich bin natürlich noch in der Findungs- und Einarbeitungsphase“, sagt der 42-Jährige. Doch die Besucher hätten ihm den Start leicht gemacht. Es kämen auch Ältere, aber die Altersgruppe der Zehn- bis 13-Jährigen sei besonders stark vertreten. „Manchmal geht es zwar etwas laut und wild zu, aber das sind alles liebe Kinder“, schildert er seinen Eindruck.

Lieber soziale Arbeit als BWL

Eike Groenhagen kommt aus Emden. Zu seinem Beruf sei er eher zufällig gekommen. „Ich habe erst mit einem BWL-Studium begonnen.“ Doch schnell sei ihm klar geworden: „Das ist nichts für mich.“ Während des Zivildienstes im familienentlastenden Dienst der Ostfriesischen Betreuenden Werkstätten (OBW) habe er gemerkt, dass ihm der Umgang mit Menschen liege. Und so entschied er sich für ein Studium der Sozialen Arbeit in Wiesbaden.

„Ich habe schon als studentische Hilfskraft in einem Jugendzentrum gearbeitet“, erzählt er. Nach dem Studium konnte er in Wiesbaden gleich in die Kinder- und Jugendarbeit in einem Jugendzentrum einsteigen. Von 2011 bis 2023 blieb er dort. „Dann war es aber Zeit für einen Tapetenwechsel.“ Und es zog ihn zurück in die Heimat. Zufällig habe er das Stellengesuch der Stadt Weener entdeckt und sich beworben. „Es hat gleich geklappt.“ Noch lebt Groenhagen mit seinem Hund in Emden. „Die Fahrerei kostet aber viel Zeit.“ Daher will er sich in Weener und Umgebung nach einer Wohnung umsehen.

Offene Komm- und Gehstruktur

Einen großen Unterschied zwischen den Nutzern der Jugendzentren in der Großstadt Wiesbaden und im beschaulichen Weener kann Groenhagen nicht feststellen. Ein Stadt-Land-Gefälle sieht er nicht. „Jugendliche beschäftigen doch überall dieselben Themen“, sagt er. Die Anforderungen an die Jugendarbeit hätten sich in den vergangenen zehn bis 15 Jahren aber doch verändert. Netflix-Serien, Computerspiele und soziale Medien bestimmten heute die Welt der Kinder und Jugendlichen. „Heute haben ja selbst die Kleinsten ein eigenes Smartphone.“ Doch Medienkompetenz hätten die meisten nicht. „Medienaufklärung müsste in den Schulen fest verankert werden“, findet Eike Groenhagen.

Er selbst könne das aber nicht leisten. Er wolle den JuZ-Besuchern auch nichts aufzwingen, sieht sich eher als Ansprechpartner. „Es gibt hier eine offene Komm- und Gehstruktur.“ Im Moment sei er im Jugendzentrum auch noch ein „Einzelkämpfer“. „Wenn auf einen Schlag 23 Kinder da sind, ist man mehr so ein Feuerwehrmann. Da lässt sich schwer ein geplantes und strukturiertes Projekt umsetzen.“ Doch das soll sich demnächst ändern. Er bekommt eine Praktikantin, die ihn unterstützt.

Er könnte sich gut vorstellen, mit den Besuchern zum Beispiel ein Gartenprojekt umzusetzen, um den Jugend- und Kulturplatz einzugrenzen und zu verschönern. Aber auch Sportprojekte möchte er realisieren. Ein Badminton-Netz, die dazugehörigen Schläger und ein Fußballtor sind schon vorhanden. „Dass sie sich hier bewegen können, ist wichtig“, sagt der Sozialpädagoge. „In der Schule und zu Hause am PC sitzen die Kinder und Jugendlichen schon genug.“ In Wiesbaden seien beispielsweise Soccer-Nights gut angenommen worden. „Da sind Mannschaften unterschiedlicher Jugendzentren gegeneinander angetreten.“ Aber wie gesagt: Aufdrücken will er den Kindern nichts. Er wolle gucken, welche Angebote angenommen würden und welche Wünsche die Besucher selbst haben.

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