Autos von „Fremantle Highway“  Eigentümer wollen Verschrottung verhindern

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 29.07.2024 19:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im August 2023 werden Autos in Eemshaven von Bord der „Fremantle Highway“ gebracht. Foto: Muijderman/ANP/Imago Images
Im August 2023 werden Autos in Eemshaven von Bord der „Fremantle Highway“ gebracht. Foto: Muijderman/ANP/Imago Images
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260 brandneuen BMWs vom ausgebrannten Frachter „Fremantle Highway“ droht die Verschrottung. Doch die Eigentümer der Fahrzeuge gehen jetzt gegen ein entsprechendes Gerichtsurteil in Berufung.

Rotterdam/Den Haag - Werden 260 im Grunde brandneue Autos, die das Feuer auf dem Frachter „Fremantle Highway“ vor gut einem Jahr nahezu unbeschadet überstanden haben, tatsächlich verschrottet? So will es der deutsche Hersteller BMW, der Mitte Juli von einem Gericht in Den Haag in einem Eilverfahren recht bekommen hatte. Doch die niederländischen Unternehmer, die die Fahrzeuge nach dem Brand auf der Nordsee gekauft hatten, wollen sich damit nicht zufriedengeben und in Berufung gehen, wie niederländische Medien berichteten.

„Die Autos zu verschrotten, wäre ein Verbrechen – schon allein unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit“, sagte Eric Bakker der Zeitung „AD“. Der Autohändler aus Rotterdam ist einer der Unternehmer, denen die 260 BMWs gehören, nachdem sie die Autos über einen Zwischenhändler von einer taiwanesischen Versicherungsgesellschaft erworben hatten. „Außerdem ermöglichen wir es Verbrauchern, einen ‚Fremantle‘-BMW zu einem günstigen Preis zu kaufen.“ Ganz uneigennützig dürfte die Entscheidung, gegen das Urteil vorzugehen, aber nicht sein. Schließlich hatten die Unternehmer für die 260 Fahrzeuge insgesamt rund 5,1 Millionen Euro bezahlt, wie aus den Gerichtsdokumenten hervorgeht – Kosten, auf denen sie aufgrund der Einwände von BMW nun sitzen bleiben könnten. Der Münchner Konzern hatte angemerkt, dass die Sicherheit der Autos nach dem Brand nicht mehr gewährleistet werden könne und dem Unternehmen ein Imageschaden drohe, sollten Kunden am Ende Probleme mit den Fahrzeugen bekommen.

Autos stehen derzeit auf einem Firmengelände in Niederlanden

Derzeit stehen die BMWs, die nach dem Feuer auf der „Fremantle Highway“ in Eemshaven von Bord gefahren wurden, auf dem Gelände von Womy Equipment Supply im niederländischen Zevenbergen, wie unter anderem die Zeitschrift „Auto Week“ berichtete. Der Womy-Inhaber zähle wie Bakker zu dem Zusammenschluss an Unternehmern, denen die Fahrzeuge nun gehören. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben auf den Verkauf und die Vermietung von gebrauchten Bussen und Baufahrzeugen spezialisiert. Da das Verfahren um die BMWs noch weiterlaufe, müsse man in Zevenbergen nun länger als eigentlich geplant Platz für die Autos bereithalten, schreibt „Auto Week“.

Stephanie Kegreisz, die Anwältin der Unternehmer, sagte „AD“, dass Überprüfungen der Autos gezeigt hätten, dass diese für den Straßenverkehr unbedenklich seien. „Sie liegen in allen Bereichen innerhalb der gesetzlichen Normen.“ BMW habe hingegen eigene Untersuchungen veranlasst, deren Ergebnisse später aber wieder zurückgezogen. Der BMW-Anwalt Hidde Koenraad sagte der Zeitung, dass der deutsche Autobauer weiterhin darauf bestehe, dass alle 260 Fahrzeuge verschrottet werden – und das Ergebnis des Eilverfahrens Mitte Juli sei auf diesem Weg ein Zwischenschritt, der Mut mache. „Wir sind der Meinung, dass es für diese Autos unsicher ist, irgendwo auf der Welt auf der Straße zu sein.“

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