Osnabrück  Trump ätzt über Bidens Rückzugsrede: Nervosität der Republikaner wächst

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 25.07.2024 12:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Nichts darf der Rettung unserer Demokratie im Weg stehen“: US-Präsident Joe Biden bei seiner Rückzugsrede an die Nation. Foto: picture alliance/dpa/AP Pool/Evan Vucci
„Nichts darf der Rettung unserer Demokratie im Weg stehen“: US-Präsident Joe Biden bei seiner Rückzugsrede an die Nation. Foto: picture alliance/dpa/AP Pool/Evan Vucci
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Nach Joe Bidens Rückzug schließen die Demokraten die Reihen. Kamala Harris tritt an gegen einen nervöser werdenden Trump. Laufen dessen übliche Attacken bald ins Leere? Der Wahlkampf verspricht Dramatik.

Donald Trump kann es einfach nicht lassen. Selbst im Moment der bitteren persönlichen Niederlage seines Gegners musste er nachtreten: „Die Rede des korrupten Joe Biden im Oval Office war kaum zu verstehen, und sooo schlecht!“, ätzte Trump. Es sagt viel über die Nervosität des republikanischen Präsidentschaftskandidaten aus.

Tatsächlich war Joe Biden nach dem Rückzug aus dem Rennen um das Weiße Haus bemüht, mit seiner emotionalen Ansprache an die Nation den Ausnahmezustand seiner Partei wieder in den Normalzustand zu überführen. Er wolle „den Staffelstab an eine neue Generation übergeben“, betonte er.

Die USA seien „eine Nation der Verheißungen und Möglichkeiten, der Träumer und Macher, der gewöhnlichen Amerikaner, die außergewöhnliche Dinge tun“. Soll heißen: Die Demokraten werden das Unmögliche möglich machen – und eine erneute Präsidentschaft Trumps verhindern.

Der altersschwache Biden als bester Wahlkampfhelfer Trumps ist Vergangenheit. Mit Kamala Harris als potenzieller demokratischer Herausforderin sieht nunmehr der Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl im November recht alt und gestrig aus.

Wie nervös die Trump-Truppen sind, zeigen deren hilflos wirkenden Versuche, den Kandidatenwechsel der Demokraten zu delegitimiere, und die massiven Attacken Trumps auf Harris. Der Versuchung, seine neue Gegnerin zu verunglimpfen, kann er einfach nicht widerstehen. Bei seinen Anhängern mag das ziehen. Wähler aus der Mitte der Gesellschaft wird er so schwerlich für sich gewinnen. Darin liegt die Chance von Harris.

Die US-Demokraten haben die Reihen nach turbulenten Wochen überraschend schnell geschlossen. Schon stimmten sie dafür, Harris bereits vor dem Parteitag Mitte August auf virtuellem Weg als Präsidentschaftskandidatin zu bestimmen. Die wortgewandte ehemalige Staatsanwältin Harris kann es mit Trump aufnehmen. Das hat sie bei ihren ersten Auftritten in neuer Rolle unter Beweis gestellt. Der Wahlkampf dürfte ruppig werden – und spannend.

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