Ärger in Papenburg Verlegung der Rheiderlandstraße wirft Schatten voraus
Die Rheiderlandstraße verbindet den Kreis Leer mit dem Emsland. Die Verlegung der wichtigen Verkehrsader wirft ihren Schatten voraus.
Papenburg/Rheiderland - Die Rheiderlandstraße ist eine wichtige Verbindung: Vom Kreis Leer geht es über die Verkehrsader ins Emsland und umgekehrt. Nicht zuletzt fließt auch der Pendlerverkehr der Meyer Werft über die K158. Derzeit wird der Verkehr durch die Sanierung der Emsbrücke verlangsamt, bald folgt die Umlegung der Straße. Schon jetzt wirft dieses Großprojekt seine Schatten voraus. Derzeit gibt es Ärger auf der Papenburger Seite.
Seit dem 2. Juli ist mit dem parallel zur Bahnlinie verlaufenden Bokeler Torfweg die schnellste Verbindung in die Innenstadt im Ortsteil Bokel gesperrt. Die Straße ist wegen des Neubaus einer Brücke über die Bahntrasse gesperrt. Der mit drei Jahren veranschlagte Brückenneubau ist Teil der seit Jahren geplanten, groß angelegten Verlegung der Rheiderlandstraße (K158).
Meyer-Mitarbeiter und Schüler betroffen
Bokeler müssen mit mehreren Einschränkungen leben: Der Verkehr wird weiträumig und vornehmlich durch den Ortsteil Bokel umgeleitet. Autofahrer können zurzeit auch die wegen Bauarbeiten schon seit Längerem gesperrte Straße „Nostenbusch“ nicht nutzen. Die „Bülte“ ist offiziell Fahrradstraße.
„Wie sollen wir denn bitteschön noch aus Bokel herauskommen, um in die Stadt zu fahren?“, fragt Landwirt Hans-Hermann Gerdes. Der Bokeler Torfweg werde nicht nur von Bokelern genutzt: Der Landwirt vermutet, dass den Verantwortlichen gar nicht bewusst sei, wie stark der Bokeler Torfweg befahren werde. „Da sind nicht nur Bokeler unterwegs. Auch Mitarbeiter der Meyer Werft oder Schüler, die aus Aschendorf zu den Papenburger Gymnasien fahren, befahren die Straße regelmäßig.“ Den Bokeler Torfweg drei Jahre dichtzumachen, sei nach seinen Worten „der Wahnsinn“. „Bei drei Monaten hätte keiner was gesagt. Aber drei Jahre?“
Schwere Lastwagen auf schmalen Straßen
Doch nicht nur die Bokeler selbst betrifft die Umleitung. Schwere Lastwagen bahnen sich in diesen Tagen ihren Weg über die gepflasterte Waldstraße sowie den Kapellenweg. „Für solch schwere Fahrzeuge sind die Straßen hier gar nicht ausgelegt“, sagt ein örtlicher Bauunternehmer. „Die Wege wurden hier früher für Pferde mit Wagen angelegt, nicht für 40-Tonner.“ Schäden an Kreuzungsbereichen und Straßenkanten sind schon jetzt deutlich erkennbar. „Die gewichtsbeschränkte Waldstraße (3,5 Tonnen) ist lediglich für den Anliegerverkehr freigegeben. Mit übermäßigen Verkehrsströmen wird hier nicht gerechnet“, heißt es dazu auf Anfrage vom Landkreis Emsland. Die Realität sieht aktuell anders aus.
„Überlegungen zum Bau einer Ersatzstrecke hat es nicht gegeben“, stellt Kreissprecherin Anja Rohde klar. Nach ihren Worten ist die Erschließung der betroffenen Bereiche für den Kfz- und Radverkehr über eine Umleitungsstrecke über die Waldstraße gesichert. Der Bokeler Torfweg befindet sich der Landkreissprecherin zufolge im direkten Baufeldbereich für die Errichtung des Brückenbauwerks. Bereits durch die gegenwärtig durchgeführten Vorarbeiten für den Brückenbau befinde sich der Bokeler Torfweg in einem nicht mehr verkehrssicheren Zustand. „Der Rettungsdienst ist über die Sperrung des Bokeler Torfweges im Vorfeld informiert worden und berücksichtigt dieses entsprechend bei der Disposition von Rettungsfahrten.“
„Die Unannehmlichkeiten tun uns auch leid. Und dass die aktuelle Situation schwierig ist, kann ich voll und ganz nachvollziehen“, betont Bürgermeisterin Vanessa Gattung (SPD). Etwas Linderung verspricht die Verwaltungschefin ab Mitte August. Dann soll nach ihren Worten wieder die Straße „Nostenbusch“ für den Verkehr freigegeben werden. Gleichwohl ist der „Nostenbusch“ dann nicht als Umleitungsstrecke vorgesehen. Diese verlaufe weiterhin über die Waldstraße.