Fehntjer Ideenwettbewerb  Eine Auswahl eingereichter Projekte

Clarissa Scherzer
|
Von Clarissa Scherzer
| 23.07.2024 16:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Thea Gruben (vorne, von Links), Merle Gronowski und Antonia Nowak, alle drei Jahre alt und von der Fledermausgruppe mit Gruppenleiterin Heike Hessenius gärtnern gerne mit ihrer Gartenoma Annegret (hinten). Foto: Scherzer
Thea Gruben (vorne, von Links), Merle Gronowski und Antonia Nowak, alle drei Jahre alt und von der Fledermausgruppe mit Gruppenleiterin Heike Hessenius gärtnern gerne mit ihrer Gartenoma Annegret (hinten). Foto: Scherzer
Artikel teilen:

Einige Projekte wurden beim Fehntjer Ideenwettbewerb eingereicht. Zwei Ideen sind bereits im Rennen, die einen ökologischen Nutzen für die Region haben.

Westrhauderfehn - Seit Anfang Mai diesen Jahres können Vereine und Institutionen der Region ihre Projekte zur Teilnahme am Fehntjer Ideenwettbewerb für Nachhaltigkeit (FIN) bei der Volksbank Westrhauderfehn einreichen. Bereits nach der Kick-Off-Veranstaltung sind zahlreiche Bewerbungen eingegangen, so Daniela Abheiden, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der Volksbank Westrhauderfehn. „Wir merken, dass sich die Vereine und Institutionen in der Region mit dem Thema auseinandersetzen. Es gibt viele Ideen und Rückfragen. Der überwiegende Teil der Bewerbungen hat einen ökologischen Nutzen für die Region“, berichtet Abheiden. FIN prämiert aber auch soziale Projekte im Sinne der Nachhaltigkeit, betont die Marketingfachfrau. Zwei Ideen, sind bereits im Rennen.

Ziel des Wettbewerbs ist es, soziale und ökologische Probleme in der Region anzugehen und die Lebensqualität zu verbessern. Das Gesamtpreisgeld des Wettbewerbs beträgt 10.000 Euro. Teilnahmeberechtigt sind Vereine und Institutionen wie Schulen und Kindergärten. Privatpersonen und Unternehmen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Ideen können noch zum 11. Oktober 2024 eingereicht werden über die Homepage der Volksbank Westrhauderfehn www.fehntjer-voba.de/fin. Dort finden sich auch weitere Informationen zum Ideenwettbewerb.

Schneckenfreies Gärtnern in der Krippe St. Michael mit Gartenoma Annegret

Jeden dritten Mittwoch im Monat bekommen die Kinder der Krippe St. Michael Rhauderfehn Besuch von der Gartenoma Annegret Schütte (74), eine ehrenamtlich tätige Seniorin. Dann wird gemeinsam gepflanzt, gegossen und geerntet. Durch das Garten-Projekt möchte die Kita den Kindern einen wertschätzenden und nachhaltigen Umgang mit der Natur vermitteln. Aktuell stehen der Kita zum Säen und Aufziehen von Obst und Gemüse lediglich Kübel, ein offenes Beet sowie eine ausrangierte Badewanne zur Verfügung. Aktuell finden sich Erdbeeren, Minze und Tomaten im Beet.

Gartenoma Annegret (von links) unterstützt die Nachwuchsgärtnerinnen Antonia Nowak und Thea Gruben regelmäßig beim Gärtnern. Foto: Scherzer
Gartenoma Annegret (von links) unterstützt die Nachwuchsgärtnerinnen Antonia Nowak und Thea Gruben regelmäßig beim Gärtnern. Foto: Scherzer

„Allerdings dauert es immer so lange, bis wir in unserem Beet ernten können, und leider sind die Schnecken oftmals schneller als wir“, beschreibt Schütte die Problematik. Zur Unterstützung des fortlaufenden Gartenprojektes bewirbt sich die Krippe St. Michael beim FIN-Ideenwettbewerb für die Anschaffung eines Gewächshauses. „Dadurch hätten wir schneller sichtbare Erfolge und könnten die Pflanzen vor den Schnecken schützen“, so Schütte. Auch die Kinder würden sich übers Gärtnern ohne Schnecken freuen. „Wir halten von den Schnecken gar nichts. Die sind ganz blöd“, findet Antonia Nowack (3) von der Fledermausgruppe. Die von den Kindern gesäten Möhren und Sonnenblumen wurden bereits Opfer der Schnecken.

Prinzip der Freiwilligkeit

Das Garten-Projekt findet fortlaufend und nach dem Prinzip der Freiwilligkeit statt, wer möchte, kann mitmachen. Eine Stunde verbringt die Gartenoma mit den Kleinen. Aufgaben sind Beete vorbereiten, Unkraut jäten, Pflanzen pflegen und ernten.

„Die Kinder helfen auch gerne bei der Arbeit. Das Projekt wird sehr gut angenommen. Bei größerer Ernte wird davon etwas für die Eltern hergestellt, zum Beispiel Apfelkuchen mit Äpfeln von der Kita“, sagt Heike Hessenius (54) von der Krippe St. Michael. Ziel ist, dass die Kinder möglichst viele Einblicke vom Säen, Pflanzen und Ernten bekommen. Im Frühjahr wurden zusätzlich gemeinsam Blumenzwiebeln gesetzt. „Wir haben schon länger mit einem Gewächshaus geliebäugelt. Aber es passt nicht in unseren normalen Haushaltsplan mit rein“, bedauert Hessenius. Das Team der Krippe St. Michael bildet sich für das Garten-Projekt weiter, beispielsweise durch eine Führung mit Wildkräuterpädagogin Yvette Kühl.

1. Vorsitzender Norbert Pieper (von links), Kassenwartin Therese Janßen und Uhlrich Junker, 2. Vorsitzender vom Ortsverein Langholt sorgen dafür, dass Langholt aufblüht. Foto: Privat
1. Vorsitzender Norbert Pieper (von links), Kassenwartin Therese Janßen und Uhlrich Junker, 2. Vorsitzender vom Ortsverein Langholt sorgen dafür, dass Langholt aufblüht. Foto: Privat

Ein Blumenmeer durch ganz Langholt

Der Ortsverein Langholt möchte 2024 seine Pflanzaktion „Langholt blüht auf“ fortsetzen. Die Idee entstand vor rund drei Jahren. Ideengeberin war Ortsverein-Mitglied Anette Pieper. Ziel ist, dass sich ein Blumenmeer durch beide Gemeinden, durch Rhauderfehn und Ostrhauderfehn, zu denen Langholt gehört, zieht. Angestoßen wurde das Pflanzprojekt durch Nachbarn, die im Herbst 2021 entlang der Langholter Dorfstraße Blumenzwiebeln pflanzten. Rechtzeitig zu Ostern blühten tausende Narzissen. Das gelbe Blumenmeer reichte von der Ecke Kirchstraße/Buchweizenkamp bis zur Kurve Dorfstraße/Freitagstrasse, also von Langholt West bis Langholt Ost. 2023 wurde der Bereich um das Ehrenmal bepflanzt. Dieses Jahr soll die Pflanzaktion mit etwa 10.000 Blumenzwiebeln weitergeführt werden.

Auch am Ehrenmal in Langholt setzte der Ortsverein Langholt zahlreiche Blumenzwiebeln. Foto: Privat
Auch am Ehrenmal in Langholt setzte der Ortsverein Langholt zahlreiche Blumenzwiebeln. Foto: Privat

„Ein Vormittag wird dafür angesetzt. Einer geht mit dem Spaten vor und hebt ein Loch aus, einer setzt die Blumenzwiebel rein, ein Dritter macht das Loch wieder zu. Man braucht dafür Leute, die sich gut bücken können“, erläutert Norbert Pieper vom Ortsverein den Ablauf. Die vergangenen Pflanzaktionen seien gut gelaufen. Es habe keine Verletzten gegeben, nur leichten Muskelkater bei dem einen oder anderen, so Pieper. Durch Vereinsaktionen wie die Teilnahme am Weihnachtsmarkt Langholt und die Ausrichtung eines Osterfrühstücks habe der Verein für den nächsten Schritt von „Langholt blüht auf“ einen Sockelbetrag erwirtschaftet. Ein Zuschuss werde aber noch gebraucht. Aus der Region gebe es für die Pflanzaktionen vom Ortsverein Langholt positive Rückmeldungen. Viele freuten sich über die Blumen. Die Resonanz auf die Vereinsveranstaltungen sei gut.

„Wir denken, dass das Projekt nicht nur nachhaltig ist, sondern dass es auch das Ortsbild positiv verändert und dass es allen, die durch Langholt fahren, ein bisschen Freude schenken wird“, so Pieper.

Ähnliche Artikel