Berlin Apps, die vor Mücken schützen – funktioniert das wirklich?
Stechmücken sind Gewinner des Klimawandels. Jetzt, wo ihre Population größer wird, will man sich noch mehr vor ihnen schützen. Einige Apps versprechen, die Tiere zu verscheuchen. Was ist dran an den „Anti-Mücken-Apps“?
Milde Winter und feuchte, aber heiße Sommer bilden die perfekten Voraussetzungen für Mücken, um sich zu vermehren. Jetzt suchen viele Menschen nach Wegen, um sich vor ihnen zu schützen. Es gibt einige Apps für das Smartphone, die angeblich die lästigen Insekten vertreiben sollen. Doch funktioniert das wirklich?
Die Idee hinter den Apps ist recht simpel. Mücken sollen angeblich von Schallfrequenzen im Ultraschallbereich vertrieben werden. Manche Insekten sollen die Fähigkeit entwickelt haben, Ultraschall wahrzunehmen, um nicht von Fledermäusen gefressen zu werden.
Also spielen die Apps über die Lautsprecher des Telefons Geräusche in Ultraschall-Frequenzen, um die Mücken zu verscheuchen.
Experten können diese Theorien aber in der Praxis nicht bestätigen. Wissenschaftler der Cornell-Universität fanden heraus, dass Mücken im Frequenz-Bereich von 150 bis 500 Hertz hören können. Als Ultraschall gelten Frequenzen ab 20.000 Hertz. Mücken können den Ultraschall also genauso wenig hören wie Menschen. Eine Studie ergab sogar, dass die Mücken bei der Nutzung von Schallgeräten häufiger stechen als ohne.
Das Auswärtige Amt hat eine Liste mit Vorschlägen, wie man sich gegen Mücken wehren kann. Mittel, die wirklich vor Mückenstichen schützen, sind zum Beispiel Sprühmittel, die DEET (Diethyltoluamid) enthalten. Auch Biozidverdampfer oder Räucherspiralen vertreiben Mücken verlässlich.
Wenn man Methoden bevorzugt, die ohne Chemie auskommen, kann man sich engmaschige Fliegengitter oder Insektennetze besorgen, und mit ihnen Eingänge in sein Haus oder seinen Schlafplatz abdecken. Es wird außerdem zu ausreichender Körperhygiene geraten, um den Geruch von Schweiß, der Mücken anzieht, zu minimieren.