Projekt in Moormerland Viele Ideen fürs Fahrradfahren
Die Fahrradwege in der Gemeinde Moormerland sollen alltagsfreundlicher werden. Eine Online-Umfrage dazu stieß auf große Resonanz. Das kam dabei heraus.
Moormerland - Auf den ersten Blick ist Moormerland eine gute Gegend zum Fahrradfahren. Die Hauptverkehrsstraßen sind breit, häufig geht es schnurgeradeaus und außerorts gibt es fast überall Radwege. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Deshalb will die Gemeinde nun mit einem Radverkehrskonzept dafür sorgen, dass die tägliche Fahrt mit dem Fahrrad einfacher wird.
Im Februar gab es eine öffentliche Veranstaltung, bei der die Teilnehmenden ihre Kritik und Vorschläge mitteilen konnten. Anschließend schaltete die Gemeinde eine Onlineumfrage zum Konzept frei. Mehr als 500 Menschen füllten die Fragen aus: „Das ist eine richtig hohe Beteiligung“, freut sich Daniel Hoch, bei der Gemeinde zuständig für Projekt- und Fördermittelmanagement. Viele teilten mit, was für Fahrradfahrer besser werden könnte. Beteiligt wurde unter anderem die Rad- und Wandergruppe von Fortuna Veenhusen.
Kleine Dinge – große Wirkung
Für die Gemeinde ergibt sich daraus ein Bild, was in den nächsten Jahren an Verbesserungen gemacht werden kann. „Häufig kann man mit kleinen Dingen große Wirkung erzielen“, sagt Bürgermeister Hendrik Schulz. Das fange bereits bei der Beschilderung an. Eine Idee sei zum Beispiel, Autofahrer darauf aufmerksam zu machen, wenn die Straße von Fahrradfahrern benutzt werden darf und soll. „So kann man signalisieren: Die dürfen da fahren“, so Schulz. Das könne für mehr Rücksichtnahme sorgen.
Aufwändiger wäre dann schon die Verbreiterung von Geh- und Radweganlagen. An vielen Stellen in Moormerland sind die Wege zu schmal. Das hatte bereits der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Moormerland-Hesel kritisiert. Aber nicht immer habe die Gemeinde eine Handhabe für den Ausbau: „Oft sind wir nicht der Straßenbaulastträger“, sagt Hoch. Das bedeutet: An Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen müssten die Straßenbaubehörde oder der Landkreis mitziehen, bevor es Verbreiterungen geben kann.
Alle Ortsteile im Fokus
Vorschläge und Kritik der Teilnehmer an der Online-Umfrage zielten auf alle Ortsteile, aber häufig auf die Hauptverkehrsrouten. Diese spielen bei der Alltagstauglichkeit eine große Rolle. Trotzdem hat die Gemeinde auch manche ihrer Nebenstraßen im Blick, wie Schulz sagt. So habe zum Beispiel die Rinderhagenstraße in Warsingsfehn weder Geh- noch Radwege. Bedingt durch die Schule und den Kindergarten gebe es aber viel Verkehr.
Der Abschlussbericht zum Radverkehrskonzept sei derzeit in Arbeit, sagt Hoch. Die Gemeinde Moormerland arbeitet bei dem Projekt mit dem Ingenieurbüro Roelcke, Schütter & Schwerdhelm aus Varel zusammen. Dieses Büro habe viele Steckbriefe mit Maßnahmen verfasst, die nach und nach umgesetzt werden könnten, sagt Hoch. Über die Reihenfolge und Prioritäten entscheidet letztlich der Gemeinderat sowie dessen Gremien.
„Es geht uns darum, die Nutzung im Alltag zu verbessern“, so Hoch. Dies könne über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren laufen. Dabei spiele eine Rolle, ob es für die einzelnen Schritte die Möglichkeit gibt, Fördergeld einzuwerben. Der Abschlussbericht soll nach den Sommerferien vorgestellt werden.