Nach Straftaten in Rhauderfehn Käsekönig Marco D. darf nach Deutschland ausgeliefert werden
Der Serienbetrüger Marco D. trieb 2020 in Rhauderfehn sein Unwesen. Bekannt ist er in Ostfriesland als Käsekönig. Nun entschied ein Gericht in Amsterdam, dass er ausgeliefert werden darf.
Amsterdam/Haarlem/Rhauderfehn - Das Netz zieht sich zu um den des Betrugs verdächtigten Marco D. Der Haarlemmer darf nach Deutschland ausgeliefert werden, um dort wegen des Begehens von 33 Straftaten des Betrugs, begangen zwischen September 2017 und April 2020, vor Gericht gestellt zu werden. Die Internationale Rechtshilfekammer (IRK) des Amsterdamer Gerichts stimmte am Donnerstag, 11. Juli 2024, dem Antrag der deutschen Behörden zu. Über die niederländischen Verdächtigungen muss die Staatsanwaltschaft noch entscheiden.
Der in Deutschland als Käsekönig bekannt gewordene Marco D. wohnte in Langholt und trieb im Frühjahr 2020 in der Gemeinde Rhauderfehn und Umgebung sein Unwesen.
Marco D. erschien erneut nicht vor Gericht
Wie bei den vorherigen drei Sitzungen war Marco D. auch diesmal nicht vor Gericht in Amsterdam anwesend. Grund für seine Abwesenheit war laut seiner Anwältin, dass er derzeit wegen Krebs behandelt werde. Beim ersten Mal blieb er wegen eines Anwaltswechsels fern, bei den darauf folgenden zwei Sitzungen war der Haarlemmer ebenfalls nicht anwesend, da er zu krank sei, um vor Gericht zu erscheinen. Vor zwei Wochen erschien der Haarlemmer nicht, weil er einen Termin im Krankenhaus gehabt haben soll.
Laut dem Richter würde Marco D. bei Zustimmung sofort in Erwartung der Auslieferung an die Nachbarn inhaftiert werden. Die Anwältin wurde damals darauf hingewiesen, dass ihr Mandant besser seinen Koffer mit den wichtigsten Dingen mitnehmen sollte. Doch dazu kam es am Donnerstag nicht. Nach der Zustimmung zum Auslieferungsantrag sagte der Richter, dass der mutmaßliche Betrüger jederzeit von zu Hause abgeholt werden könne. Er wohnt seit einiger Zeit bei seinen Eltern in Haarlem-Noord. Nachbarn haben ihn dort in der vergangenen Woche oft gesehen.
Die Polizei hatte bereits früher vergeblich versucht, den mutmaßlichen Betrüger festzunehmen. Er war damals gerade abgereist. Bei den Nachbarn soll er in der Gegend um das Dörfchen Langholt, gleich hinter der Grenze zu Deutschland, mehrere Personen betrogen haben.
Mehrere Betrugsfälle in den Niederlanden
Es war bereits bekannt, dass der Haarlemmer auch in den Niederlanden Menschen und Unternehmen betrogen haben soll. In IJmuiden hatte er Ende letzten Jahres ein Feinkostgeschäft in der Lange Nieuwstraat. Nach einigen Wochen verschwand Marco D. spurlos. Unternehmer, die bei der Einrichtung des Geschäfts geholfen hatten, bekamen kein Geld. Dasselbe galt für Lieferanten von Waren. Auch in Haarlem wollte der Haarlemmer ein ähnliches Geschäft eröffnen. Lieferanten und andere Unternehmer konnten ihr Geld abschreiben. Die Staatsanwaltschaft untersucht noch, ob D. für diese Anschuldigungen strafrechtlich verfolgt wird.
Dieser Text ist erstmals in „Haarlems Dagblad“ erschienen, wurde mit KI-Unterstützung aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt und von einem Redakteur bearbeitet.