Auszeichnung der Innungsbesten Maurerlehrlinge aus dem Oberledingerland wurden geehrt
Hannes Stellamanns und Erke Gruben fielen bei ihrer Ausbildung bei der Bauunternehmung Gruben GmbH Ostrhauderfehn durch ihre positiven Leistungen auf. Die beiden haben eine Auszeichnung erhalten.
Ostrhauderfehn - Im Rahmen der Freisprechungsfeier der Baugewerbe-Innung Leer Wittmund in Moormerland wurden am 20. Juni insgesamt drei Absolventen im Ausbildungsberuf Maurer, die ihre Gesellenprüfung mit Auszeichnung bestanden, von der Baugewerbe-Innung Leer-Wittmund sowie der Handwerkskammer für Ostfriesland für ihre Leistungen geehrt. Unter den drei besten Absolventen sind Hannes Stellamanns (Noten: Theorie 1 und Praxis 1) aus Rhauderfehn und Erke Gruben (Noten: Theorie 1 und Praxis 2) aus Potshausen. Beide absolvierten ihre Ausbildung bei der Bauunternehmung Gruben GmbH Ostrhauderfehn. Stellamanns erhielt eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen. Gruben wurde für besonders gute Leistungen geehrt. Sie berichten, welchen Reiz das Handwerk für sie hat und sprechen über ihre Zukunftspläne.
„Die täglichen Aufgaben waren anfangs nur kleine, einfache Sachen. Wie zum Beispiel Steine und Mörtel holen. Im Laufe der Ausbildung haben wir immer mehr Verantwortung übernommen. Zum Ende hin haben wir ganz normal als Maurer mitgearbeitet“, beschreibt Erke Gruben, Sohn des Bauunternehmers Dirk Gruben, die Ausbildungszeit. Ein echtes Highlight der dreijährigen Ausbildungszeit sei ihre letzte Baustelle gewesen: „Es war eine komplette Aussiedlung mit Hof und Gebäuden. Dabei haben wir mit Messgeräten, Plänen und Tablet gearbeitet. Wir haben mit technischen Geräten die Baustelle ausgemessen. Das Projekt ging über anderthalb Jahre.“ Es sei schön gewesen, zu sehen, was man geschafft hat. Am Anfang sei dort nur eine grüne Fläche gewesen, am Ende Einfamilienhäuser. Besonders spannend sei es, den Entstehungsprozess mitzuerleben und das Ergebnis zu sehen.
„Von Hauptschule bis Gymnasium ist alles dabei“
Während der Ausbildung wachse man, sagt Stellamanns. Durch das tägliche körperliche Arbeiten, das zunächst noch schwerfalle, erhöhe sich die Ausdauer. Anfangs sei man abends erschöpft von der Arbeit, später nicht mehr so sehr. Das Schönste beim Handwerk sei, am Abend zu sehen, was man geschafft hat. Vor allem, wenn besondere Aufträge ausgeführt werden. Wie zum Beispiel das Mauern von Ziermauerwerk mit Verblendern. Sein Vater, der viel handwerklich arbeitete, habe ihn bei seiner Berufswahl inspiriert.
Für eine Ausbildung im Baugewerbe gibt es keine Vorgabe in Sachen Schulabschluss, weiß Dirk Gruben: „Von Hauptschule bis Gymnasium ist alles dabei. Das Wichtigste ist, dass sie arbeiten wollen und pünktlich sind. Das ist eine Menge wert, wenn der Wille da ist. Dann wollen die Gesellen die Lehrlinge gerne mithaben bei ihren Einsätzen. Sie zeigen Einsatz und Interesse.“
Frauen in dem Bereich seien selten
Es komme auch nicht auf den Notendurchschnitt an. Es sei auch schon ein Auszubildender von der Sonderschule im Bauunternehmen gewesen, der heute Baustellen leite. Als Schüler habe der heutige Bauunternehmer Gruben eine Hauptschulempfehlung bekommen, sei aber auf die Realschule gegangen. Lehrlinge für den Beruf zu bekommen, sei kein Problem. Es gebe immer Anfragen. In 2024 habe die Firma fünf Auszubildende. Da sei die Chance auch höher, jemanden mit Auszeichnung darunter zu haben, so Gruben. Frauen in dem Bereich seien selten. Auf der Baustelle selbst seien noch keine Frauen darunter gewesen. Es habe bisher keine Nachfrage dafür gegeben, abgesehen von einer Auszubildenden als Bauzeichnerin. Architekturstudentinnen wiederum kämen häufiger vor. Sie absolvieren ein zehnwöchiges Praktikum auf dem Bau.
Auch Hannes Stellamanns und Erke Gruben zieht es zum Studium. Sie planen, ein Bauingenieurstudium in Oldenburg mit der Option auf den Bachelor zu absolvieren. Erke Gruben wird in das Unternehmen seines Vaters einsteigen mit dem Ziel, die Firma später zu übernehmen. Eine handwerkliche Ausbildung habe viele Vorteile, sagt Erke Gruben: „Man lernt etwas fürs Leben und kann sich selber helfen. Und man kann sich sein eigenes Haus bauen.“ Das sehe man auch in 50 Jahren noch. „Man kann den Kindern und Enkelkinder zeigen, das habe ich gemacht. So ein Haus ist etwas Beständiges“, ergänzt Dirk Gruben.
„Draußen arbeiten ist besser, als im Büro zu sitzen“
Seit wenigen Tagen ist Praktikant Sören Folkers beim Bauunternehmen Gruben dabei. Bis jetzt mache ihm die Arbeit Spaß. „Draußen arbeiten ist besser, als im Büro zu sitzen. Und am Ende sieht man, was man geschafft hat“, sagt Folkers. Durch seinen Opa, der Maurer war, und seinen Onkel, der sein eigenes Haus baute, sei er zum Handwerk gekommen. „Das war Inspiration für mich. Ich kann mir vorstellen, hier eine Lehre anzufangen.“
Laut Jacqueline Stöppel von der Handwerkskammer Aurich für Ostfriesland gibt es im Ausbildungsbereich weder einen negativen, noch positiven Trend. Die Zahlen bleiben weitestgehend konstant. In 2023 haben 694 Auszubildende die Gesellen- oder Abschlussprüfung erfolgreich bestanden. Die Zahlen aus 2024 liegen noch nicht vor. Die meisten Ausbildungsabschlüsse erfolgten 2023 in den Berufen Kraftfahrzeugmechatroniker und Kraftfahrzeugmechatronikerin, Anlagenmechaniker und Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Maurer, Maurerin. Der Anteil an weiblichen Auszubildenden im Handwerk liegt aktuell bei 21 Prozent. Auszubildende mit einem neu abgeschlossenen Berufsausbildungsvertrag hatten 2023 folgende schulische Vorbildung: Drei Prozent ohne Hauptschulabschluss, 34 Prozent mit Hauptschulabschluss und 53 Prozent Realschul- oder gleichwertigen Abschluss. Zehn Prozent hatten eine Hochschul- beziehungsweise Fachhochschulreife.