Bauen und Wohnen Die Immobilienkaufpreise im Oldenburger Münsterland fallen – die Mieten steigen
Der Wohnmarktbericht der Landessparkasse zu Oldenburg gibt einen Überblick über den regionalen Markt. Es liegen Daten für alle 23 Städte und Gemeinden in den Kreisen Vechta und Cloppenburg vor.
Oldenburger Münsterland - Die Landessparkasse zu Oldenburg hat auch dieses Jahr wieder regionale Wohnmarktberichte für ihr Geschäftsgebiet vorgelegt. Die Übersicht umfasst 80 Teilregionen im Oldenburger Land und präsentiert Kauf- und Mietpreise für Häuser und Wohnungen, die jeweils nach Wohnlagen, Haustypen und Wohnflächen unterschieden werden. Der Katalog mit der Übersicht für das Oldenburger Münsterland (OM) – für die Landkreise Cloppenburg und Vechta und konkret die 23 kreisangehörigen Städte und Gemeinden – präsentiert viele Zahlen rund um die Situation am Immobilien- und Mietwohnungsmarkt.
Die Auswertung des Berichtes ergibt, dass sich auch das OM nicht den allgemeinen Tendenzen am Wohnmarkt entziehen kann. So sinken in allen Städten und Gemeinden die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen, während die Mieten fast durch die Bank ansteigen.
Gemeinsam mit dem unabhängigen iib-Institut Dr. Hettenbach wurden die aktuellen Preisniveaus für Immobilien in der Region aufbereitet. Die Berichte enthalten sowohl Daten für den Kauf und Verkauf von Immobilien als auch für die Bereiche Mieten und Vermieten. Die Daten stehen im Internetauftritt der Landessparkasse zu Oldenburg zur Verfügung.
Preis von Immobilienangeboten werden täglich erfasst
Das iib-Institut erfasst nach eigenen Angaben täglich die Preise von rund 350.000 Immobilienangeboten auf allen relevanten Internetportalen. Herangezogen für die Auswertungen werden reale Zahlen, heißt es auf Anfrage, zum Beispiel Zeitungsinserate und Online-Anzeigen oder die Grundstücksmarktberichte der Gutachterausschüsse. Preisangaben erfolgen als gewichtete Mittelwerte und beziehen sich auf Bestandsimmobilien, die älter als 3 Jahre sind. Die Anzahl der Fälle, die für die Auswertung im OM herangezogen wurden, nennt das Institut allerdings nicht.
In allen Gemeinden und Städten des OM sinken die Preise für Häuser
Im Kreis Cloppenburg fallen die Hauspreise in den 13 Städten und Gemeinden laut Wohnmarktbericht im Schnitt um rund 4,4 Prozent. Ein „Durchschnittshaus“ kostet rund 295.000 Euro. Die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen sinken um etwa 1,8 Prozent (im Schnitt 1992 Euro/qm). Die höchsten Preisabschläge für Häuser gab es mit minus 5,5 Prozent in Bösel (im Schnitt 304.000 Euro), die niedrigsten in Löningen (minus 2,4 Prozent, im Schnitt 291.000 Euro). Die Preise der Eigentumswohnungen fallen mit jeweils minus 2,7 Prozent am stärksten in Bösel, dort kostet der Quadratmeter jetzt 2130 Euro und in Friesoythe (2160 Euro).
Im Landkreis Vechta fallen die Preise für Häuser über alle Städte und Gemeinden im Schnitt um 4,4 Prozent (Durchschnitt jetzt: 315.000 Euro), die Wohnungen werden um 4,6 Prozent günstiger (jetzt 1850 Euro/qm). Ausreißer nach unten ist bei Haus- wie Wohnungspreisen die Gemeinde Bakum mit minus 5,8 Prozent (269.000 Euro) beziehungsweise minus 5,2 Prozent (1650 Euro), relativ stabil sind die Wohnungspreise noch in Steinfeld (minus 2,7 Prozent, aktuell 1650 Euro/qm) und Holdorf (minus 3,8 Prozent, 1690 Euro/qm).
Die Mieten steigen
Während im Kreis Cloppenburg die Immobilienpreise fallen, steigen die Mieten – im Schnitt um 3,1 Prozent. Am teuersten wohnen Mieter in der Gemeinde Barßel. Hier liegen die Nettokaltmieten aktuell im Schnitt bei 6,35 Euro/Quadratmeter. Die Spannbreite der Mieten liegt zwischen 5,45 Euro/qm bis hin zu 9,35 Euro/qm. Mieter in Cappeln (im Schnitt 6,60 Euro/qm) und Emstek (6,65 Euro/qm) können sich laut Statistik freuen: Hier sind die reinen Wohnkosten nicht gestiegen.
Die Kaltmieten wachsen im OM auf bis zu 10 Euro je qm in Visbek
Die Nettokaltmiete im Kreis Vechta steigt in allen Städten und Gemeinden im Schnitt in ihrem Niveau um 4,3 Prozent und damit stärker als im Kreis Cloppenburg. Mit einer Durchschnittsnettokaltmiete von 7,25 Euro/qm, und einer Spanne von 6,40 Euro bis 10 Euro ist die Miete in der Gemeinde Visbek am höchsten. In Goldenstedt liegt das Niveau am niedrigsten. Hier sind im Schnitt 6,20 Euro zu zahlen (3,85 Euro bis 8,60 Euro).
Kein „Crash“ des Wohnungsmarktes
Die Immobilienexperten der LzO halten bei allen Minuszahlen, die ihr Bericht aufzeigt fest, dass es im Oldenburger Land keinen „Crash“ des Wohnmarktes gibt. In der jüngeren Vergangenheit seien die Immobilienpreise um 10 Prozent im Jahr gestiegen, es gebe daher durchaus „Raum für Preiskorrekturen“. Allerdings verkaufe sich eine Immobilie nicht mehr wie von selbst.
Sorgen bereitet den Bankern der stark angespannte Mietwohnungsmarkt. In diesem Bereich vermiesen hohe Baukosten und im Vergleich zur letzten Dekade hohe Zinsen den Investoren die Rendite. Auch in der Region werde deshalb „viel zu wenig gebaut – und das bei steigendem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum“.