Berlin  „Haben mit den Sozialleistungen übertrieben“: Arbeitgeberchef Dulger will mehr Lohnabstand

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 23.06.2024 01:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Arbeitgeberpräsident Dulger Foto: Sven Hoppe
Arbeitgeberpräsident Dulger Foto: Sven Hoppe
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Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kritisiert, dass es in Deutschland zu viele Sozialleistungen gebe. Er fordert mehr Abstand zu geringen Löhnen.

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) hat das Bürgergeld scharf kritisiert. „Wir haben mit den Sozialleistungen in den letzten Jahren einfach übertrieben. Das muss korrigiert werden“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. 

Insbesondere fordert der BDA einen größeren Abstand zwischen Menschen mit niedrigem Lohn und Bürgergeldempfängern: „Der Abstand zwischen den niedrigen Gehaltsgruppen und den Bürgergeldempfängern ist zu niedrig und schrumpft mit jeder Bürgergelderhöhung weiter“, so Dulger. „Der Abstand ist so gering, dass viele nicht mehr das Gefühl haben, dass sich Arbeit noch lohnt“. Mit dem von der Ampel-Koalition eingeführten Bürgergeld sei Deutschland einen Schritt in die falsche Richtung gegangen: „Deutschland ist mit dem Bürgergeld auf dem Weg in Richtung bedingungsloses Grundeinkommen. Ich fordere deshalb eine Grundsanierung des Systems“.

So müsse die Bundesregierung etwa einen jährlichen Bericht über die Finanzierung der Sozialsysteme vorlegen: „Meine klare Erwartung ist, dass die Bundesregierung einen jährlichen Bericht darüber ablegen muss, wie nachhaltig die fünf Sozialversicherungen finanziert sind“, forderte Verbandspräsident Dulger gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Dieser müsste dann im Bundestag debattiert werden“, so Dulger weiter. „Es gibt so viele Berichte, aber keinen über unsere Sozialen Sicherungssysteme“, bemängelte der Verbandspräsident. „Die Politiker haben Angst um ihre Wiederwahl, wenn sie dieses Thema anfassen“, glaubt Dulger.

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