Ärger mit Autos  Anwohner von Grün-Weiß Firrel sauer über Falschparker

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 22.06.2024 16:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jürgen Kaiser ist Anwohner der Nordender Straße und ärgert sich über Gäste von Grün-Weiß Firrel, die trotz des Parkverbots ihre Autos am Straßenrand abstellen. Foto: Stromann
Jürgen Kaiser ist Anwohner der Nordender Straße und ärgert sich über Gäste von Grün-Weiß Firrel, die trotz des Parkverbots ihre Autos am Straßenrand abstellen. Foto: Stromann
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Bei Spielen des Vereins stehen Autos zu beiden Seiten der Nordender Straße. Weder Verein noch Gemeinde wissen eine schnelle Lösung.

Firrel - Kürzlich fand in Firrel das Endspiel um den Bezirkspokal 2024 statt, zu dem rund 500 Zuschauer kamen. Das Spiel hat Grün-Weiß-Firrel zwar mit 1:3 verloren, als Verlierer fühlten sich aber auch wieder einmal die Anlieger der Nordender Straße. Denn sie erleben regelmäßig, dass die Straßenränder zu beiden Seiten von Besuchern eines Fußballspiels zugeparkt werden – trotz Parkverbots.

Seit etwa sieben Jahren beschäftigt der Verkehr zum Sportplatz die Straßenanlieger. Es sei dann nicht möglich, dass sich auf einer Länge von rund 400 Metern Fahrzeuge begegnen können. Entgegenkommende Fahrzeuge müssten entweder rückwärts oder in Auffahrten der Anlieger ausweichen, ebenso Fahrradfahrer und Fußgänger. Die Anlieger selbst können die Straßen beim Verlassen ihrer Grundstücke nur schwer einsehen.

Verbotsschilder werden ignoriert

Für die Anlieger der Straße beklagen Jürgen Kaiser, Dirk Leenderts und Michael Bohlen im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sich bisher wenig getan habe. Sie hatten auf eine Besserung gehofft, nachdem auf die Beschwerde der Anlieger hin ein temporäres Parkverbot zwischen 15 und 20 Uhr ausgeschildert wurde. „Gebracht hat es aber gar nichts, weil sich niemand an diese Verkehrsordnung gehalten hat“, sagt Dirk Leenderts. Weder von der Gemeinde noch von der Polizei habe es weitere Unterstützung gegeben.

Bürgermeister Johannes Poppen – er ist gleichzeitig Vorsitzender von Grün-Weiß Firrel – kennt die Situation und kann den Ärger der Anlieger verstehen. Denn eigentlich gibt es für die Fußballfans genügend Parkmöglichkeiten: „Der ganze Parkplatz beim Modehaus Kaiser steht zur Verfügung, da können 150 Autos geparkt werden“, so Poppen. Weitere Plätze gebe es bei der Andreaskirche und bei den Baptisten.

Polizei will Kontakt zum Verein suchen

Doch leider seien selbst die kurzen Wege – von Kaiser bis zum Sportplatz sind es etwa 150 Meter – einigen Zeitgenossen noch zu weit, sagt der Vorsitzende. Der Verein habe keine Möglichkeit, gegen die Falschparker vorzugehen, dazu fehle die rechtliche Handhabe. Seit Grün-Weiß in der Landesliga spiele, sei das Interesse groß, „und wir freuen uns über Zuschauer“, sagt Poppen. Wenn ein Fahrzeug wirklich die Durchfahrt blockiert, könne das Kennzeichen durchgesagt werden, damit der Eigentümer wegfährt.

Dieser Fahrradfahrer musste dem Fahrzeug eines Paketboten ausweichen, das mitten auf der Nordender Straße in Firrel stand. Foto: Stromann
Dieser Fahrradfahrer musste dem Fahrzeug eines Paketboten ausweichen, das mitten auf der Nordender Straße in Firrel stand. Foto: Stromann

Als Bürgermeister versichert Johannes Poppen, dass ihm bisher keine akute Gefahrenlage in der Nordender Straße bekannt geworden sei. Das sagt auch die Polizeiinspektion Leer-Emden (PI). Nur dann würden die Beamten einschreiten. Knöllchen an die Falschparker verteilen sie dagegen nicht. Eine Pressesprecherin der PI kündigt an, dass der Leiter der Polizeistation in Uplengen demnächst Kontakt zu Grün-Weiß aufnehmen werde. Gemeinsam könne man überlegen, ob es Möglichkeiten gebe, präventiv gegen die Belastung der Anlieger vorzugehen.

Die Samtgemeinde Hesel weiß ebenfalls von der Situation an der Nordender Straße, weil sich Anlieger bei Sitzungen immer wieder in den Einwohnerfragestunden danach erkundigt haben. Leider könne die Samtgemeinde ebenfalls keine schnelle Lösung bieten, sagt der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin. Beschwerden über zu viel Verkehr und verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge kennt er auch aus anderen Orten. Aktuell habe es Beschwerden aus Neukamperfehn wegen der Lage bei der Schule gegeben.

Krankenwagen kommt durch

Für die Firreler heißt das: An der Lage in der Nordender Straße ist keine Entspannung in Sicht. Der Darstellung der Anlieger, dass Rettungsdienst und Feuerwehr wegen der Falschparker nicht durchkämen, widersprechen jedoch sowohl der Bürgermeister wie auch die Polizei. „Ein Krankenwagen oder die Feuerwehr kommt durch“, ist Johannes Poppen überzeugt.

Welche Haltung die Autofahrer an den Tag legen, zeigt ein Beispiel, von dem die Anwohner berichten: Vor einiger Zeit habe ein Autofahrer seinen Pkw direkt an einer Einfahrt vor seitlichen Leitpfosten abgestellt, so dass der Hauseigentümer seine Auffahrt mit dem Auto nicht verlassen konnte. Er ging daraufhin zum Sportplatz und ließ den Autofahrer ausrufen. Der Autofahrer sei zwar gekommen, doch mehrere Besucher des Spiels hätten ihn ausgelacht.

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