Cannabiskonsum  Kiffen im Lokal – das sagen ostfriesische Gastronomen

Lars Löschen
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Von Lars Löschen
| 18.06.2024 18:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein junger Mann raucht einen Joint. Im Restaurant könnte das schon den ein oder anderen stören. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa
Ein junger Mann raucht einen Joint. Im Restaurant könnte das schon den ein oder anderen stören. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa
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Rauchen – egal ob in Restaurant oder Kneipe – ist ein Streitthema. Dem einen ist es egal, den anderen stört es. Wie sehen es die Gastronomen und welche Regeln gelten beim Public Viewing zur EM?

Ostfriesland - In Bars, Restaurants oder Diskotheken können sich Gäste an Speisen und Getränken erfreuen. Weniger gern von Gastronomen und anderen Gästen gesehen sind die, die sich auf dem Gelände mal eine anzünden. Gemeint sind aber nicht nur die Zigaretten-Raucher, sondern auch Cannabis-Konsumenten.

Wer in einem Lokal kifft, der kann vom Besitzer rausgeworfen werden. Denn es gilt das Hausrecht, weiß auch Birgit Kolb-Binder. Sie ist Vorsitzende des Dehoga-Bezirksverband Ostfriesland und leitet die Kolb Hotels auf Langeoog. Auch mehrere Restaurants, Cafés, Bars und eine Wellness-Oase liegen in ihrer Hand. Doch sie findet, „dass das Thema viel zu hochgekocht wird“. Generell seien ihr noch nicht viele Cannabis-Konsumenten untergekommen.

Tüte an oder aus?

Laut Kolb-Binder bestätigt das auch eine Abfrage des Dehoga-Präsidiums Niedersachsen aus der jüngeren Vergangenheit: Keiner der Kollegen in der Gastronomie hätte Probleme, mit kiffenden Gästen umzugehen. Das sei so auf dem Festland und auch auf den Inseln. Zwar sieht die Vorsitzende das rauchende Klientel in ihren Lokalen eher ungern, schreitet aber erst ein, wenn sich durch den Zigarettenqualm oder Cannabisgeruch jemand gestört fühlt.

Ähnliches berichtet auch Immo Reinders. Er hat das Kattul in Aurich im Juli 2023 wiedereröffnet. Vor der Kneipe in der Innenstadt würden sich öfter Leute „eine Tüte anzünden“, wie der Betreiber es formuliert. Gelegentlich passiere das auch unter seinen Gästen. In der Regel greift Reinders hier aber nicht ein. Problematisch werde es besonders an Samstagen, wenn Eltern am späten Nachmittag mit ihren Kindern im Kattul sitzen. Wenn der „beißende Geruch“ von Cannabis die Gäste stört, heißt es dann schnell mal: „Tüte aus.“ Reinders ist dabei jedoch bisher immer auf viel Verständnis gestoßen. „Am Ende ist es eine Kommunikationsfrage“, sagt er.

Public Viewing in Leer – Kiffen erlaubt?

Am Mittwoch, 19. Juni 2024, spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft um 18 Uhr gegen Ungarn. Hier geht es für Deutschland darum, den zweiten Gruppensieg in der laufenden Europameisterschaft einzufahren. Die Menschen in Leer fiebern nicht nur vor den heimischen Fernsehgeräten, sondern auch auf dem Denkmalplatz beim Public Viewing mit.

Und wenn mehrere tausend Leute beisammen stehen, dann spricht Veranstalter Ekko Gosch von einer großen Verantwortung – auch zum Thema Sicherheit. Und die liegt, wie auch die Kiffer-Frage, beim zuständigen Sicherheitsunternehmen ZH-Security aus Leer. Bei den Einlasskontrollen und während der Veranstaltung wird von den Angestellten auch auf den Besitz von Drogen geachtet. Kiffen, sagt die Firma auf Nachfrage, ist grundsätzlich nicht erlaubt. Das sei zum Schutz der anwesenden Kinder so. Die Polizeidirektion Leer/Emden sagt zudem, dass der Denkmalplatz zur Fußgängerzone gehört, in der sowieso nicht gekifft werden darf.

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