„Projekt der Superlative“ Firma Bunte baut Wohnungen in Papenburg
Die Stadt Papenburg hat die Pläne für eine Reihe von Wohnungsbauprojekten auf den Weg gebracht. Im Prinzip soll für jeden etwas dabei sein. Vor allem zwei Vorhaben der Baufirma Bunte stechen heraus.
Papenburg - So groß ist das Zuschauerinteresse an einer politischen Sitzung in Papenburg eher selten. Mehr als 50 Besucher erschienen zur jüngsten Zusammenkunft des Ausschusses für Stadtentwicklung im Forum Alte Werft. Sie wollten insbesondere wissen, was es mit den beiden großen Wohnungsbauprojekten des Bauunternehmens Johann Bunte auf sich hat.
Wohnquartier auf Werkstatt-Areal: Auf einer Fläche von knapp 2,5 Hektar will Bunte hinter dem Verwaltungsgebäude des Unternehmens im Bereich Hauptkanal/Hermann Lange-Straße ein nach Angaben von Dirk Terfehr (Eden Architekten Leer) modernes, inklusives Wohnquartier mit viel Grün schaffen.
Wohnungen für Singles, junge Pärchen, Familien und Senioren
Geplant ist ein Mix aus acht Mehrfamilienhäusern (mit acht bis 35 Wohneinheiten), ein Reihenhaus mit sechs Einheiten, ein Wohn- und Geschäftshaus (nahe dem Oval-Kreisel am Hauptkanal) sowie eine Reihe von Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen.
Insgesamt sollen mehr als 200 Wohneinheiten (davon 26 gefördert) entstehen – für „ein lebendiges und soziales Papenburg mit einer bunten Bewohnerkultur“ bestehend aus Singles, jungen Pärchen und Familien, wie Terfehr betonte. Überdies sind in einer Art Hochhaus in Fassaden-Optik aus Holz Wohnungen, eine ambulant betreute Senioren-WG, eine Tagespflege für 20 bis 25 Menschen, ein Spiel- und ein Multifunktionsplatz vorgesehen.
Energieversorgung ohne fossile Quellen
Terfehr spricht von einem „Vorzeigeprojekt für Papenburg“, bei dessen Energieversorgung keine fossilen Quellen genutzt würden. Das geplante Parkdeck soll mit Photovoltaik überdacht werden.
Das Ganze ist aber noch „auf ein paar Jahre“ hinaus Zukunftsmusik, wie Stefan Hengstermann, Bunte-Geschäftsbereichsleiter Projektentwicklung und Immobilienverwaltung, deutlich machte. Denn zunächst müsse Bunte seinen Betriebshof samt Fuhrpark – die Verwaltung verbleibt am Hauptkanal – wie angekündigt in das Hafenerweiterungsgebiet Bokeler Bogen umsiedeln. Deshalb könne er gegenwärtig auch noch nichts zu Wohnpreisen in dem geplanten Quartier sagen. „Dafür ist es einfach noch zu früh“, so Hengstermann.
Bürgermeisterin Gattung: Durch und durch professionelle Partner
Bei der Politik kommt das Vorhaben gut an. Bürgermeisterin Vanessa Gattung (SPD) sprach von einem „Projekt der Superlative“. Es sei gleichermaßen stadtbildprägend, innovativ und nachhaltig. Bunte und das Architekturbüro seien „durch und durch professionelle Partner“, betonte Gattung.
Ausschussmitglied Heiner Butke (CDU) wertet die Planung für „das größte Bauprojekt seit Jahren“ in Papenburg als „Meisterleistung“. Diese wäre ohne die politisch umstrittene Erweiterung des Hafengebietes nicht möglich gewesen. „Dazu haben wir immer gestanden“, betonte Butke. Der Ausschuss befürwortete die Planungen einstimmig.
Wohnungsbau auf Flächen der früheren Gärtnerei Kuivenhoven
Hümmlinger Weg: Hier hat Bunte die Flächen der ehemaligen Gärtnerei Kuivenhoven gekauft. Die alten Gewächshäuser sind inzwischen abgerissen. Entstehen sollen auf einer Fläche von rund 3,8 Hektar Mehrfamilien-, Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser. „Hier wollen wir die Möglichkeit schaffen, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen“, sagte Hengstermann. Aber auch hier ist Geduld gefragt. Am Hümmlinger Weg seien die Bunte-Planungen noch nicht so weit, wie beim Werkstatt-Areal, betonte Hengstermann.
Er versicherte, dass man „verträgliche Preiskorridore“ finden werde. Bürgermeisterin Gattung zeigte sich da zuversichtlich. „Bunte identifiziert sich stark mit Papenburg“, sagte sie über die mehr als 150 Jahre alte Traditionsfirma, die zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählt. Ausschussmitglied Holger Funk (SPD) regte an, in dem Bereich auch einen Kindergarten zu bauen. Eine an das Bunte-Areal angrenzende Fläche (1,7 Hektar) befindet sich im Eigentum der Stadt.
In Herbrum sollen etwa 20 neue Bauplätze entstehen
Die weiteren Bauvorhaben, die der Ausschuss ebenfalls jeweils ohne Gegenstimme voranbrachte, stießen auf deutlich weniger Zuschauerinteresse. Die meisten von ihnen verließen nach Vorstellung der Bunte-Projekte die Stadthalle.
Herbrum: Hier strebt die Stadt eine Erweiterung des Baugebietes „Im Eichengrund“ in nördlicher Richtung an. Die Verwaltung rechne mit etwa 20 Grundstücken auf der bisher landwirtschaftlich intensiv genutzten Fläche. 2025 könne es in die Vermarktung der Bauplätze gehen.
Kleines Baugebiet auf dem Gelände der Alten Stadtgärtnerei
Sportplatz Obenende: Auf einem knapp 12000 Quadratmeter großen Privatgrundstück zwischen Bolwinsweg und Sportpark sollen sieben Gebäude mit insgesamt 60 Wohnungen (5x8 und 2x10) entstehen. Hier äußerten einige Anwohner Sorge hinsichtlich der Größe der Gebäude und zusätzlichen Verkehrsaufkommens.
Weiter auf den Weg brachte der Ausschuss schließlich auch die Planungen für das kleine Baugebiet auf dem Gelände der Alten Stadtgärtnerei (Emdener Straße), den Bau eines Wohn- und Pflegequartiers an der Waldseestraße sowie die beabsichtigte Erweiterung des Unternehmens Radwelt Emsland im Gewerbegebiet Von-Herz-Straße.