Trauer von Kickers bis Ihrhove Ex-Torjäger Michael Eertmoed starb mit 54 Jahren
Der in Greetsiel aufgewachsene Michael Eertmoed war in den 90er Jahren einer der besten Stürmer Ostfrieslands. Die längste Zeit spielte der beliebte Sportler in Ihrhove.
Ostfriesland - Bei Kickers Emden spielte er an der Seite des späteren Nationalspielers Jörg Heinrich. Bei der Sportvereinigung Aurich stand er in einer Mannschaft mit dem aktuellen HSV-Trainer Steffen Baumgart. Michael Eertmoed war vor drei Jahrzehnten ohne Frage einer der besten Stürmer in Ostfriesland – die längste Zeit kickte er dabei für Concordia Ihrhove in der Niedersachsen- und in der Oberliga. Nun ist der in Greetsiel aufgewachsene Fußballer Ende Mai plötzlich mit 54 Jahren gestorben. Die schillernde Fußball-Figur der 90er Jahre lebte zuletzt in Remels – zum lokalen Fußballgeschehen hatte er in den vergangenen Jahren keinerlei Bezug mehr.
Doch die Fußballer erinnern sich gerne an ihn. Alle, die Eertmoed gekannt haben, schwärmen von einem „tollen Menschen“. „Er war so herzensgut“, sagt sein ehemaliger Mitspieler und bester Freund Frank Kostrewa. „Er war ehrlich, zuverlässig, zuvorkommend – und immer gut gelaunt.“
Er lebte zuletzt in Remels
Kostrewa muss es wissen. Er arbeitete über viele Jahre beruflich mit „Eertje“, wie ihn die Fußballer nannten, zusammen – zuletzt in einem Großhandel, der Aktionsartikel für Supermärkte vertreibt. „Er war für mich wie ein Bruder. Ich habe mich viel um ihn gekümmert“, sagt Kostrewa, der auch die Urnenbeisetzung und Trauerfeier am 28. Juni (Friedhofskapelle Remels) mit organisiert. „Hoffentlich kommen viele Fußballfreunde aus alten Zeiten zur Beisetzung. Eertje hätte sich sehr darüber gefreut.“
Als Fußballer hinterließ Michael Eertmoed Spuren in ganz Ostfriesland. Er wuchs in Greetsiel auf, wo sein Vater eine Gaststätte betrieb. In der Jugend des TV Greetsiel entwickelte er seine herausragenden Torjäger-Qualitäten. Dass im Fischerdorf ein großes Stürmer-Talent heranwuchs, sprach sich schnell herum. So wechselte der Angreifer noch in der Jugend zum BSV Kickers Emden. Dort schafft er später auf Anhieb den Sprung in die erste Herrenmannschaft.
Mit Baumgart in Aurich
1991 wechselte er mit 21 Jahren zum damaligen Oberligisten SpVg Aurich. Weil der Klub in jener Saison gleich elf Kicker aus der ehemaligen DDR – darunter Steffen Baumgart – verpflichtete, kam Eertmoed laut Kostrewa dort nicht so richtig zum Zuge. So nahm er ein Jahr später das Angebot des damals gen Oberliga strebenden SV Concordia Ihrhove an. Eertmoed schoss auf dem Feld die Tore und arbeitete beruflich für die „Müsing-Gruppe“, dem Großsponsor der Concorden.
So wurde Ihrhove zur zweiten Heimat des Krummhörners. Nach vielen Jahren bei Concordia beendete er dort mit Mitte 30 seine Laufbahn. In Ihrhove lernte er nicht nur Frank Kostrewa kennen. Auch der Stürmerkollege und heutige Westoverledingen-Trainer Wolfgang Behrends war mehr als nur ein Teamkollege. „Wir hatten eine tolle Clique“, erinnert sich Behrends. „Eertje war auf dem Feld trickreich, pfeilschnell und äußerst mannschaftsdienlich – ein toller Mensch einfach.“ Behrends bezeichnete Eertmoed als echten „Partymenschen“, der keine Feier ausließ. „Er hat auch im Bus die Lieder angestimmt und kannte jeden Schlager auswendig.“
Der Trainer der SG Westoverledingen wird ebenfalls an der Beisetzung am 28. Juni teilnehmen. Am Rande der Trauerfeier werden die Fußballer gewiss in alten Zeiten schwelgen und zugleich tief traurig sein, welch unvergessener Torjäger und toller Mensch mit gerade einmal 54 Jahren gestorben ist.