Spargelsaison Spargel frisch vom Feld wird in Ostfriesland knapp
Bevor die Spargelsaison am 24. Juni endet, wollen viele gerne noch ein letztes Mal Spargel essen. Es gibt gute Gründe, Spargel aus der Region dem aus dem Supermarkt vorzuziehen. Doch er wird knapp.
Landkreis Leer - Ein letztes Mal in diesem Jahr erntefrischen Spargel aus der Region mit Salzkartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise genießen – nur ein paar Tage ist dazu noch Gelegenheit. Am 24. Juni geht traditionell die Spargelsaison zu Ende. Nach einem extrem frühen Erntestart blicken die Spargelbauern aus dem Landkreis Leer auf eine gute, wenn auch zeitweise durchwachsene Saison zurück.
Dauerregen und einstellige Temperaturen im Frühjahr spielten den Spargelbauern vor allen in den letzten drei Wochen übel mit, sagt Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenbauern. Konkrete Zahlen kann er noch nicht nennen, offiziell endet die Saison ja erst am Montag kommender Woche. Generell könne man aber sagen, dass die Erntemenge witterungsbedingt eher „übersichtlich“ gewesen sei.
Konkurrenz aus dem Ausland
Das habe für die Spargelbauern aber auch Vorteile gehabt. „Jeder Spargel, der in dieser Saison gestochen wurde, wurde auch verkauft“, berichtet Eickhorst, der in Sandhatten bei Oldenburg selbst einen Hof betreibt. Der Umstand, dass es nie zu viel Spargel gegeben habe, habe sich bei den Landwirten positiv auf die Preise ausgewirkt. Weil sich die Erntezeit dem Ende entgegenneigt, steigen die Preise laut Eickhorst aktuell sogar. Ein Trend ist allerdings ungebrochen. Es wird weniger Spargel angebaut. „Bis 2018 wurden Anbauflächen noch vergrößert.“ Inzwischen gibt es allerdings eine gegenläufige Entwicklung.
Den Hauptgrund für den Rückgang der Anbauflächen sieht Fred Eickhorst in der Konkurrenz aus Spanien oder Griechenland. Spargel aus Peru werde in den Supermärkten deutlich günstiger angeboten. „Da liegt der Mindestlohn bei 1,09 Euro.“ Spargel aus dem Ausland mag günstiger sein, echte Spargelfans wissen aber den Geschmack des hiesigen Spargels zu schätzen. Der hohe Energieverbrauch und die langen Transportwege sorgen außerdem für eine schlechte Klimabilanz. Der Spargelkauf bei hiesigen Landwirten lohnt sich aber auch noch aus einem anderen Grund: Er ist deutlich frischer als der aus dem Supermarkt.
Kälte hemmt das Wachstum
Bei Daniel Santen aus Diele wird noch bis zum 23. Juni Spargel gestochen. „Aber die Mengen sind sehr gering“, sagt er. Die Erntemenge sei in dieser Saison um 20 Prozent geringer ausgefallen als 2023. Die Monate Mai und Juni seien in diesem Jahr viel zu nass und kalt gewesen. „Bei Temperaturen nachts unter zehn Grad, wächst der Spargel einfach nicht. Da nützt auch keine Folie“, erklärt er. Im Monat Mai sei die Erntemenge aufgrund der Warmwetterphase zwar sehr gut gewesen. „Da war allerdings das Problem, dass der Mai-Feiertag, Himmelfahrt und Pfingsten zu dicht aufeinanderlagen.“ Das habe sich negativ auf die Verkaufszahlen ausgewirkt.
Auch auf dem Hof von Hermann Saathoff in Holtland hat sich das kühle und nasse Wetter auf die Erträge ausgewirkt. „Wir haben im Moment so wenig Spargel wie selten im Juni.“ Zum Endspurt ziehe der Verkauf noch einmal an. „Viele wollen jetzt noch einmal Spargel essen, bevor die Saison vorbei ist.“
Spargelfeld wird zur Bienenweide
„Generell bin ich mit der Ernte zufrieden“, sagt Janno Schmid vom Spargelhof Schmid in Großwolde. Während der Warmwetterphase im Mai konnte besonders viel geerntet werden. Durch die kalte Witterung seien die Erntemengen derzeit geringer. „Die Feiertage, an denen besonders große Mengen Spargel verkauft werden, fielen zum Glück in die warme Phase“, sagt Schmidt. Am 24. Juni ist aber Schluss. Dann endet die diesjährige Spargelsaison. Aber warum sagt man eigentlich Spargelsilvester? „Vom 24. Juni an, hat die Spargelpflanze 100 Tage Zeit, sich bis zum ersten Frost zu erholen“, erklärt Janno Schmid.
Die mehrjährigen Spargelpflanzen brauchen diese Regenerationszeit, um gesund und produktiv zu bleiben. Um eine ertragreiche Ernte im Folgejahr sicherzustellen, wird laut Schmid das Unkraut aus den Spargeldämmen entfernt und die Pflanzen werden mit Stickstoffdünger mit Nährstoffen versorgt. Es bilden sich bis zu zwei Meter hohe Triebe mit feingefiedertem Laub. „Das braucht die Pflanze für die Photosynthese“, erklärt Schmid. Nach zwei bis drei Wochen bilden sich Blüten. Dann werden die Spargelfelder zur Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.