Berlin  Gefahr für Herz und Hirn: So gefährlich ist der Zuckerersatzstoff Xylit

Jessica Chen
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Von Jessica Chen
| 13.06.2024 21:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Doch nicht gesund: Kardiologen machen bekannt, dass Xylit gravierende Konsequenzen für den Körper haben kann. Foto: IMAGO/TheNews2
Doch nicht gesund: Kardiologen machen bekannt, dass Xylit gravierende Konsequenzen für den Körper haben kann. Foto: IMAGO/TheNews2
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Birkenzucker, auch Xylit genannt, galt bislang als gesunder Zuckerersatz. Jetzt wurde festgestellt, dass zu viel von dem Süßstoff schwere Schäden anrichten kann. Ein Kardiologe plädiert dafür, den Konsum zu überdenken.

Um Krankheiten wie Diabetes und Karies vorzubeugen, müsste jeder Deutsche seinen Zuckerverzehr um mindestens ein Viertel senken, lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gerade gesundheitsbewusste Menschen greifen daher zu Birken- statt herkömmlichem weißen Zucker.

Birkenzucker wurde bisher von mehreren amerikanischen und europäischen Gesundheitsorganisationen für Menschen mit Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen. Neue Studienergebnisse der Berliner Charité belegen allerdings das Gegenteil.

Xylit könne in großen Mengen kardiale Erkrankungen und sogar tödliche Anfälle begünstigen: Konkret konnte das Deutsche Herzzentrum der Charité feststellen, dass ein hoher Xylit-Anteil im Blut das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle um 57 Prozent erhöht.

Kardiologe Marco Witkowski forscht seit Jahren an Xylit und warnt, dass die „Süßstoffe nicht unbedingt die harmlose Zuckeralternative sind, für die sie oft gehalten werden.“

Das Süßungsmittel erhöhe die Bildung von Blutgerinnseln, weswegen Witkowski Verbrauchern davon abrät, viel von diesem Süßstoff einzunehmen.

Der Zuckeralkohol Xylit wird als „natürlicher Süßstoff“ beworben, da er in geringen Mengen auch in Obst oder Gemüse vorkommt und vom Körper produziert werden kann. Er ist in seiner Süße ähnlich wie raffinierter Zucker und kommt dabei auf fast nur halb so viel Kalorien.

Außerdem soll Xylit eine karieshemmende Wirkung haben. Daher wird er nicht nur als Zuckeralternative verwendet, sondern findet sich auch häufig unter dem Inhaltsstoff „E 967“ in Zahncremes und Kaugummis. 

Der NDR merkt an, dass Zuckeralternativen zwar Kalorien sparen, aber dafür auch weniger sättigen. Der Heißhunger auf Zucker kann mit Xylit nur bedingt gestillt werden. Insgesamt sei es ratsamer, die Geschmacksknospen an weniger süßes Essen zu gewöhnen, statt auf Zuckeralternativen zurückzugreifen – das empfiehlt auch das Gesundheitsmagazin der AOK.

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