Verkehrssicherheit in Rhauderfehn Neue Symbole auf Fahrradweg nützen nur bedingt
Die neuen Fahrradpiktogramme halten nicht vom „Wildparken“ ab, sagt die Rhauderfehner Politikerin Laura Kruse. Eine andere mögliche Lösung war zu teuer.
Rhauderfehn - Auf dem grauen Asphalt sind die strahlend weißen Symbole gut zu erkennen: Seit rund zwei Wochen säumen 32 Piktogramme, die Fahrräder darstellen, die Westseite der 1. Südwieke in Rhauderfehn. Neben den üblichen blauen Verkehrszeichen weisen sie unmissverständlich darauf hin, das hier ein Radweg ist.
Mit der zusätzlichen Kennzeichnung soll verhindert werden, dass der Radweg als Parkstreifen genutzt wird. Die Symbole sollen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, wünscht sich die Initiatorin der Maßnahme, SPD-Gemeinderätin Laura Kruse.
Rote Farbe war zu teuer
Der ursprüngliche Gedanke der 30-Jährigen, die auch im Leeraner Kreistag sitzt, war es, den Fahrradschutzstreifen auf einer Strecke von 3,3 Kilometern rot einzufärben – ausgehend vom Rathaus Rhauderfehn bis hin zur Papenburger Straße. Auf ihre Initiative hin reichte die Gruppe Ampel + einen entsprechenden Antrag für die Sitzung des Gemeindeausschusses für Tiefbau und Verkehr ein. Dieser und der Verwaltungsausschuss stimmten zu – allerdings einer abgespeckten, weil kostengünstigeren Alternative.
„Laut Verwaltung hätte die Einfärbung 170.000 bis 180.000 Euro gekostet. Es wird eine Spezialfarbe verwendet, die sehr teuer ist. Die Piktogramme haben 8200 Euro gekostet“, sagt Laura Kruse. Sie kennt die Strecke gut. Als junges Mädchen fuhr sie darauf mit dem Fahrrad zur Schule. Schon damals wurde auf dem Radweg gerne geparkt. Um an den abgestellten Autos vorbeizukommen, musste auf die Straße ausgewichen werden, erinnert sich Kruse. Dass sei auch heute noch ein Problem, habe man ihr berichtet. Als Sozialarbeiterin sei sie viel in Kontakt zu jungen Menschen, die sie vor den Gefahren im Straßenverkehr schützen möchte.
Polizei berichtet von vielen Fahrradunfällen
Tatsächlich ist laut Polizeistatistik von 2023 die Benutzung der falschen Fahrbahn Ursache Nummer eins für Fahrradunfälle, berichtet Svenia Temmen, Polizeihauptkommissarin und Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden. „Wenn alle auf der richtigen Seite fahren würden, könnten einige vermieden werden. Dabei geht es nicht nur um Unfälle zwischen Fahrrädern und Kraftfahrzeugen, sondern auch darum, dass ‚Geisterradler‘ auch andere Radfahrende und Fußgänger gefährden.“
Zweithäufigste Unfallursache ist das Radeln unter Alkoholeinfluss. „Das wird immer noch unterschätzt. Auch wenn für Radfahrer weniger strenge Promillegrenzen gelten, sind sie immer noch im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs. Wer merkt, dass er zu viel Alkohol zu sich genommen hat, sollte auch das Fahrrad besser stehen lassen.“ Auf Platz drei der Radunfallstatistik rangiert das Missachten von Vorfahrtsregeln. „Wer als Radfahrer auf eine bevorrechtigte Straße einbiegen möchte oder eine ‚Rechts vor Links‘-Kreuzung passiert, muss sich an die Regeln halten und notfalls anhalten und absteigen.“ Auch fehlerhaftes Abbiegen und zu hohe Geschwindigkeiten verursachen viele Fahrradunfälle, so Temmen.
Noch nicht ausreichend
In punkto Verhinderung von „Wildparken“ haben die Piktogramme an der 1. Südwieke noch nicht den gewünschten Erfolg gezeigt, sagt Laura Kruse: „Es ist schon besser geworden, aber noch nicht ausreichend.“ Sie kann sich auch das Verteilen von Strafzetteln vorstellen. Zudem müssten die Anwohner dafür sensibilisiert werden, dass auf einem Radweg nicht geparkt werden dürfe, so die Gemeinderätin.
Die polizeiliche Statistik deute wohl darauf hin, dass alle, die auf den Straßen unterwegs sind, eine Auffrischung in Verkehrsregeln gut gebrauchen könnten.