Berlin  Wegen Delegationsausschluss von Krah: AfD-Wähler bereuen Stimmabgabe

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 11.06.2024 13:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Maximilian Krah ist einen Tag nach der erfolgreichen Europawahl von der neuen AfD-Delegation ausgeschlossen worden. Foto: dpa/Stefan Puchner
Maximilian Krah ist einen Tag nach der erfolgreichen Europawahl von der neuen AfD-Delegation ausgeschlossen worden. Foto: dpa/Stefan Puchner
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Die AfD hat bei der Europawahl 2024 an großer Zustimmung gewonnen – unter anderem auch wegen Maximilian Krah. Doch wegen Vorwürfen und Fehltritten ist der Spitzenkandidat nicht in die AfD-Delegation aufgenommen worden. Einige Wähler sind über diesen Schritt verärgert.

Nach dem Erfolg der AfD bei der Europawahl 2024 macht sich erster Unmut unter ihren Wählern breit: Weil Spitzenkandidat Maximilian Krah am Montag von der neuen AfD-Delegation für das EU-Parlament ausgeschlossen wurde, fühlen sich einige Parteianhänger nun hintergangen.

Die 15 AfD-Politiker, die in das neue EU-Parlament einziehen dürfen, trafen sich am Tag nach der Wahl zusammen mit der Parteispitze zu einer Sitzung in Berlin, um über den weiteren Umgang von Krah zu diskutieren.

Krah sorgte kurz vor der Wahl mehrfach für Schlagzeilen, unter anderem wegen möglicher Verbindungen zu prorussischen Netzwerken und wegen einer China-Spionageaffäre seines Mitarbeiters. Darüber hinaus fielen umstrittene Äußerungen zur nationalsozialistischen SS, die letztlich zum Ausschluss der AfD aus der rechten ID-Fraktion im vorherigen EU-Parlament führten. Daher entschied die neue Delegation letztlich, den umstrittenen Politiker auszuschließen und sich wieder der ID-Fraktion anzunähern.

Kurz nach der Entscheidung äußerte sich Krah gegenüber mehreren Journalisten und postete sein Statement auf der Kurznachrichten-Plattform X. Dazu schrieb er: „Ich wünsche meinen neu gewählten Abgeordnetenkollegen viel Erfolg bei ihrem Versuch, ohne mich wieder in die ID-Gruppe einzutreten. Ich halte diesen Weg für falsch und ein verheerendes Signal an unsere Wähler, besonders an unsere jungen Wähler.“

Viele AfD-Wähler sehen den Ausschluss des Spitzenkandidaten als falschen Schritt an. Das spiegelt sich in den Kommentarsektionen unter dem Statement und den neuesten Beiträgen der AfD wider. „Warum zerlegt sich jetzt die AfD? Warum habe ich meine Stimme verschenkt, wenn dieses Mobbing dabei herauskommt?“, heißt es unter anderem. „Eine absolute Frechheit, ich habe gestern die AfD gewählt, um Sie im Parlament zu haben und so wird es einem gedankt?“, schreibt ein weiterer Nutzer.

Manch einer sieht die Entscheidung als „stillen Sieg für die Gegner“, andere werfen den Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla Verrat vor und fordern sogar ihren Rücktritt. Kritische Stimmen gegenüber Krah sind aus dem AfD-Lager deutlich seltener zu lesen.

Krah kündigte bereits vor der Entscheidung an, auch außerhalb der Delegation „weiter für diese Partei im Europäischen Parlament laut und erfolgreich zu arbeiten“. Der AfD-Politiker, der im Wahlkampf in den sozialen Medien besonders präsent war, nehme den Erfolg bei den jungen Wählern für sich in Anspruch. Die AfD hat in allen Altersgruppen zugelegt, insbesondere aber bei Wählern im Alter von 16 bis 24 Jahren.

Außerdem hofft er auf eine spätere Aufnahme in die Delegation: „Ich sage Ihnen jetzt schon: Er (der Annäherungsversuch an die ID-Fraktion, Anm. d. Red.) wird scheitern. Danach werden die Karten neu gemischt.“ Weiter sagte Krah, dass es viele neue rechte Parteien im Parlament gebe, die sich für eine Zusammenarbeit anbieten. Eine neue Fraktion sollte sich die AfD im EU-Parlament allerdings nur gemeinsam suchen.

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