EU-Wahl in Ostfriesland AfD ist die Wahlsiegerin
Der Wahlerfolg der Alternative für Deutschland ist eine bundespolitische Abrechnung, meint Chefredakteur Lars Reckermann zum Ergebnis der Europa-Wahl in Ostfriesland.
Ostfriesland ist nach dieser Europawahl weiter nach rechts gerückt. Das ist keine europäische, das ist eine bundespolitische Abrechnung. Wie andernorts auch wurde in Ostfriesland über die Regierung und ihre Politik abgestimmt. Frust, empfundene Bevormundung, Ängste vor allem beim Thema Migration: Die Wahl war eine Ampel-Abrechnung.
Es gibt einen Wahlsieger: die AfD. Sie ist für viele eben doch eine Alternative, ganz gleich, wie sich ihr Spitzenpersonal benimmt. In Südbrookmerland wird sie mit 25,5 % sogar die stärkste Kraft. Der klare Verlierer sind die Grünen. Die SPD hat von dem grünen Desaster nicht profitiert. Auch sie gehört zu den Verlierern. Das Bündnis Sahra Wagenknecht ist der zweite große Gewinner in Ostfriesland (Emden: +7,05%). Leichte Gewinne konnte die Union verbuchen. Vom Ampel-Armutszeugnis konnte die CDU aber nicht profitieren.
Die Stadt Leer, bei der vergangenen EU-Wahl eine grüne Hochburg, fällt stimmenmäßig an die Union. Die Grünen halbieren wie fast überall ihr Ergebnis, die AfD zieht als dritte Kraft an ihnen vorbei. Ähnliches Bild in der Stadt Aurich. Die Union bleibt dort stärkste Kraft. Die Grünen halbieren auch dort ihr Ergebnis, die AfD verdoppelt es. Nicht anders in Emden. Dort behält jedoch die SPD die Spitzenposition.
Das Interesse an Europathemen war immer so lala. Dabei herrscht gerade Krieg in Europa. Wirtschaftlich könnte Europa zwischen China und den USA aufgerieben werden. Ende dieses Jahres könnte Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt werden. Es braucht gerade jetzt ein starkes Europa. Die meisten Wählerinnen und Wähler sehen das zum Glück (noch) ähnlich.
@ Den Autor erreichen Sie unter l.reckermann@zgo.de