Berlin  Zwischen Tüll und Tränen: Frau wartete 20 Jahre auf Antrag – und ist damit nicht alleine

Anna-Lena Lohmann
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Von Anna-Lena Lohmann
| 03.06.2024 12:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Hochzeitstag ist für viele einer der schönsten Tage im Leben. Trotzdem warten immer mehr Menschen mit der Hochzeit ab. Foto: IMAGO / Image Source
Der Hochzeitstag ist für viele einer der schönsten Tage im Leben. Trotzdem warten immer mehr Menschen mit der Hochzeit ab. Foto: IMAGO / Image Source
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In der TV-Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“ durfte sich in der vergangenen Woche Janine ihr Hochzeitskleid aussuchen. Doch auf den Antrag ihres Traummanns musste sie 20 Jahre warten. Wieso Janine damit nicht alleine ist – und mögliche Gründe für eine späte Verlobung.

Für viele Frauen ist das Brautkleid auszusuchen etwas ganz Besonderes. Die Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“ dreht sich genau um diesen besonderen Moment. Einige müssen jedoch lange auf den Tag warten und es werden immer mehr.

Die 37-jährige Janine ist seit 20 Jahren mit ihrem Freund zusammen, doch auf einen Antrag ließ er sie auch genauso lange warten. Sie wollte schon vorher gerne heiraten, wird in der Folge der TV-Sendung erläutert. Aber das Warten hat sich gelohnt und „endlich bekommt Janine die Hochzeit, von der sie schon zwei Jahrzehnte träumt“, so der TV-Sender VOX.

Und Janine ist mit dem Warten nicht alleine. Immer weniger Menschen heiraten in ihren jungen Jahren, das stellt das Statistische Bundesamt heraus. Frauen sind bei der Hochzeit im Durchschnitt 32,6 Jahre alt, Männer schon 35,1 Jahre. Das sei in beiden Fällen ein neuer Höchststand.

Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass viele noch immer davon überzeugt sind, dass einen Heiratsantrag zu machen Männersache ist. Genauso wie Janine, die 20 Jahre gewartet hat, bis ihr Freund sie fragte, denken 84 Prozent. Das zeigt sich in einer Statista-Grafik.

Obwohl also für die Frau eventuell schon früher das Thema Hochzeit im Raum steht, warten die meisten, bis der Mann den Antrag macht.

Außerdem legen Menschen auch Wert darauf, mit ihrem Partner schon lange zusammen zu sein, bevor sie den Bund der Ehe eingehen. In einer Statista-Umfrage sticht heraus, dass knapp 20 Prozent der Paare denken, über acht Jahre Beziehung seien Voraussetzung für eine Verlobung.

Hinzu kommt außerdem noch der Preis für eine Hochzeit. Natürlich können die Kosten variieren und es bleibt jedem selbst überlassen, wie viel Geld er ausgeben möchte. Trotzdem geben die meisten 10.000 bis 20.000 Euro aus, das geht ebenfalls aus einer Statista-Grafik hervor. Bis so viel Geld angespart ist, vergeht meistens auch noch eine gewisse Zeit.

Trotzdem ist Heiraten nicht aus dem Trend. Laut dem Professor Andrew Cherlin sei eine Veränderung in diesem Bereich ganz normal und sogar notwendig.

Die konkreten Gründe für eine späte Hochzeit können im Einzelfall variieren. Fest stehe, dass mit Veränderungen in der Gesellschaft, wie der Karriere der Frau oder Vätern, die zu Hause bleiben, Veränderungen beim Heiraten eine logische Konsequenz wären, so Cherlin.

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