Am Sonntag in Ihlow  Salafisten-Prediger Abul Baraa plante Auftritt in Ostfriesland

| | 01.06.2024 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Salafisten gehören zu den ultrakonservativen Strömungen im Islam. Symbolfoto: DPA
Salafisten gehören zu den ultrakonservativen Strömungen im Islam. Symbolfoto: DPA
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Ein bekannter Salafist, der auch Verbindungen zu ranghohen IS-lern pflegte, sollte in Ostfriesland auftreten. Was wir wissen und was nicht.

Ihlow - Er hat Zehntausende Follower auf Instagram und Youtube – und er wird vom Verfassungsschutz beobachtet: der Salafist Abul Baraa. Am Sonntag, 2. Juni 2024, sollte er in der Gemeinde Ihlow auftreten. Doch daraus wird wohl nichts.

„Al Hamdulillah, endlich auch bei uns“, kommentierte ein Follower die Ankündigung bei Instagram, die Abul Baraa am 31. Mai veröffentlichte. Einen Tag später, gegen Mittag, schrieb der Prediger: „Leider fällt der Vortrag am Sonntag in Aurich aus“. Als Grund gibt Abul Baraa an, dass die Sicherheitsbehörden ein Gespräch mit dem Besitzer des geplanten Veranstaltungsortes geführt hätten.

Wer ist Abul Baraa?

Ahmad Amih ist Palästinenser, nennt sich selbst Abul Baraa und fällt seit einigen Jahren als Prediger der salafistischen Szene in Deutschland auf. Der Verfassungsschutz Baden-Württemberg bezeichnete den Prediger 2022 als „eine Szenegröße des politischen Salafismus“. Abul Baraa wurde demnach 1973 geboren und wuchs im Libanon auf. „Sein Wirken ist eng verbunden mit der 2010 eröffneten „As-Sahaba-Moschee“ in Berlin-Wedding, die sich schnell zu einem Anlaufpunkt der salafistischen Szene entwickelte. Bis zur Schließung 2020 war er dort Imam“, so der Verfassungsschutz Baden-Württemberg. Abul Baraa unterhielt zumindest in der Vergangenheit Kontakte zu ranghohen deutschen Mitgliedern des „Islamischen Staats“.

Auch der Verfassungsschutz Niedersachsen kennt den Prediger, denn seit „Anfang 2020 ist Abul Baraa verstärkt in der Moschee der ‚Deutschsprachigen Muslimischen Gemeinde‘ (DMG) in Braunschweig aktiv“. Zu den Vorträgen von Abul Baraa, die dieser auch im Internet verbreitet, schreiben die niedersächsischen Verfassungsschützer: „Die Vorträge von Abul Baraa enthalten klassische Elemente des Salafismus wie die Erhebung salafistischer Muslime über alle anderen Menschen sowie die klare Trennung zwischen Gläubigen und Ungläubigen.“ Abul Baraa rufe die „wahren Gläubigen“ dazu auf, „die Mehrheitsgesellschaft abzulehnen und sich in einer salafistischen Parallelwelt abzuschotten. Durch die Vortragsveranstaltungen mit Abul Baraa festigt die DMG Braunschweig ihre Rolle als überregional bedeutender Anlaufpunkt der salafistischen Szene.“

Wie ist die Verbindung des Salafisten nach Ostfriesland?

Wie es dazu gekommen ist, dass der Salafisten-Prediger in Ostfriesland auftreten sollte, ist bislang unbekannt. Die Polizei konnte am Samstag nicht bestätigen, dass es ein Gespräch mit dem Betreiber des Veranstaltungsortes gegeben habe. Der Betreiber wollte sich am Samstag gegenüber dieser Zeitung auf Nachfrage dieser Zeitung nicht offiziell äußern.

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