Berlin Obst mit Zucker und Schwefel: Wie ungesund sind Trockenfrüchte?
Getrocknete Aprikosen, Datteln, Rosinen und Obst-Chips: Trockenobst gibt es in den verschiedensten Varianten. Sie schmecken süß und liefern Energie. Sind sie denn gesünder als Süßigkeiten?
Ob pur, im Müsli, oder als Orangeat im Kuchen – Trockenfrüchte versüßen den Alltag. Sie sind lange haltbar und reich an Ballaststoffen. Auf ihre Inhaltsstoffe und Nährwerte sollte dennoch geachtet werden.
Getrockneten Früchten wird meist industriell Wasser entzogen. Die Mineral- und Ballaststoffe bleiben durch den Prozess in hoher Konzentration erhalten. Darunter auch der fruchteigene Zucker. Das mache die Trockenfrüchte so „intensiv und süß“, schreibt die Verbraucherzentrale.
Früchte in ihrer frischen Form enthielten zwar genauso viel Zucker wie die getrockneten Varianten, aber deutlich mehr Wasser. Das trage dazu bei, dass frisches Obst schneller sättige, erläutert das Verbrauchermagazin „Ökotest“. Folglich müsste von den getrockneten Sorten mehr gegessen werden, um davon satt zu werden. Aus diesem Grund konsumieren Sie bei der gleichen Menge Trockenobst mehr Kalorien als bei frischen Früchten.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher nicht mehr als eine Handvoll Trockenfrüchte am Tag. Vor allem Kinder sollten nicht viele Trockenobst-Fruchtriegel essen – diese haben teilweise fast so viel Zucker wie Schokolade.
Industriell hergestelltes Trockenobst wird zudem vor dem Trocknen meist mit Schwefeldioxid behandelt, damit es nicht nachdunkelt. Empfindliche Menschen können mit Kopfschmerzen, Übelkeit, und Durchfall sowie Asthmaanfällen und allergischen Reaktionen darauf reagieren. Auch bei Neurodermitis könne die Einnahme von Schwefel bedenklich sein, schreibt die Verbraucherzentrale.
Menschen mit Diabetes mellitus sollten nicht mehr als eine Handvoll Trockenobst täglich essen, rät auch die Krankenkasse AOK. Außerdem begünstige der Fruchtzucker hohe Harnsäurewerte, weswegen sie Menschen mit Gicht davon abraten.
Zu viel Trockenobst kann insgesamt aufgrund der vielen Ballaststoffe abführend wirken und zu Blähungen führen, merkt die Krankenkasse an.
Bei gefriergetrockneten Früchten werden diese direkt nach der Ernte schockgefroren und in einem Vakuum versiegelt. Dieser Vorgang gilt als schonender für die Inhaltsstoffe.
Laut Ökotest sollten Sie Trockenfrüchte immer ohne Zucker-Zusatz („ungesüßt“) kaufen, da sie von Natur aus schon süß genug schmecken und viel Zucker enthalten.
Ungeöffnet sei das Trockenobst bei kühler Lagerung etwa ein Jahr lang haltbar, erklärt Lebensmittelexpertin Katharina Holthausen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Wenn älteres Trockenobst alkoholisch riecht, ist es wahrscheinlich fermentiert und sollte entsorgt werden.