Shanghai Jade-Weser-Port: Die Chinesen wollen in Wilhelmshaven investieren
Die chinesische Reederei Cosco will am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven investieren. Auf seiner Chinareise führte Ministerpräsident Stephan Weil dazu jetzt Gespräche mit dem Staatskonzern. Auch an einem anderen Hafen im Nordwesten ist Cosco interessiert.
Der chinesische Staatskonzern Cosco Shipping plant, seine Präsenz am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven auszubauen. In einem Gespräch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) in Shanghai erklärte der Vorstandschef der Frachtreederei, Zhou Bixin, von besonderem Interesse sei die Erweiterung der Infrastruktur durch entsprechende Flächen und Immobilien. Zugleich drängte er auf eine bessere Anbindung des Wilhelmshavener Tiefwasserhafens an das Hinterland.
„Das Gespräch verlief sehr freundlich und beinhaltete substanzielle Investitionsbereitschaft des chinesischen Partners“, sagte Weil nach dem Treffen in der Cosco-Zentrale in Shanghai. Das Vorhaben werde nun auf Arbeitsebene vorangetrieben.
Infrage kommen dem Vernehmen nach zwei Varianten: Der Kauf von Flächen außerhalb des Hafengeländes und die Errichtung eigener Gebäude oder die Pacht von Grundstücken innerhalb des Jade-Weser-Ports mit anschließenden Baumaßnahmen der Chinesen.
„Wir sind sicher, dass der Hafen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter an Bedeutung gewinnen wird“, sagte Weil. Über eine Veräußerung von Anteilen an die Chinesen sei nicht gesprochen worden. Hingegen zählt es zum Ziel der Betreibergesellschaft Eurogate, eine zweite Linie für das China-Geschäft nach Wilhelmshaven zu lotsen.
Der Cosco-Chef erkundigte sich ebenfalls nach Nutzungsmöglichkeit des Hafens in Brake an der Unterweser. Dort wird insbesondere Schüttgut für den Agrarsektor verladen.
Cosco Shipping zählt zu den fünf größten Reedereien der Welt. Das Unternehmen wurde in Deutschland zuletzt dadurch bekannt, dass ein Tochterunternehmen bei einem Hamburger Hafen-Terminal als Betreiber einstieg.
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