Osnabrück  Osnabrücks neuer Bischof: Was bedeutet die Entscheidung des Papstes?

Dr. Philipp Ebert
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Von Dr. Philipp Ebert
| 28.05.2024 16:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dominicus Meier wird Nachfolger von Franz-Josef Bode als Bischof von Osnabrück. Am Dienstag wurde im Dom der neue Bischof für das Bistum Osnabrück vorgestellt. Foto: Michael Gründel
Dominicus Meier wird Nachfolger von Franz-Josef Bode als Bischof von Osnabrück. Am Dienstag wurde im Dom der neue Bischof für das Bistum Osnabrück vorgestellt. Foto: Michael Gründel
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Das Verhältnis zwischen den deutschen katholischen Bischöfen und dem Vatikan ist angespannt. Jetzt hat Papst Franziskus den Benediktiner Dominicus Meier zum Bischof von Osnabrück ernannt. Das kann ein Zeichen der Entspannung sein – aus diesen drei Gründen.

Die Alpen schienen in der Kommunikation zwischen deutschen Katholiken und dem Vatikan zuletzt ein kaum überwindbares Hindernis zu sein. Es gab fast nur noch Spannungen, Vorwürfe und harsche Interventionen: Gesprächsangebote aus Deutschland blieben unbeantwortet und wenn man sich doch traf, verstanden sich deutsche Bischöfe und vatikanische Kardinäle nicht. Manches davon, sagen Beobachter, hat mit mangelndem diplomatischen Geschick an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz zu tun.

Zwar wird der neue Osnabrücker Bischof Dominicus „nur“ Hirte von gut 500.000 Katholiken in Deutschlands Nordwesten. Gleichwohl gibt es drei Gründe, die dafür sprechen, dass seine Ernennung durch Papst Franziskus Teil einer Entspannung zwischen Deutschland und dem Vatikan sein kann. Erstens ist Dominicus Meier Benediktiner. Papst Franziskus schätzt Ordensleute – kein Wunder, der Pontifex ist selbst Jesuit. Man darf hoffen, dass Dominicus beim Papst auf ein offenes Ohr trifft und bestenfalls sogar Brücken bauen kann.

Zweitens war befürchtet worden, Rom würde mit sehr konservativen Bischofsernennungen auf die Anträge des Reformprojektes „Synodaler Weg“ reagieren. Doch das hat sich nicht bewahrheitet. Der Vatikan hat klugerweise darauf verzichtet, die nach Reformen hungernden Katholiken mit dieser Bischofsernennung vor den Kopf zu stoßen. Bischof Dominicus hat beim „Synodalen Weg“ vielen Reformpapieren zugestimmt – ohne sich als progressiver Eiferer hervorzutun.

Drittens ist Dominicus als ehemaliger Kirchenrechts-Professor seit 2021 Mitglied eines päpstlichen Gerichts, was ihn regelmäßig nach Rom führen dürfte. Er sollte daher wissen, an welcher Stelle im Vatikan man sein Lied mit welcher Melodie vorsingen muss, um Gehör zu finden.

Vor allem aber muss es Bischof Dominicus gelingen, in seinem Bistum die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt konsequent voranzutreiben, das Vertrauen in die Institution Kirche zu stärken oder neu aufzubauen und den Bistumshaushalt zu konsolidieren. Kein einfacher Job.

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