Auszeichnung für Azubis  Rhauderfehntjer Wilko Plümer erhält IHK-Bestenehrung

Clarissa Scherzer
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Von Clarissa Scherzer
| 27.05.2024 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In diesem Produktionsschritt kommt die Entwicklung von Wilko Plümer zum Einsatz. Foto: Scherzer
In diesem Produktionsschritt kommt die Entwicklung von Wilko Plümer zum Einsatz. Foto: Scherzer
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Wilko Plümer gehört zu den 22 Azubis, die von der IHK Ostfriesland und Papenburg als beste Fach- und zukünftige Führungskräfte geehrt wurden. Der Fehntjer hat schon große Zukunftspläne.

Rhauderfehn/Papenburg - Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) ehrte Mitte April 22 Azubis als beste Fach- und zukünftige Führungskräfte. Der 20-jährige Wilko Plümer aus Rhauderfehn ist einer davon. Er absolvierte seine Ausbildung bei der Firma KS Gleitlager GmbH Werk Papenburg und wurde übernommen. Auf seinen Erfolg ruht sich der begeisterte Handwerker jedoch nicht aus. Für seine berufliche Zukunft hat er bereits Pläne.

„Nach der Schule wusste ich, ich will ins Handwerk gehen. Die Frage war, ob eher Handwerk oder Industrie. Die Jobbeschreibung eines Werkzeugmechanikers hat mir sehr gut gefallen“, berichtet Wilko Plümer. Er bewarb sich online über das Rheinmetall-Portal „Fang einfach an“ auf eine entsprechende Anzeige des Unternehmens KS Gleitlager GmbH Werk Papenburg. Die guten Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens sowie Jobsicherheit seien ausschlaggebend für seine Wahl gewesen.

Lob vom Ausbilder

Die KS Gleitlager GmbH Werk Papenburg ist ein Spezialist für hochpräzise Gleitelemente und zählt zu den weltweit führenden Anbietern für Motoren- und Trockengleitlager. Das Unternehmen mit circa 450 Beschäftigten bildet unter anderem über den Dualen Weg aus. Zunächst besuchen die Azubis im ersten Jahrgang die Berufsfachschule. Im zweiten Ausbildungsjahr starten sie im Betrieb. „Wilko Plümer ist die ganze Ausbildung so durchgelaufen. Er hat eigenständig und sehr gut gearbeitet. Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, betont Michael Dreyer, Prozessverantwortlicher für technisch-gewerbliche Ausbildung. Auch Plümer ist mit seiner Unternehmenswahl zufrieden: „Es war eine Entscheidung, die ich wieder treffen würde. Wenn man in der Schule ist, weiß man nicht, was eine Ausbildung ist. Es hat mir sehr gut gefallen und meine Erwartungen übertroffen.“

Wilko Plümer entwickelte ein Wechselteil für einen Standschnitt, das bisher aufgrund von Verschleiß einer Komponente komplett entsorgt wurde. Foto: Scherzer
Wilko Plümer entwickelte ein Wechselteil für einen Standschnitt, das bisher aufgrund von Verschleiß einer Komponente komplett entsorgt wurde. Foto: Scherzer

Das Highlight seiner Ausbildung sei für ihn das Projekt für die Abschlussprüfung gewesen, die sich aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammensetzt. „Es ist ein eigenes Projekt, das mit den Vorgesetzten ausgewählt wird. Die Azubis müssen sich dann selber darum kümmern. Das Projekt bleibt in der Firma und man kann es nutzen“, sagt Dreyer und ergänzt: „Vom ersten Bleistiftstrich bis zum Abschluss koordinieren die Azubis alles. Sie können sich auch Unterstützung aus anderen Bereichen holen.“ Insgesamt 18 Stunden kann am Abschlussprojekt gebaut werden. Dann ist Abgabe.

Versuchsprojekt wird im Unternehmen eingesetzt

Innerhalb der vorgegebenen Zeit entwickelte Wilko Plümer ein Wechselteil für einen Stanzschnitt, das bisher aufgrund von Verschleiß einer Komponente komplett entsorgt wurde. „Das Teil benötigt man beim Stanzen von Platinen für Lagerschalen. Es war ein Versuchsprojekt. Wir setzen das bei allen Werkzeugen zukünftig ein“, freut sich der Azubibeauftragte. Dem Unternehmen spare das Ressourcen und Kosten ein.

Als Plümer nach bestandener Prüfung das Schreiben von der IHK mit der Bestenehrung in den Händen hielt, sei er sehr überrascht gewesen. „Ich wusste gar nicht, dass es das überhaupt gibt. Es kam unerwartet. Meine Familie war stolz. Es ist ja auch eine schöne Sache an sich“, sagt der frisch ausgezeichnete Absolvent.

Die IHK verleiht auch den Ausbildungsbetrieben der Besten 22 Azubis Urkunden. Foto: Scherzer
Die IHK verleiht auch den Ausbildungsbetrieben der Besten 22 Azubis Urkunden. Foto: Scherzer

Auszeichnung als beste Fachkräfte

Plümer ist einer von insgesamt 22 Azubis, die ihre Ausbildung mit Note 1 bestanden und dafür von der IHK für Ostfriesland und Papenburg im Hotel Faldernpoort in Emden als beste Fachkräfte feierlich ausgezeichnet wurden. Im Unternehmen gebe es in allen Abteilungen Lernbegleiter, die die Azubis unterstützen. Das klappe sehr gut. Während der Ausbildung werden Lernziele festgehalten und gegenseitige Beurteilungen abgegeben, so Michael Dreyer.

Nach Ausbildungsabschluss übernahm das Unternehmen ihren ausgezeichneten Azubi Wilko Plümer. Da ihm der Werkzeugbau liege, bleibe er erst einmal dort, so Dreyer. Man habe einen sehr hohen Altersdurchschnitt. Da sei klar gewesen, dass man ihm eine gute Stelle habe anbieten können. Für seine Zukunft hat Wilko Plümer auch schon Pläne: „Ab Sommer möchte ich eine Fortbildung machen zum Feinwerkmechanikermeister. Diese dauert zwei Jahre an der Abendschule.“

Zum Thema Fachkräftemangel im Handwerk hat der Ausbildungsverantwortliche eine klare Meinung. Dass so wenig Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung anstreben, liege daran, dass ihnen zuhause handwerkliches Arbeiten nicht vorgelebt werde. „Ich glaube nicht, dass sie es nicht wollen, sondern dass sie es einfach nicht kennen. Wenn der Vater das Rad nicht selber flickt, sondern es zum Reparieren abgibt, lernen sie es nicht kennen. Ich glaube, wenn man sie in ein Praktikum bekommt, wären viele begeistert“, findet Dreyer.

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