Kolumne „Für die Ehre“  Wenn ein „Danke“ unter die Haut geht

Manuel Goldenstein
|
Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 25.05.2024 09:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
Manuel Goldenstein
Artikel teilen:

Wenn sich Angehörige bedanken, ist das für Pflege- und Einsatzkräfte ein besonderer Moment. Das erlebte unser Kolumnist kürzlich in seinem Berufsalltag.

In meiner beruflichen Laufbahn hatte ich bereits diverse Erlebnisse, doch nun gab es eines, was mir als Pfleger wie auch als freiwilliger Feuerwehrmann noch nicht untergekommen ist. Ein schwer erkrankter Mann ist auf der Station verstorben. Seine Frau kümmerte sich stetig und rührend um ihn, jedoch auch mit dem klaren Gedanken, dass er nicht mehr lange unter uns weilen wird.

Zur Person

Manuel Goldenstein, geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet als Pfleger im Klinikum Emden. Er ist aber auch leidenschaftlicher Feuerwehrmann.

Gerne habe ich mich um den Sterbenden und auch um seine Gattin gekümmert, denn die Menschen drumherum dürfen nicht vergessen werden. Er verstarb außerhalb meiner Dienstzeit. Ich bedauerte es schon etwas, weil ich ihm gerne die letzte Ehre erwiesen hätte. Seine wirklich nette Ehefrau würde ich also auch nicht mehr sehen.

Nun hatte ich einige Tage später eher von der Station gehen können. Da kam mir in diesem Moment die Gattin des Verstorbenen entgegen. Sie bedankte sich für unsere Arbeit und freute sich darüber, sich noch einige Minuten mit meinen Kollegen und mir unterhalten zu können.

Beeindruckt hat mich dann die Aussage, dass sie der Feuerwehr so dankbar sei. Ich verstand es zunächst nicht, doch sie erzählte weiter. Die Feuerwehr habe ihren großen und kräftigen Mann mehrfach mit der Drehleiter aus der Wohnung hinaus und auch wieder hineinbringen müssen. Alle seien sehr freundlich und geduldig gewesen. Sie wüsste gar nicht, wie sie danken solle. Sie habe sich bereits bei der Kinderfeuerwehr erkenntlich gezeigt.

Mir gingen die Worte unter die Haut. Sie bedankte sich in Wirklichkeit bei allen Einsatzkräften, die ihre Zeit und Kraft geben, um anderen zu Helfen. Ein einfaches „Danke“ reicht uns Feuerwehrangehörigen von unseren Bürgern – wie auch den Pflegekräften. Wichtig ist, dass dieses „Danke“ ehrlich gemeint ist, so wie bei der nun verwitweten Angehörigen meines Patienten.

Einfache Ehrlichkeit, die unter die Haut geht. Dafür sage ich Danke! Und ich darf sicherlich auch im Namen aller Freiwilligen im Blaulichtmilieu danken. Ein gutes Gefühl.

Kontakt: kolumne@zgo.de

Ähnliche Artikel