Zwischen Ostfriesland und Emsland Wann enden die Staus an der Meyer-Werft?
Lange Staus führen zeitweise an der Meyer-Werft entlang. Vor der Emsbrücke regelt eine Ampel den einseitigen Verkehr. Wann hat das ein Ende?
Halte - Stop-and-go oder Stillstand: Besonders wenn der Berufsverkehr rollt, braucht man auf der Rheiderlandstraße derzeit Geduld. Der Verkehr wird mit einer Ampel einspurig über die Emsbrücke nah der Meyer-Werft geleitet. Tempolimit 30. Ende Mai 2023 – also vor rund einem Jahr – starteten die Arbeiten an der Brücke, die den Verkehr einschränkten. Das Bauwerk muss saniert werden. Eigentlich hätten die Arbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2024 fertig sein sollen. Daraus wird nichts.
Voraussichtlich Mitte 2025 werden die Arbeiten beendet sein, teilt Anja Rohde, Sprecherin des Landkreises Emsland mit. Die Brücke befindet sich auf der Grenze des Kreises Emsland und des Kreises Leer.
Welche Arbeiten an der Emsbrücke sind erledigt?
Autofahrer werden sich also noch länger gedulden müssen. Dabei laufen die Maßnahmen schon eine ganze Weile: seit September 2022. Die ersten Arbeiten fanden unterhalb der Vorlandbrücken beziehungsweise innerhalb der Hohlkästen statt, wie auf der Internetseite bei der Stadt Papenburg zu lesen ist. Diese Arbeiten konnte man ohne große Einschränkungen für den Verkehr durchführen.
Ampel und Tempolimit gibt es nun seit Mai 2023, also rund einem Jahr. Seit Beginn der Arbeiten wurde schon einiges geschafft: Der Beton an den Vorlandbrücken sei instand gesetzt, erklärt die Kreissprecherin.
Was muss an der Emsbrücke noch erledigt werden?
„Die Arbeiten an der Strombrücke unterhalb der Brücke werden im Juni 2024 abgeschlossen sein“, kündigt sie an. Das heißt, Korrosionsschutzarbeiten und die Instandsetzung des Stahlbaus. Anschließend soll es mit den Arbeiten an der Strombrücke oberhalb weitergehen. Auch da geht es um Korrosionsschutz, aber auch um die Erneuerung von Fugen und Belag. Außerdem müsse die Entwässerung erneuert werden, so Rohde. All das dauere voraussichtlich bis Mitte 2025.
Gibt es noch Vollsperrungen nah der Meyer-Werft?
Besonders kniffelig wird es für die Verkehrsteilnehmer, wenn die Brücke, die das Rheiderland und das Emsland verbindet, voll gesperrt wird. Der Berufsverkehr müsste aller Voraussicht nach weit umgeleitet werden. Und eine Sperrung ist nicht ausgeschlossen. „Für das Aufbauen beziehungsweise Umsetzen der Gerüste auf der Strombrücke oben sind kurzzeitige Vollsperrungen möglich“, so Sprecherin Rohde. „Ansonsten bleibt es bei den weiteren Arbeiten bei der halbseitigen Sperrung mit Lichtsignalanlage.“
Wie lange hält die Brücke denn noch?
Trotz der Arbeiten und Sanierungen scheinen die Tage der Emsbrücke gezählt. Sollte die Sanierung tatsächlich 2025 abgeschlossen sein, wird die Brücke wohl dennoch keine zehn Jahre mehr haben. Denn: „Bis zum Jahr 2035 soll der Neubau abgeschlossen sein“, teilt die Sprecherin des Kreises Emsland mit.
Weiterer Brocken: Was passiert mit der Rheiderlandstraße selbst?
Die Arbeiten an der Emsbrücke sind nicht das einzige Projekt, das den Verkehr zwischen den beiden Landkreisen beeinflusst. Auch die Rheiderlandstraße (K158) selbst wird bald zur Baustelle. Vorgesehen ist, die neue Kreisstraße auf einem Teilstück von rund 3,4 Kilometern zwischen Papenburg und der Emsbrücke südwestlich der vorhandenen Trasse der K158 zu verlegen. Sie wird eine Breite von acht Metern aufweisen. Ein Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern wird ebenfalls angelegt.
Die Verlegung der Rheiderlandstraße war laut Landkreis Emsland notwendig geworden, um die Verkehrsverhältnisse zu verbessern. Die Planungen berücksichtigen auch die gewerbliche Weiterentwicklung des Gesamtsystems Hafen mit der Meyer Werft und dem Seehafen am Bokeler Bogen. Die Kosten für die Verlegung der Rheiderlandstraße betragen rund 28 Millionen Euro. Die Maßnahme wird durch das Land Niedersachsen mit 60 Prozent, etwa 17 Millionen Euro, gefördert. Die verbleibenden Baukosten werden jeweils zur Hälfte von dem Landkreis Emsland und der Stadt Papenburg getragen.
Wie weit ist man in Sachen Verlegung der Rheiderlandstraße?
Es hat sich schon einiges getan: Archäologische Untersuchungen und die Kampfmittelerkundungen habe es nach Angaben von Kreissprecherin Rohde schon gegeben. Die archäologischen Ergebnisse beschränkten sich hauptsächlich auf Bereiche auf Höhe des Logistikzentrums. Dort wurden Spuren von Pfahlbauten festgestellt. In zwei Bereichen der Neubaustrecke sind während des Baus noch weitere Kampfmittelerkundungen nötig.
Bäume wurden gefällt: Im Bahntrassenbereich und entlang des Bokeler Torfweges musste die Vegetation weichen. Rund 1000 Bäume schätzte Rohde im vergangenen November. „Weitere Baumfällarbeiten in der neuen Straßenbautrasse der Rheiderlandstraße erfolgen ab Oktober 2024“, sagt sie. Aktuell werden die Bahnstromleitung erdverlegt. Hierfür werden die Ableitgerüste aufgestellt. „Ab voraussichtlich Juni dieses Jahres werden die ersten Arbeiten auf der nördlichen Seite der Bahnstrecke im Bereich des neuen Brückenbauwerkes durchgeführt. Damit schweres Gerät zur Baustelle transportiert werden kann, wird hierzu unter anderem der Torfweg als Baustraße Nord ertüchtigt.“ Ab Anfang Juni 2024 werde der Torfweg beidseitig des Bahnbrückenbauwerkes für die gesamte Bauzeit für den Verkehr gesperrt werden.