Fehlende Kita-Plätze  In Scharrel wird Druck aus dem Kessel genommen

Hans Passmann
|
Von Hans Passmann
| 28.05.2024 12:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Leiterin der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ in Scharrel, Erzieherin Anni Eikens, und der Vorsitzende des Bauausschusses der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland, Georg Pugge, freuen sich über den Ausbau des Obergeschosses im Scharreler Kindergarten. Foto: Passmann
Die Leiterin der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ in Scharrel, Erzieherin Anni Eikens, und der Vorsitzende des Bauausschusses der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland, Georg Pugge, freuen sich über den Ausbau des Obergeschosses im Scharreler Kindergarten. Foto: Passmann
Artikel teilen:

Vergangenes Jahr hatten sich junge Eltern aus Scharrel an die Politik gewandt wegen fehlender Betreuungsplätze für ihre Kinder. Jetzt gibt es eine Lösung, die das Problem zumindest lindert.

Scharrel – Mit Hochdruck laufen die Arbeiten zum Ausbau des Obergeschosses in der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ an der Hauptstraße in Scharrel. Träger der Einrichtung ist die katholische Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland. „Wenn alles weiter nach Plan läuft, dann können die dringend benötigten Räumlichkeiten ab dem Monat August genutzt werden“, sagt der Vorsitzende des Bauausschusses, Georg Pugge.

Kurz nach den Osterferien seien die Baumaßnahmen angelaufen und es sei zügig gearbeitet worden. Erste Planungen für die Erweiterung gab es schon 2023. Während der Bauphase ist es möglich, dass der Betrieb in der Kita weiter laufen kann. „Unser Team hat das alles mitgetragen. Das ist nicht selbstverständlich“, freute sich die Leiterin Anni Eikens. Zudem hätten auch Eltern Eigeninitiative beim Ausräumen des Obergeschosses gezeigt.

Unterm Dach entsteht neuer Gruppenraum

Bislang wurde das Obergeschoss des Gebäudes an der Hauptstraße 274 als Bauraum und Bücherei genutzt. „Das wird sich ändern. Es entsteht dort ein Gruppenraum für 20 Kinder“, freut sich die Leiterin schon auf die baldige Nutzung der Räume. Neben neuen sanitären Anlagen gibt es einen Wickelraum für die Kleinsten. „Das ist besonders wichtig“, sagt Eikens.

Durch die neue Nutzung des Obergeschosses können zehn weitere, dringend benötigte Plätze in der Einrichtung geschaffen werden. „Alle Plätze sind bereits weg, und wir haben eine Warteliste“, sagt Eikens und betont gleichzeitig, dass sich die Eltern aus Scharrel von der Vorstellung verabschieden müssten, dass ihre Kinder auf jeden Fall einen Platz im hiesigen Kindergarten bekommen. Man müsse sich auch nach anderen Einrichtungen umsehen.

Mehr als 92 Kinder sollen es nicht werden

„Der neue Gruppenraum soll in das pädagogische Konzept der Kita mit eingebunden werden. Insgesamt gibt es dann im Scharreler Kindergarten vier Gruppenräume und eine Kinderkrippe. „Mehr sollten es auch nicht sein“ so Eikens. Derzeit besuchen 92 Mädchen und Jungen die Einrichtung. Sie werden von 15 Erzieherinnen betreut.

Mit dem Personal komme man auch aus, so die Erzieherin. „Die Baukosten betragen rund 163.000 Euro und werden von der Gemeinde Saterland getragen. Vom Bischöflichen Offizialat Vechta gibt einen Zuschuss von zehn Prozent zu den Baukosten.

Es gab eine Bürgerversammlung

Im vergangenen Jahr waren Scharreler Eltern verstärkt in Sorge um die fehlenden Kita-Plätze vor Ort. Sie hatten ihrem Unmut öffentlich Luft gemacht. Zu Beginn des Kindergartenjahres im August 2023 gab es in Scharrel 30 Plätze zu wenig. Durch die Schaffung der zehn neuen Plätze ist jetzt ein wenig Druck aus dem Kessel genommen worden bei den Eltern.

Eine Gruppe von Eltern hatten die fehlenden Plätze bereits im vergangenen Jahr zum Anlass genommen und sich an Saterlands Bürgermeister Thomas Otto und die politischen Gremien gewandt. Dazu hatte der Sprecher der Elterngruppe Andre Benkens eine Bürgerversammlung anberaumt.

Beim Müllerhaus ist die Kommune am Ball

Verwaltungschef Otto hatte in den Sitzungen des Rates und des Ausschusses für Jugend, Familie und Vorsorge immer wieder betont, dass die Gemeinde nach Lösungen suche. Mit dem Ausbau des Obergeschosses im Kindergartengebäude dürfte nun ein wenig Ruhe einkehren, obwohl immer noch Plätze fehlen. Weitere Kita-Plätze könnten im Müllerhaus entstehen. Hier ist die Kommune am Ball.

Ähnliche Artikel