Berlin  Sozialverband SoVD zu Rentenplänen: Lindner und Schnitzer, ab zur Sozialberatung!

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 24.05.2024 01:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundesfinanzminister Christian Lindner steht in der Kritik des Sozialverbandes SoVD. Foto: dpa/Soeren Stache
Bundesfinanzminister Christian Lindner steht in der Kritik des Sozialverbandes SoVD. Foto: dpa/Soeren Stache
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Die Kontroverse um die Reformvorschläge der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer geht weiter. Nun attestiert der Sozialverband SoVD ihr Realitätsferne. Und auch Bundesfinanzminister Christian Lindner wird kritisiert.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht Nachhilfebedarf beim Thema Rente für Finanzminister Christian Lindner und Wirtschaftsweise Monika Schnitzer. Die Rentenpläne von Lindners Partei FDP und der Chefin der Wirtschaftsweisen seien lebensfern und „zeugten von mangelndem Respekt vor der Lebensleistung der Generation, die unter anderem die wirtschaftliche Stärke Deutschlands erarbeitet hat“, teilte Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier unserer Redaktion mit.

Sie sprach in dem Kontext eine Einladung aus: „Ich lade sowohl die Wirtschaftsweise Frau Schnitzer als auch Christian Lindner und seine Parteifreunde ein, sich in unserer Sozialberatung ein Bild von der Lebenswirklichkeit der Menschen zu machen“.

„Wir können es uns nicht leisten, einfach die Renten weiter so steigen zu lassen wie bisher“, hatte Schnitzer am Wochenende in einem Medienbericht geäußert. Sie hatte in diesem Zusammenhang, wie zuvor auch die FDP, Reformen bei der „Rente mit 63“ gefordert. Dieses Modell ermöglicht es, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei zwei Jahre früher in Rente zu gehen.

Das könne man sich nicht mehr leisten, finden die Liberalen und fordern, das Modell abzuschaffen. Schnitzer forderte, das Modell auf Geringverdiener zu beschränken. Zudem sollten Rentenerhöhungen ihrer Meinung nach an die Inflation statt an das Lohnniveau gekoppelt werden. Das würde bedeuten, dass die Renten im Normalfall weniger stark steigen als bisher, weil die Löhne in Deutschland meist schneller steigen als die Inflation.

Laut Engelmeier ist jedoch genau die Kopplung an die Löhne ein wichtiges Element der Existenzsicherung im Alter. „Dies gerade in diesen für viele so unsicheren Krisenzeiten infrage zu stellen, lässt die notwendige Sensibilität für die Situation vieler Menschen vermissen“, kritisiert die Verbandschefin.

Der SoVD sprach sich für höhere Ansprüche aus, um dafür zu sorgen, „dass die Menschen im Alter über ausreichend hohe Renten verfügen“. Dafür müsse man „Wege finden, um insbesondere die Vermögenden an der Finanzierung zu beteiligen. Denn meist beruht der Reichtum der einen auf dem Elend der anderen.“

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