Geballte Kontrolle Hundezählung in Hesel zeigt erste Erfolge
Bei der Hundezählung in der Samtgemeinde Hesel gibt es schon Ergebnisse. Insgesamt mehr als 200 Hunde waren vorher nicht angemeldet.
Hesel - Die Aktion hatte für Aufsehen gesorgt: Die Samtgemeinde Hesel schickte Kontrolleure los, die nicht angemeldete Hunde aufspüren sollen. Die Zählung ist noch nicht zu Ende, sondern läuft noch mindestens bis Ende Mai. Aber der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin kann schon von ersten Ergebnissen berichten. Die zeigen, dass die Zählung durchaus berechtigt ist.
Denn schon nachdem diese Zeitung und in der Folge auch Rundfunksender über die beabsichtigte Zählung berichtet hatten, meldeten Einwohner der Samtgemeinde Hunde nach, die bisher ohne Steuermarke durchs Leben liefen. „In der Zeit zwischen dem 22. Februar und dem Beginn der Aktion Anfang Mai wurden bei der Verwaltung 142 Hunde angemeldet“, so Duin. Diese Mitmenschen, so vermutet er, wollten den Kontrolleuren der beauftragten Firma Springer zuvorkommen.
Säumige Hundehalter zahlen Aufschlag
Doch das Ordnungsamt der Samtgemeinde schaute bei diesen „spontanen“ Anmeldungen genauer hin und ließ sich laut Duin Nachweise wie Impfpässe, Tierarztunterlagen und ähnliches zeigen. Damit sollte festgestellt werden, wie lange die Hunde bereits in den jeweiligen Haushalten lebten. Tatsächlich stellte sich dabei heraus, dass nur 46 Hunde erst in diesem Jahr angeschafft wurden – 96 dagegen schon längere Zeit gehalten wurden. Entsprechend habe die Samtgemeinde eine Nachzahlung der fraglichen Hundesteuer verlangt.
Außerdem wurde bei den säumigen Hundehaltern laut Joachim Duin für die Jahre, in denen das Tier nicht angemeldet war, ein Aufschlag von zehn Prozent erhoben. Bei einer jährlichen Hundesteuer von 48 Euro für den ersten Hund seien das nicht einmal fünf Euro: „Das ist wohl für die Halter zu verschmerzen“, so der Erste Samtgemeinderat. Es gehe bei der Aktion ausdrücklich nicht darum, die Einnahmen der Samtgemeinde aufzubessern, sondern um die Gerechtigkeit gegenüber Hundehaltern, die für ihre Vierbeiner ordnungsgemäß Steuern zahlen.
Daten laufen direkt im Rathaus Hesel ein
Für Hundehalter, die ablehnten, Dokumente zu dem Hund vorzulegen, wurde übrigens durchgegriffen. „Wenn die Personen nicht mitwirken, dann werden wir pauschal eine Haltungsdauer von zehn Jahren annehmen“, sagt Duin. Allerdings seien das Ausnahmen. Seit die Firma Springer ab Anfang Mai an den Haustüren klingelte und sich nach Hunden erkundige, wurden weitere unangemeldete Tiere entdeckt.
Joachim Duin erklärt, dass die Mitarbeiter bei der Umfrage lediglich abfragen, ob im Haus ein oder mehrere Hunde vorhanden sind. Die Auskunft reiche aus, nach Dokumenten oder dem Tier selbst werde zunächst nicht gefragt. „Die Daten werden über ein Tablet eingegeben und laufen direkt bei uns im Rathaus ein“, sagt Duin. Weil die Aktion noch andauert, seien die bisherigen Zahlen ein Zwischenergebnis.
Jeder Zehnte zahlte bisher nicht
Von den Mitarbeitern der Firma wurden demnach bislang 580 Hunde gemeldet, die Angaben wurden dann mit dem Steuerregister der Samtgemeinde abgeglichen. „Dabei wurden 71 Hunde gefunden, die nicht angemeldet waren“, berichtet er. Somit wurden bisher mehr als 210 Hunde aufgespürt, deren Halter bisher die fälligen Steuern schuldig blieben. „Daraus ziehen wir die Erkenntnis, dass doch viele Halter die Tiere nicht angemeldet haben“, sagt Duin. Den vorläufigen Zahlen nach gälte das für mehr als jeden Zehnten.
Bisher lagen die Einnahmen aus der Hundesteuer, die von der Samtgemeinde für ihre Mitgliedsgemeinden eingezogen werden, bei rund 63.000 Euro pro Jahr. Gemessen am Gesamthaushalt sei das wenig, aber es sei dennoch geboten, zu verhindern, dass sich einzelne Personen der Besteuerung entziehen. Der Steuersatz betrage derzeit 48 Euro pro Jahr für den ersten gehaltenen Hund, 72 Euro für den zweiten und 84 Euro für jeden weiteren Hund. Für gefährliche Hunde werde eine „deutlich höhere Steuer“ verlangt.
Bei Nichtauskunft kommt die Gemeinde
Noch ist übrigens ungeklärt, wie die Gemeinde in den Fällen handeln will, bei denen in den Haushalten niemand angetroffen wurde. Eine Möglichkeit sei, dass die Firma beauftragt werde, diese Adressen erneut aufzusuchen. Bei Fällen, in denen sich die Einwohnerinnen und Einwohner ausdrücklich weigern, Angaben zu machen, kann auch das Ordnungsamt eingeschaltet werden, das weitreichendere Befugnisse hat als die Mitarbeitenden der Firma.
Auf jeden Fall solle verhindert werden, dass „jemand durchs Raster fällt“, sagt Joachim Duin. Beschwerden von Einwohnern habe es während der Aktion nur am Anfang und vereinzelt gegeben. Die Firma habe dann reagiert und ihren Mitarbeitenden, die zuvor ohnehin eine Schulung durchlaufen hätten, weitere Hinweise gegeben. Die Kontrolleure könnten sich mit einem von der Samtgemeinde Hesel gesiegelten Ausweis legitimieren. Inzwischen verlaufe die Zählung ruhig, sagt Duin.