Hüde  Das müssen Sie über Erdbeeren wissen: Tipps für Auswahl, Lagerung und Verarbeitung

Christian Satorius
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Von Christian Satorius
| 17.05.2024 18:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Es lohnt sich beim Kauf von Erdbeeren auf Herkunft und Sorte zu achten. Foto: Unsplash/Priscilla Fong
Es lohnt sich beim Kauf von Erdbeeren auf Herkunft und Sorte zu achten. Foto: Unsplash/Priscilla Fong
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Die Erdbeersaison ist da. Doch Erdbeere ist nicht gleich Erdbeere. Es gibt viele verschiedene Sorten im Handel, im Garten oder auch auf dem Feld, die alle ihre ganz eigenen Vorzüge und Aromen haben. Das sind die besten Tipps und Tricks für ein tolles Geschmackserlebnis.

Erdbeeren brauchen viel Sonne, um richtig süß und lecker zu schmecken. Die gibt es vor allem im sonnigen Süden und so ist es wohl auch kein Wunder, dass sich im Handel zuerst einmal importierte Sorten aus südlichen Ländern wie Spanien, Italien und Marokko finden. Erst später kommen die Erdbeeren aus dem heimischen Anbau hinzu. Da es viele verschiedene Erdbeersorten gibt, die alle ihr ganz eigenes Aroma haben, lohnt sich ein Blick auf die Verpackung oder auch die Nachfrage beim Verkäufer auf dem Markt. Um die richtige Auswahl treffen zu können, genügt in der Regel ein gutes Auge. Die Früchte (botanisch handelt es sich eigentlich um Sammelnussfrüchte) sollten prall und lecker aussehen. Sie müssen eine möglichst vollständig rote glänzende Farbe haben und grüne Kelchblätter aufweisen. Letztere sind nicht nur für eine schöne Optik gut, sie schützen die Erdbeeren auch vor dem Eindringen von Keimen.

Auf eine möglichst schöne rote Farbe zu achten, ist wichtig, denn Erdbeeren reifen nicht nach. Sind sie in der Packung oder beim Abpflücken noch grün oder hellrosa, dann bleiben sie auch so und das wirkt sich natürlich negativ auf den Geschmack aus. Zudem dürfen sich auf gar keinen Fall schimmlige Exemplare in der Packung bzw. im Sammelgefäß befinden, denn die können die anderen anstecken und ungenießbar machen. Auch Druckstellen sollten nicht vorhanden sein.

Das Selberpflücken ist natürlich immer ein ganz besonderes Erlebnis. Frischer und regionaler geht es nicht. Zudem kommt man in den Genuss des tollen Aromas, dass ein Erdbeerfeld verströmt. Ein Gefäß zum Sammeln sollte man vorsichtshalber selber mitbringen. Flache Körbchen eignen sich besser als tiefe Eimer, da in letzteren die untersten Früchte durch das Gewicht der oben auf liegenden gequetscht werden können. Die beste Zeit zum Pflücken ist übrigens am Morgen, wenn es noch nicht zu heiß ist. So umgeht man zum einen die heiße Mittagssonne, zum anderen ist aber schon die Feuchtigkeit der Nacht von den Früchten abgetrocknet, sodass die Erdbeeren bedenkenlos geerntet werden können.

Auch auf dem Feld gilt der Grundsatz: Die Erdbeeren müssen lecker aussehen, möglichst prall und unbeschädigt sein. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass sie beim Abpflücken nicht gequetscht werden und keine Druckstellen bekommen. Also möglichst etwas weiter oben am Stiel anfassen. Zudem dürfen die grünen Kelchblätter nicht abgerissen werden. Anhaftende Erde kann man grob mit den Fingern abwischen, bevor sie in das Sammelgefäß gelegt werden. 

Erdbeeren sind sehr druckempfindlich und auch nicht allzu lange lagerbar. Das sollte man bei der Verarbeitung bedenken. Am besten schmecken sie natürlich direkt vom Feld, aus dem Garten oder vom Balkon gepflückt. Wer die Erdbeeren weiterverarbeiten möchte, sollte die grünen Kelchblätter möglichst lange an der Frucht lassen, da sie, wie gesagt, einen Schutz bilden.

Gewaschen werden die süßen Früchtchen erst unmittelbar vor dem Verzehr oder direkt vor der Verarbeitung und auch nur kurz. Nur so bleibt das volle Aroma erhalten, denn Wasser entzieht den Früchten den Geschmack. Auf keinen Fall sollte man sie länger im Wasser liegen lassen oder mit einem starken Wasserstrahl abspülen.

Erdbeeren lassen sich nicht sehr lange lagern. Im Kühlschrank halten sie sich aber gut zwei Tage. Wichtig ist allerdings, drauf zu achten, dass die Früchte locker und luftig gelagert werden und auf keinen Fall in Plastik verpackt sein dürfen. Wer sie ins untere Gemüsefach packen möchte, kann auch ein oder zwei Papierküchentücher unterlegen, die eventuell austretende Flüssigkeit aufnehmen. Ideal ist die Lagerung auf einem großen Teller, auf dem die Früchte nebeneinander Platz finden.

Auch im Kühlschrank oder in der kühlen Speisekammer gilt: Die grünen Kelchblätter bleiben an der Frucht und die Erdbeeren werden für die Lagerung nicht extra mit Wasser gereinigt. Lose anhaftende Erde kann aber natürlich entfernt werden. Selbstverständlich dürfen nur unbeschädigte Früchte ohne Druck- oder Faulstellen eingelagert werden. Wer länger etwas von seinen Erdbeeren haben möchte, kann sie auch einfrieren. Allerdings ist nach dem Auftauen die leckere Optik dahin, so dass sie sich dann nicht mehr für eine Garnierung von Torten oder Süßspeisen eignen, die auch das Auge anspricht.

Es gibt hunderte verschiedene Erdbeersorten, die alle ihre ganz eigenen Vorzüge und Aromen haben. Ganz individuelle Geschmacksvorlieben lassen sich natürlich am besten beim Selbstanbau im Garten oder auf dem Balkon verwirklichen. Hier können Sorten angebaut werden, die für den Handel nicht lukrativ sind, weil sie sich beispielsweise aufgrund ihrer Druckempfindlichkeit nicht so gut transportieren lassen.

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