Verkehr in der Altstadt Neue Regeln für Brunnenstraße in Leer stehen fest
Lange wurde darüber diskutiert, wie der Verkehr in der Leeraner Brunnenstraße künftig geregelt sein soll. Jetzt gibt es eine endgültige Entscheidung, die bald umgesetzt werden soll.
Leer - Es war die finale Entscheidung über die neuen Verkehrsregeln in der Leeraner Brunnenstraße. Der Verwaltungsausschuss hat sich am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung mehrheitlich für die Variante ausgesprochen, die auch schon im Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr (EKUV) die Mehrheit erhielt. Die Brunnenstraße wird zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Das teilte Bürgermeister Claus-Peter Horst dieser Zeitung mit. Die Regelung, dass nur Anlieger die Straße nutzen dürfen und der motorisierte Verkehr nur aus einer Richtung einfahren darf, bleibe bestehen.
Die derzeitige Fahrradstraße wird hingegen aufgehoben. „Wir wollen keinem Verkehr den Vorrang geben“, hatte Christiane Wüsteney-Arbabi von der Stadtverwaltung im EKUV diesen Schritt erklärt. Dadurch solle gerade den Fußgängern mehr Freiheit gegeben werden, die Straße queren zu können und so „die Straße entlangzubummeln“, so Wüsteney-Arbabi.
Parkplätze können für Außengastronomie genutzt werden
Außerdem solle es den Anliegern möglich sein, für einen Großteil der Parkplätze Sondernutzungsflächen zu beantragen. Diese könnten für die Außengastronomie genutzt werden, „wobei die Verwaltung darauf achtet, dass genügend Stellplätze für den Kfz-Verkehr nutzbar bleiben“, hatte Wüsteney-Arbabi gesagt. Bürgermeister Claus-Peter Horst forderte die Anlieger im Gespräch mit dieser Zeitung dazu auf, jetzt entsprechende Anträge zu stellen und Tische und Stühle draußen aufzubauen. Bauliche Veränderungen seien zunächst nicht vorgesehen. „Bei diesem Vorschlag wäre es ohne Umbauaufwand möglich, die Brunnenstraße am Wochenende als Fußgängerzone auszuweisen“, heißt es weiter.
Eigentlich hatte die Verwaltung auch vorgeschlagen, testweise einen Poller an der Einfahrt zur Schmiedestraße aufzustellen, um den Durchgangsverkehr zu senken. Doch das lehnte die Politik mehrheitlich ab. SPD und CDU hatten sich unabhängig voneinander gegen den Versuch ausgesprochen. „Wenn wir die Schmiedestraße sperren, leiten wir den Verkehr durch die Kirchstraße und sorgen für Chaos in Richtung Borromäus-Hospital, Blinke und den Berufsschul-Verkehr“, hatte Sönke Eden für die SPD erklärt. „Die niedrige Geschwindigkeit würde Autofahrer schon davon abhalten, die Strecke nur als unerlaubte Abkürzung in Richtung Rathaus zu nutzen“, sagte Tim Bienert für die CDU. Die Grünen dagegen waren dafür. „Wir vertun eine Chance, wenn wir das nicht machen. Die Leute werden vielleicht einmal in die Kirchstraße fahren. Aber kein zweites Mal, weil es sehr unangenehm ist“, sagte Bruno Schachner.
Kritik vom ADFC wegen des Verzichts auf Pollertest
Darüber ärgerte sich im Anschluss an den EKUV die Ortsgruppe Leer des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs – kurz ADFC. „Ich bin echt sauer, dass dieser Versuch nicht einmal in Erwägung gezogen wird“, sagte Vorstandsmitglied Martin Blanke. Er setzte große Hoffnung in den Poller-Versuch, zumal es nur ein dreimonatiger Test sei. „Der Versuch sollte durch Verkehrszählungen begleitet wären. Wir hätten eine sachliche Grundlage, auf der man diskutieren könnte“, sagte Blanke. Eine Lösung auf sachlicher Grundlage sehe er in der derzeitigen Version nicht. Er forderte den nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss auf, die Poller-Lösung als Versuch in Betracht zu ziehen.
Doch die Mitglieder des Verwaltungsausschusses lehnten den Test wie schon im EKUV mehrheitlich ab, wie Claus-Peter Horst mitteilte. Damit wird es nur zur Umwidmung der Brunnenstraße zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich kommen. Wann das genau der Fall sein wird, stehe noch nicht ganz fest, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage. „Wir müssen jetzt gucken, wie schnell wir die entsprechenden Schilder bekommen.“