Hamburg  Gefahr unter der Bettdecke: Wie oft man seine Bettwäsche wechseln sollte

Eva Dorothée Schmid, Marie Busse
|
Von Eva Dorothée Schmid, Marie Busse
| 17.05.2024 12:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Beim Beziehen der Betten sollten sie Kissen und Decken nicht aufschütteln. Foto: dpa-tmn/Christin Klose
Beim Beziehen der Betten sollten sie Kissen und Decken nicht aufschütteln. Foto: dpa-tmn/Christin Klose
Artikel teilen:

Im Bett fühlen sich auch Milben, Bakterien und Pilze wohl. Da hilft es nur, regelmäßig die Bettwäsche zu wechseln. Doch wie oft ist regelmäßig? Hier gibt‘s die Antwort.

Wenn wir schlafen, verlieren wir Hautschuppen und Körperhaare. Außerdem schwitzen wir – bis zu zwei Liter Schweiß landen jede Nacht im Bett. Diese Umgebung ist die ideale Brutstätte für Milben, Bakterien und Pilze. Milbenkot kann Allergien auslösen. Auch wenn Ihre Bettwäsche optisch noch einwandfrei aussieht, Milben und Co. können Sie mit bloßem Augen nicht erkennen. Daher ist das regelmäßige Waschen der Bettwäsche, also von Kissenbezügen, Bettbezügen und dem Spannbettlaken, wichtig für die Gesundheit.

Doch was genau bedeutet eigentlich regelmäßig? „Normalerweise sollte man Bettwäsche alle zwei Wochen wechseln“, rät Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Doch es gibt Ausnahmen: Wer besonders stark schwitzt, sollte seine Bettwäsche wöchentlich wechseln. Und auch Nacktschläfer sollten ihr Bettzeug öfter waschen, weil mehr Schweiß im Laken landet.

Waschen kann in diesem Fall zweimal in der Woche oder noch öfter erforderlich sein, sagt Schlafmediziner Thomas Penzel gegenüber der Apothekenumschau.

Auch bei Betten von Säuglingen sollte die Bettwäsche häufiger gewechselt werden, da Babys besonders anfällig für mögliche Krankheitserreger sind. Eltern sollten das Bettzeug ihres Babys mindestens einmal pro Woche wechseln.

Wer im Schlafanzug schläft, sollte diesen übrigens alle zwei bis vier Tage wechseln, rät Sally Bloomfield, Vorsitzende des „International Scientific Forum on Home Hygiene“ in der internationalen Ausgabe des „Guardian“. Und auch hier gilt: Wer viel schwitzt, sollte den Schlafanzug täglich wechseln.

Längst nicht alle Deutschen folgen übrigens diesen Empfehlungen, wie eine repräsentative GfK-Umfrage mit 1500 Befragten im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus zeigt. Rund vier von zehn Deutschen ziehen demnach seltener als empfohlen frische Bettwäsche auf. Rund 33 Prozent gaben an, nur monatlich ihre Bettwäsche zu wechseln. Etwa sechs Prozent warten zwei bis drei Monate, um das Bett neu zu beziehen – und rund ein Prozent lässt sogar noch mehr Zeit verstreichen.

Mit zu viel Schwung sollte das Bett allerdings nicht abgezogen werden. Denn wer beim Abziehen Kissen und Decken aufschüttelt, wirbelt die Milben durch die Luft und verteilt sie im Schlafzimmer.

Es empfiehlt sich außerdem, nach dem Abziehen der Bettwäsche die Matratze gründlich abzusaugen und diese ein wenig auslüften zu lassen. 

Milben und Bakterien sammeln sich nicht nur in der Bettwäsche, sondern auch in der Decke und im Kissen. Martin Wartig, Ehrenpräsident beim Verband der Bettenfachgeschäfte e.V rät, Kissen mindestens alle zwei Jahre zu reinigen, für Decken empfiehlt er eine Reinigung alle drei Jahre.

Eine Wäsche des Bettzeugs bei 60 Grad tötet fast alle Keime ab.

Ähnliche Artikel