Berlin Knauseriger Streamingservice: Was kleine Künstler bei Spotify verdienen
Viele Tausend Fans und Hörer, aber trotzdem keinen Lebensunterhalt: Für kleinere Musiker, die auf Spotify veröffentlichen, ist das die Realität. Was und wann der Streamingdienst zahlt.
Streamingdienste wie Spotify stehen seit einiger Zeit in der Kritik, ihre Künstler nicht ordentlich zu entlohnen. Wie wenig sie besonders kleineren Musikern zahlen, ist zum Teil verblüffend.
Bei Spotify als Künstler seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist nicht leicht. Zuallererst braucht der Musiker eine Hörerschaft. Das ist an sich nicht verwunderlich, aber Spotify zahlt gar nichts aus, sofern die gesamte Menge an Streams und regelmäßigen Hörer nicht stimmt. Denn Lieder, die weniger als 1000-mal geklickt werden, werden nicht bezahlt. Sobald ein Künstler diese Marke überschreitet, bekommt er etwa 0,004 Euro pro weiterem Mal, bei dem sein Song gehört wird.
Um also ein beschauliches Bruttogehalt von 1500 Euro im Monat zu erhalten, müssen Musiker jeden Monat 375.000 Klicks bekommen. Das schaffen nur die wenigsten.
Spotify selbst hat im ersten Quartal 2024, das erste Mal seit Firmengründung in 2006, schwarze Zahlen geschrieben. Der Streamingdienst behält nur 30 Prozent des Geldes, welches die Künstler für die Plattform verdienen. Die restlichen 70 Prozent gehen an Halter der Rechte der Musik. Rechte an Musik werden nicht selten von großen Record-Labels oder Vertriebsfirmen gehalten. Im Jahr 2023 waren nur etwa ein Drittel der Künstler nicht bei einer großen Firma wie Sony oder Warner unter Vertrag.
Als Künstler nicht zu einem großen Label zu gehören, hat seine Vor- und Nachteile. Man hat zwar keine Abgaben an Manager oder Vermarkter, aber die Öffentlichkeitsarbeit bleibt dann am Musiker selbst hängen.
Die Wege wie Künstler ihr Geld machen sind zahlreich. Heutzutage Musiker zu sein bedeutet meist auch, Influencer zu sein. Im Internet vermarkten die Künstler sich selbst, verkaufen lizenzierte Produkte wie zum Beispiel Kleidung an ihre Fans oder bewerben Produkte für andere Firmen. Das gilt allerdings nicht nur für kleinere Künstler, sondern ist in der Industrie weit verbreitet.