Attacke vermutet Schaufenster von Leeraner Grünen-Büro eingeschlagen
Ein Loch, so groß wie ein 50-Cent-Stück, prangt an der Geschäftsstelle der Grünen in Leer. Die Polizei ermittelt. Es ist nicht der erste Vorfall.
Leer - Die große Scheibe der Grünen-Geschäftsstelle in Leer ist zerstört. Ein Loch, so groß wie ein 50-Cent-Stück, prangt im Schaufenster. Offenbar hat jemand versucht, das Fenster einzuschlagen. Die erste der Doppelglasscheiben ist zerstört, die Glassplitter liegen noch zwischen den Scheiben. Mechthild Tammena, Ortsvorsitzende der Grünen in Leer, ist verärgert darüber. Es ist nicht die erste Attacke dieser Art auf die Geschäftsstelle der Grünen. „Bereits im vergangenen Jahr gab es zwei Vorfälle“, so Tammena. Nach dem Ausstieg aus der Atomkraft hatte jemand die Scheibe mit Kritik am AKW-Ausstieg beschmiert. Außerdem hätten Unbekannte die Geschäftsstelle mit Kakao beschmutzt.
Die Grünen haben die Polizei eingeschaltet. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handelt, habe man den Staatsschutz eingeschaltet, teilt Polizeisprecherin Svenia Temmen mit. Die Ermittler suchen auch Zeugen, die etwas gesehen haben könnten. Die Tatzeit lasse sich eingrenzen zwischen dem 6. Mai 2024 und dem 11. Mai 2024 gegen 12 Uhr, teilt die Polizei mit.
„Politische Stimmung aufgeheizt“
Die Geschäftsstelle der Grünen liegt direkt am Bahnübergang Bremer Straße, viele Menschen kommen vorbei, in den Schaufenstern hängen Plakate der Partei. „Wir finden das eigentlich gut, dass wir an einem so belebten Ort sind“, sagt Tammena. Auch während der Öffnungszeiten der Geschäftsstelle kämen oft Menschen hinein und unterhielten sich über politische Themen.
Auch wenn Tammena es nicht zu groß reden will, eine politisch motivierte Tat schließt auch sie nicht aus. „Die politische Stimmung ist aufgeheizt“, sagt sie. Der Ton werde rauer, auch angepeitscht durch Populisten wie den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump oder der Alternative für Deutschland. Zuletzt gab es immer wieder Meldungen, dass in Deutschland Politikerinnen und Politiker bei Wahlkampfveranstaltungen angegriffen wurden.
Sachbeschädigung von Wahlplakaten
Auch Sachbeschädigung wie kaputte Wahlplakate sind keine Seltenheit. „Diese Aggressionen sind kein Problem einer einzelnen Partei, sondern insgesamt für unsere Demokratie. Doch unsere Demokratie funktioniert nur, wenn Menschen keine Angst haben müssen, ihre politische Überzeugung zu äußern und dafür öffentlich einzustehen. Rechtsextreme, Verfassungsfeinde und andere haben Hass und Hetze geschürt. Durch Entgrenzung im Netz, durch die Verrohung in politischen Debatten überträgt sich die Enthemmung auch auf die Straße. Jetzt müssen alle Demokrat*innen über Parteigrenzen hinweg zusammenstehen“, so Tammena.