Apenrade  Leichen verwechselt: Familie in Dänemark entdeckt falschen Toten im Sarg

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Von AHA, nordschleswiger.dk
| 13.05.2024 18:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Tote im Sarg war ein Fremder. Foto: Smit
Der Tote im Sarg war ein Fremder. Foto: Smit
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Die Tochter wollte kurz vor der Trauerfeier im dänischen Apenrade ein letztes Mal ihren verstorbenen Vater sehen. Nur: Der Mann im Sarg war nicht ihr Vater. Der war bereits in Egernsund beigesetzt.

Als Svend-Erik Grandt seinem verstorbenen Bruder Hans in der Apenrader Krankenhauskapelle das letzte Geleit erweisen wollte, nahm die Bestattung plötzlich eine unerwartete Wendung. Die Tochter des Verstorbenen hatte entschieden, dass der Tote zunächst im offenen Sarg aufgebahrt werden sollte, damit die Familie sich von ihm verabschieden konnte. Doch offenbar wurden zwei Leichen verwechselt. Das berichtet der Nordschleswiger, die Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark, unter Berufung auf den regionalen Fernsehsender „TV Syd“. 

„Sie ging als Erste zum Sarg und bekam einen Schock. Das war nicht mein Bruder (ihr Vater, red. Anm.), der dort lag, und das sagte sie zum Bestatter“, berichtet Svend-Erik Grandt dem regionalen Fernsehsender „TV Syd“.

Es zeigte sich, dass im Krankenhaus zwei Personen im Kühlraum verwechselt wurden. Der Bruder war stattdessen von der Kirche in Ekensund (Egernsund) aus beigesetzt worden. Dort war die zuständige Gemeindepastorin Kirsten Schmidt auch schockiert: „Das darf einfach nicht passieren. Das ist der schlimmste Albtraum eines jeden Pastors. Alle müssen sich erst noch von diesem Erlebnis erholen. Das war für alle Beteiligten heftig. Die Familie ist natürlich auch sehr betroffen.“

Das Bestattungsunternehmen konnte den Sarg mit dem Leichnam von Hans Grandt dort abholen, und so konnte die Trauerfeier mit einiger Verspätung zwar, aber noch am selben Tag in der Apenrader Krankenhauskapelle durchgeführt werden – mit dem richtigen Toten im Sarg.

„TV Syd“ hat im Krankenhaus nachgehakt, wie ein solcher Fehler überhaupt passieren konnte. Das Krankenhaus bestätigt das Geschehene und hat kommentiert schriftlich:

„Es ist bei der Herausgabe des Leichnams ein menschlicher Fehler passiert, und das bedauert das Krankenhaus Heidi Grandt und ihrer Familie gegenüber. Da es sich jedoch um einen menschlichen Fehler handelt, sieht das Krankenhaus keine Veranlassung, sein Verfahren zu ändern. Das Krankenhaus führt keine Statistik über fehlerhaft ausgegebene Leichname, aber wir erinnern uns nicht, dass es früher vorgekommen ist. Da es sich um eine Personenangelegenheit handelt, haben wir keine weiteren Kommentare. Wir bieten Heidi Grandt jedoch ein Gespräch an. Wir hoffen, dass sie dieses Angebot annehmen wird.“

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