Bau in Holtland Mensa im Rohbau fertig – jetzt Erweiterung geplant
Die Mensa an der Grundschule Holtland ist nur im Rohbau fertig, die Einrichtung fehlt noch. Trotzdem plant die Samtgemeinde Hesel jetzt schon eine Erweiterung.
Holtland - Es ist noch nicht lange her, da drohte der Bau einer Mensa an der Grundschule Holtland die Samtgemeinde Hesel in eine finanzielle Krise zu werfen. Inzwischen ist das Gebäude im Rohbau fertig, aber in den politischen Gremien wird bereits handfest über eine Erweiterung gesprochen. Dazu müsste eine Wand des Hauses wieder aufgemacht werden. Was steckt dahinter?
Längst geht es nicht mehr nur darum, das Essen für die Kinder in Holtland in der Mensa zu kochen und auszugeben. Die Kücheneinrichtung wurde so konzipiert, dass die Mensa in Holtland gleichzeitig noch die Schulen in Hesel und Neukamperfehn mitversorgt. So hatte es der Samtgemeindeausschuss einstimmig im Februar beschlossen. Aber dann, so Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann (SPD), wäre der Betrieb nicht wirtschaftlich.
Essen für alle Schulen aus Holtland
Mit einer Erweiterung des Gebäudes wären in der Küche nicht nur 100, sondern rund 184 Mahlzeiten täglich sicherzustellen. Damit wären nicht nur die Grundschulen der Samtgemeinde, sondern auch die Kindertagesstätten versorgt. Das bedeutet jedoch, dass die ohnehin schon teure Ausrüstung der Küche noch einmal mehr Geld kosten wird. Der Ausschuss für Hoch- und Tiefbau der Samtgemeinde hat sich den Bau kürzlich während der Sitzung vor Ort angeschaut.
Das Gremium tagte nämlich nur ein paar Schritte entfernt in der Dorfgemeinschaftsanlage in Holtland. Die Sitzung wurde unterbrochen, alle Mitglieder sowie die Zuschauer marschierten zum Neubau und konnten diesen besichtigen. Ein Mitarbeiter des zuständigen Planungsbüros und des Gebäudemanagements waren dabei und antworteten auf Fragen. Der Mensabau hat seit dem Herbst Dach, Türen sowie Fenster und konnte so die Wintermonate überdauern – obwohl das Grundstück nach Dauerregen zeitweise eine Pfützenlandschaft war.
Rückwand müsste aufgeschnitten werden
Bei der Besichtigung wurde den Ausschussmitgliedern veranschaulicht, dass ein Teil der Rückwand herausgeflext werden müsste, um die Küche und Lagerräume zu vergrößern. Das Gebäude würde einen kleinen Anbau bekommen sowie eine Tür auf der Rückseite für Anlieferungen. Am Zuschnitt der Essensausgabe und des Speisesaals für die Kinder der Grundschule Holtland würde sich nichts ändern.
Trotzdem schlägt die Erweiterung, so wie sie jetzt dargestellt wurde, mit Kosten von insgesamt 342.000 Euro zu Buche. Davon entfielen rund 80.000 Euro allein auf die zusätzliche Küchenausstattung. Ob die Geräte so teuer sein müssen, danach erkundigten sich sowohl Zuhörer in der Einwohnerfragestunde wie auch Ausschussmitglieder. „Ich war bass erstaunt über die Auflagen, die uns gemacht worden sind, um die Küche überhaupt betreiben zu dürfen“, antwortete Themann dem Zuhörer.
Einrichtung wie in Gastronomie
Die Einrichtung und die Geräte seien nicht mit einer Küche in einem Einfamilienhaus zu vergleichen. Tatsächlich würden in puncto Sicherheit strengere Maßstäbe angelegt als in manchem Restaurant, sagte Themann auf Nachfrage. Es handelt sich um eine professionelle Ausstattung, zu der unter anderem ein Kombidampfgargerät oder ein Elektrokochkessel gehören. Viele Ausstattungsstücke bestehen aus Chrom-Nickel-Stahl – insofern sind es professionelle Geräte. Der Kostenrahmen sei eine großzügige Schätzung, die tatsächlichen Kosten werden sich bei der Ausschreibung ergeben.
Die weitere Planung für die Erweiterung sowie die Aufnahme von zusätzlichen 350.000 Euro an Haushaltsmitteln wurde einstimmig befürwortet. Als nächstes wird sich der Samtgemeindeausschuss, das ranghöchste Gremium unterhalb des Samtgemeinderates, damit in der kommenden Woche auseinandersetzen.
Zuschuss wurde zurückgefordert
Der Bau der Mensa in Holtland hatte bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt. Denn für das mit 1,5 Millionen Euro bezifferte Projekt hatte die Samtgemeinde bereits die Zusage über fast 680.000 Euro an öffentlichen Fördermitteln. Mit dem Bau wurde begonnen, doch durch die Corona-Pandemie und den Ukrainekrieg kamen Lieferschwierigkeiten.
Der 31. Januar 2022 konnte als Fertigstellungsdatum nicht mehr gehalten werden. Daher sollte die Samtgemeinde Hesel die Fördermittel zurückzahlen. Weil eine Zahlung in dieser Höhe zum finanziellen Fiasko zu werden drohte, wurde Themann sogar im Familienausschuss des Bundestages in Berlin vorstellig. Mittlerweile hat die Samtgemeinde einen Antrag auf andere Fördermittel in Höhe von 440.000 Euro gestellt – die Zusage steht jedoch noch aus.