Nach Projekt in Barßel  Nicht registrierte Hunde – so gehen die Gemeinden vor

| | 10.05.2024 16:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Achtung Kontrolle: In Barßel gibt es einen Hundekontrolleur. Wie sieht es in den anderen Gemeinden aus? Symbolfoto: Ortgies/Archiv
Achtung Kontrolle: In Barßel gibt es einen Hundekontrolleur. Wie sieht es in den anderen Gemeinden aus? Symbolfoto: Ortgies/Archiv
Artikel teilen:

In Barßel gibt es neuerdings einen Hundekontrolleur. So kommt das Projekt bei den umliegenden Gemeinden an. Sind dort ähnliche Projekte geplant? Wo zahlt man am wenigsten für den Hund?

Barßel/Oberledingerland/Saterland - In Barßel geht ein Hundekontrolleur herum. Der soll Hunde, für die keine Steuern gezahlt werden, aufspüren. Dafür fährt ein ehemaliger Polizist im Auftrag der Verwaltung durch das Dorf. Was unternehmen die anderen Gemeinden im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung in diese Richtung? Eine Gemeinde hatte mit einer ähnlichen Methode schon Erfolg.

Wie hoch sind die Hundesteuer-Einnahmen?

In Barßel war von rund 65.000 Euro pro Jahr die Rede, die die Hundesteuer in die kommunalen Kassen spült. In anderen Gemeinden ist die Summe deutlich höher. In Westoverledingen wurden im Jahr 2022 insgesamt 148.655 Euro eingenommen, in Rhauderfehn waren es 114.070 Euro. Nun nimmt sich die Gemeinde Barßel dem Thema an.

Wo gibt es die meisten Hunde?

In Barßel sind derzeit 1363 Hunde registriert. Dort kommt derzeit auf etwa zehn Einwohner ein Hund. In Rhauderfehn ist das Verhältnis ähnlich. In Saterland, Westoverledingen und Ostrhauderfehn hat knapp jeder achte Einwohner einen Hund.

Wie Hoch ist die Hundesteuer?

Wie viel Steuern für einen Hund verlangt werden, kann die Gemeinde –also der Rat – festlegen. In der Regel wird unterschieden in den Sätzen für den ersten Hund und für weitere Tiere sowie für als gefährlich eingestufte Rassen. Mit 33 beziehungsweise 36 Euro in Saterland und Ostrhauderfehn sind die beiden Gemeinden die günstigsten. Rhauderfehn und Barßel nehmen 40 Euro. Am meisten müssen die Westoverledinger Herrchen und Frauchen zahlen – 48 Euro.

Größer ist die Differenz allerdings, wenn der Hund beziehungsweise die Art als gefährlich eingestuft wird. So ein Hund kostet in Westoverledingen 636 Euro an Steuern, in Rhauderfehn 600 und im Saterland 400. Gerta Waden, Sprecherin der Gemeinde Ostrhauderfehn, teilt mit: „Eine erhöhte Hundesteuer für gefährliche Hunde wird nicht erhoben.“

Wie denken anderen Gemeinden über die Barßeler Hundezählung?

Auf die Frage, ob die so eine Hundezählung nach Barßeler Vorbild in ihrer Kommune denkbar sei, gehen die Antworten auseinander. Gerta Waden aus Ostrhauderfehn schreibt: „Da die Meldung von nicht angemeldeten Hunden bislang recht gut über andere Kanäle funktioniert, ist es nicht nötig, externe Personen mit einer solchen Aufgabe zu beauftragen.“ Grundsätzlich sei das aber schon denkbar. Derweil vermutet Saterlands Bürgermeister Thomas Otto, dass der Personalaufwand höher sei als die daraus resultierenden Mehreinnahmen: „Ob die Dunkelziffer der nicht zur Hundesteuer angemeldeten Hunde tatsächlich so hoch ist, dass sich ein solcher Aufwand tatsächlich lohnt, kann derzeit kaum beurteilt werden. Hierzu werden wir im Nachgang sicher Kontakt in die Nachbargemeinde aufsuchen“, schreibt er. Auch in Rhauderfehn wird so eine Aktion nicht geplant. „Es ist vorerst nicht angedacht, personelle Ressourcen zusätzlich zur Verfügung zu stellen“, schreibt Sandra Kässens. Allerdings werde im Rahmen des Außendienstes durch das Ordnungsamt stichprobenartig geprüft, ob die Hunde angemeldet sind.

Vor zehn Jahren habe es aber eine größere Kontrolle gegeben. In der Gemeinde Westoverledingen ist derzeit ebenfalls keine Aktion geplant. In der Vergangenheit sah es anders aus: „Eine Hundezählung hat in der Gemeinde Westoverledingen schon zwei Mal stattgefunden. Dabei sind jeweils etwa 350 Hundeanmeldungen dazu gekommen“, schreibt Sprecherin Kirsten Beening. Das sei aber schon 20 Jahre her.

Wie meldet man Hunde an?

Die Antwort ist in jeder der befragten Gemeinde im Verbreitungsgebiet ähnlich. Hunde können jeweils über die Internetseite der Kommune oder im Bürgerbüro gemeldet werden.

Ähnliche Artikel