Malin Tellmann in Berlin Sedelsbergerin jüngste Teilnehmerin beim CDU-Bundesparteitag
Die 20-jährige Saterländerin Malin Tellmann gestaltete mit ihrer Stimme auf dem Bundesparteitag die Zukunft der Christdemokraten mit. Sie mahnt: Gute Positionen müssen auch vermittelt werden.
Sedelsberg / Berlin - Es war ihr erster Bundesparteitag – und sie war die jüngste der 1001 Delegierten: Die 20-jährige Malin Tellmann aus Sedelsberg fühlte sich sichtlich wohl auf dem politischen Großereignis, bei dem auch ihre Stimme zählt. Sie klatschte nach der Rede des Vorsitzenden Friedrich Merz beherzt in die Hände, verfolgte aufmerksam die Debatten. Am Mittwochnachmittag beendete die CDU ihren dreitägigen Bundesparteitag.
Während der lief, wirkte die junge Saterländerin, als würde sie das seit langer Zeit machen, doch die Situation sei „ungewohnt“, sagt sie. Denn überall in der Kongresshalle gebe es Fernsehkameras, da stehe man „unter Beobachtung“. Malin Tellmann fühlte sich umso mehr in der Verantwortung, „sich richtig zu verhalten“.
Es sei zudem etwas Besonderes, so dicht an der Bühne zu sitzen, etwa 20 Meter entfernt von den Parteigrößen. Und: Mitten unter den Mandatsträgern zu sitzen, das sei eine Nähe zu wichtigen Persönlichkeiten, die sie so vorher noch nicht gekannt habe. Zuvor habe sie die CDU-Bundesparteitage online verfolgt.
Mitsprache und Kommunikation sind ihre Themen
Wie kommt es, dass sie nun live dabei ist, wenn so wichtige Entscheidungen wie die Wahl der Parteiführung und die Verabschiedung des neuen CDU-Grundsatzprogramms anstehen? Sie sei im vergangenen Jahr angerufen worden, ob sie als Delegierte am Parteitag teilnehmen wolle. Da habe sie sich gesagt, es sei eine große Chance. Schließlich gehe es um das Grundsatzprogramm – und als junge Person daran mitzuwirken, das sei „ein tolles Zeichen der CDU“.
Politisch aktiv ist sie schon seit längerer Zeit, seit vier Jahren ist sie CDU-Mitglied und mit 14 trat sie der Jugendorganisation Junge Union (JU) bei. Sie gehört dem Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Saterland und des Cloppenburger CDU-Kreisverbands an. Ebenso ist sie im Oldenburger JU-Landesvorstand.
Mitmachen, sich einbringen – anstatt zu meckern. Das war der Grund für ihren Einstieg in die Politik, berichtet Malin Tellmann, die in Münster Jura studiert. Beruflich denkt sie derzeit nicht über eine politische Laufbahn nach. Aber: „Mitsprache und Kommunikation von Politik, das ist mein Thema“, sagt sie.
Plädoyer für Gesellschaftsjahr
In Sachen Vermittlung von Inhalten sieht sie noch Defizite. Seien Themen auch noch so gut aufbereitet, es sei zugleich wichtig, dass sie die Menschen erreichen, betont Malin Tellmann. Die Bürgerinnen und Bürger müssten mitgenommen werden. Transparenz sei ebenso erforderlich.
Wie sieht sie als Vertreterin der jungen Generation die von der CDU geplante Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahrs für alle Schulabgänger? Sie sei lange dagegen gewesen, sehe das nun aber positiv, sagt Malin Tellmann. Sie kritisiert aber weiterhin: Der Dialog mit den später Betroffenen, mit den 14- und 15-Jährigen, sei zu gering gewesen. Nun plädiert sie dafür, unter jungen Leuten für das Gesellschaftsjahr zu werben. Und da ist sie wieder bei ihrem großen Thema, der Kommunikation von politischen Positionen.
Merz-Rede: Mit Feuer und Bedacht
Wie bewertet sie unter dem Gesichtspunkt den Auftritt von Friedrich Merz am Montag? Seine Rede sei „sehr angemessen gewesen“. Es habe „genug Feuer“ darin gegeben, aber mit sehr viel Bedacht vorgetragen.
Mit Blick auf das Grundsatzprogramm mahnt sie umso mehr, dass die Positionen gut vermittelt werden – und bekannt werden. Das sei „eine große Aufgabe“, sagt die jüngste Delegierte.