Hamburg Viele vermeintlich deutsche Online-Shops stammen aus China – das kann teuer werden
Verbraucherzentralen warnen vor Online-Händlern aus China, die mit fragwürdigen Mitteln in den deutschen Markt drängen. Ihre Online-Shops haben deutsche Namen und Internetadressen. Doch die Ware wird aus China versendet, ist häufig mangelhaft und Retouren sind sehr teuer.
Die Online-Shops haben Namen wie „alpenrose-mode.com“, „calita-hamburg.de“ oder „stilvollberlin.de“. Sie bieten Textilien zu günstigen Preisen an. Auch andere Alltagsgegenstände gibt es zu Schnäppchenpreisen.
Auf Social-Media-Plattformen machen die Betreiber der Online-Shops massiv Werbung für ihre Produkte. Verbraucher, die dort bestellen, fühlen sich aber immer wieder getäuscht. Denn erst im Nachhinein, wenn Ware zurückgeschickt werden muss, wird klar, dass sie in China eingekauft haben. Davor warnt die Verbraucherzentrale Hamburg.
Bei manchen der deutschsprachigen Shops, die eine Webadresse mit .de-Länderkennung tragen, liegt der Unternehmenssitz laut Impressum in den Niederlanden. Bei anderen in Großbritannien. Versendet wird die Ware aber immer aus China. Und wenn man etwas retournieren will, dann muss man es teuer dorthin zurückschicken.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtet, dass viele Verbraucher mit der Qualität der Waren unzufrieden sind. Produkte stimmten nicht mit der Bewerbung im Online-Shop überein. Sie bemängelten etwa die Qualität und bei Textilien auch die Verarbeitung sowie die Materialien. Häufig stimmten die Größen nicht mit den europäischen überein.
Und teilweise würden die chinesischen Händler sogar ganz falsche Sachen liefern. Die Verbraucherzentrale kommt zu dem Schluss: „Viele China-Shops sind wenig zuverlässig.“
Wollen Verbraucher den Kauf widerrufen, folgt die nächste böse Überraschung – auch weil die wenigsten vor der Bestellung einen Blick ins Kleingedruckte werfen.
Die genaue chinesische Adresse für Rücksendungen wird oft erst während des Rückgabeprozesses bekannt gegeben. Auch von den hohen Kosten erfahren Käufer meist erst dann. „Wenn der Wert der bestellten Ware rund 30 Euro beträgt, deren Rücksendung aber 50 Euro kosten soll, fühlen sich viele Menschen getäuscht und über den Tisch gezogen“, berichtet Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Auch wenn ein Paket nicht ankommt, beginnt für die Käufer der Ärger. Viele der Shops schreiben in ihren AGB, dass sie nicht für den Verlust von Sendungen haften. Sie erstatten dann weder die Kosten noch senden sie Produkte erneut zu.
Dazu kommt: Wer in solchen Online-Shops bestellt, könnte auch mit Einfuhrzöllen und Gebühren konfrontiert werden. Wenn Sie die Ware zurückschicken, bekommen Sie diese nicht erstattet. Wer beispielsweise Bekleidung im Wert von 150 Euro aus einem Nicht-europäischen Land bestellt, zahlt zusätzliche 42 Euro für die Einfuhr in die EU.
China-Online-Shops sind in der Regel professionell gestaltet: Sie haben einen deutschsprachigen Namen – häufig sind Städtenamen enthalten. Außerdem enden die Webadressen (URL) auf „de“. Wenn Sie zum ersten Mal in einem Online-Shop bestellen wollen, verlassen Sie sich auf keinen Fall auf die Werbung und die vielleicht positiven, angeblichen Kundenaussagen auf der Seite. Schauen Sie, mit wem Sie es wirklich zu tun haben.
Dazu werfen Sie am besten erstmal einen Blick ins Impressum. Ein solches ist allerdings nicht immer vorhanden – das ist schon das erste Warnsignal. Steht dort eine chinesische Adresse, ist die Sache klar. Steht eine europäische da, werfen Sie einen Blick in die AGBs und Versandinformationen. Im Kleingedruckten wird dann schnell klar, dass die Ware aus Asien kommt. Wenn dort steht, dass Sie die Ware auf eigene Kosten (nach China) zurücksenden müssen, sollten Sie vom Kauf lieber Abstand nehmen.
Auch der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale Niedersachsen ist hilfreich, um zu prüfen, ob ein Shop bereits unangenehm aufgefallen ist. Zudem listet die Verbraucherzentrale Hamburg hier nach Alphabet geordnet chinesische Online-Shops auf, die Sie meiden sollten.