Verkehr in Hasselt Anwohner sauer über Löcher und Pfützen
Anlieger der Hasselter Straße klagen über unerwarteten Schwerlastverkehr direkt vor ihren Haustüren durch eine Umleitung. Was unternehmen Landkreis und Polizei?
Hasselt - Schnelle Autos und Motorräder, die durch die Kurve vor dem Haus rauschen, ist Karl Tuitjer gewöhnt. „Bis vor Kurzem war hier ja noch Tempo 100“, sagt er. Inzwischen gilt ein Limit von 60 Stundenkilometern. Doch was sich jetzt auf der Straße zwischen Hasselt und Schwerinsdorf abspielt, geht Tuitjer und Timo Schwarte als Anwohnern zu weit. Der Grund: Wegen der Bauarbeiten in Hesel kommen hier weit mehr Fahrzeuge durch als sonst, sogar 40-Tonner-Lastwagen seien häufig darunter.
Dafür sei die Hasselter Straße einfach nicht ausgelegt. Eigentlich gehört die Strecke vor dem Haus der Tuitjers gar nicht zur offiziellen Umleitung. Aber wer sich in der Gegend auskennt oder nach Navigationsgeräten fährt, entdeckt hier eine Abkürzung gegenüber der ausgewiesenen Umleitungsstrecke über Lammertsfehn. Wir stehen an einem normalen Nachmittag vor dem Haus, und innerhalb weniger Minuten kommen mehrere schwere Lastwagen durch.
Fahrten durch Hasselt dauern viel länger
Vor allem, wenn den Lkw andere Fahrzeuge entgegenkommen, wird es buchstäblich eng. „Wohin sollen die ausweichen?“, fragt sich Tuitjer. Es geht gar nicht anders, als auf den Seitenstreifen auszuweichen – und der hat sich innerhalb weniger Tage in Matsch verwandelt. Direkt vor seiner Einfahrt hat sich eine große Pfütze gebildet. Als wir ein Foto machen wollen, müssen Schwarte und Tuitjer aufpassen, dass nicht gerade jemand da durchfährt. „Es nimmt keiner Rücksicht“, ärgern sich die Anwohner.
Schwarte wohnt in Schwerinsdorf und fährt auf dem Weg zur Arbeit durch die Hasselter Straße. Die Fahrt sei derzeit für ihn deutlich länger, weil er wegen des Gegenverkehrs immer wieder abbremsen muss. „Ich fahre sonst zehn Minuten, jetzt brauche ich fast eine halbe Stunde“, sagt er. Außerdem sei die Straße inzwischen voller Schlaglöcher, doch unternommen werde nichts. Erst einmal seien die Seitenstreifen aufgefüllt worden – lange halten werde das nicht, vermuten die Anlieger.
Landkreis Leer will Löcher füllen
Der Landkreis Leer ist als Baulastträger für die Kreisstraße 67, also die Hasselter Straße, zuständig. „Eine Straßenkontrolle findet alle zwei bis drei Tage statt“, teilt Landkreissprecherin Maike Kuch mit. Das sei eine gesetzlich verankerte Pflicht. Aufgrund des permanenten Regens in den vergangenen Wochen sei die Unterhaltung der Seitenräume sehr schwierig gewesen. „Zurzeit, da es im Moment weiter abtrocknet, werden die Seitenräume wieder sukzessive instandgesetzt“, versichert Kuch.
Das Limit von Tempo 60 werde dauerhaft dort bleiben, teilt sie weiter mit. Eine Anwohnerin habe sich über zu schnelle Fahrzeuge auf der Strecke beschwert und den Wunsch geäußert, dass die Geschwindigkeit noch weiter herabgesetzt werde. „Das ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich“, so die Sprecherin. Aber: Das Anliegen sei mit der Bitte weitergegeben worden, ob in dem Bereich Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden können. „Wir erhoffen uns dadurch eine bessere Einhaltung der Geschwindigkeit und der damit einhergehenden Erhöhung der Sicherheit der Fußgänger“, so Kuch.
Für Radfahrer wird es gefährlich
Für Fußgänger oder Radfahrer sehen die Anwohner dagegen schwarz. Im Sommer kämen oft ganze Gruppen auf dem Fahrrad vorbei, wie das angesichts der derzeitigen Situation gehen soll, könnten sie sich nicht vorstellen: „Das ist zu gefährlich.“ Immerhin kündigt der Landkreis Leer an, die Tonnagebegrenzung weiter zu senken, um die Straße zu schützen, und zwar ab der Einmündung K 66 bis zur L 24 (Oldenburger Straße).
Die entsprechenden Schilder für die Begrenzung auf 3,5 Tonnen sollen ab dem 13. Mai aufgestellt werden. „Die verkehrsbehördliche Anordnung liegt bereits vor und die dazugehörigen Schilder sind bestellt“, so Kuch. Die Polizeiinspektion Leer-Emden kündigt an, dass es „anlassbezogene Kontrollen bezüglich der Tonnage“ geben wird. Die Situation auf der Hasselter Straße durch die Umleitung wollte eine Sprecherin nicht bewerten: „Baustellen bringen immer Problematiken mit sich und viele Gegebenheiten müssen sich erst einspielen.“ Dafür ist noch Zeit, denn die Bauarbeiten in Hesel sollen bis Oktober dauern.