Einsätze im Oberledingerland Nach Hausdurchsuchungen und Dieselklau – Ermittlungen dauern an
In Rhauderfehn waren in den vergangenen Wochen sechs Wohnungen durchsucht worden. Außerdem sind Dieseldiebe in der Region unterwegs. Die Staatsanwaltschaft ermittelt - auch noch in einem anderen Fall.
Rhauderfehn/Westoverledingen/Aurich - In den vergangenen Wochen hatten Beamte der Polizeiinspektion Leer/Emden im Oberledingerland einige nicht alltägliche Einsätze. Seit Anfang Februar gab es sechs Hausdurchsuchungen in Rhauderfehn und Ostrhauderfehn. Die waren von der Auricher Staatsanwaltschaft angeordnet worden. Außerdem schlugen Dieseldiebe mehrfach auf der Großbaustelle bei der Friesenbrücke bei Hilkenborg zu. Zudem ermittelt der Staatsschutz nach Hakenkreuzschmierereien in Völlenerfehn. Wir haben bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft nachgefragt, wie der aktuelle Stand der Ermittlungen in diesen Fällen ist.
Fangen wir mit den Hakenkreuz-Schmierereien in Völlenerfehn an. Der Vorfall war von der Polizei am Karfreitag, 29. März 2024, aufgenommen worden. Unbekannte hatten neben Hakenkreuzen weitere verfassungsfeindliche Zeichen, Zahlen und fremdenfeindliche Sprüche unter anderem an den gegenüberliegenden Bushaltestellen an der Bundesstraße 70, an einem grünen Verteilerkasten und an Schilder gesprüht. Der Bauhof der Gemeinde hatte die Schmierereien entfernt. Nach Angaben von Svenia Temmen, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, ermittelt der Staatsschutz aktuell noch wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und den weiteren Schmierereien. „Weitere aktuelle Fälle von derartigen Schmierereien haben wir derzeit nicht, allerdings ist es so, dass so etwas tatsächlich häufiger vorkommt. Vor allem Hakenkreuze und die typischen Zahlenkombinationen findet man leider öfter“, teilte die Pressesprecherin der Polizei mit.
Sechs Hausdurchsuchungen im Oberledingerland
In Rhauderfehn und Westoverledingen gab es von Anfang Februar bis zum heutigen Tag insgesamt sechs Hausdurchsuchungen. Nähere Angaben machte Staatsanwalt Stefan Gleissner von der Staatsanwaltschaft Aurich mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Lediglich in einem Fall hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Dabei handelt es sich um die Hausdurchsuchung vom 1. Februar 2024 in der Bahnhofstraße in Ihrhove. Seinerzeit waren mehrere Polizisten mit Streifenwagen und mit weiteren Zivilfahrzeugen im Einsatz. Es lag ein Durchsuchungsbeschluss wegen des Verdachts des Vergehens nach dem Waffengesetz vor. Laut Staatsanwalt Gleissner wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt, da der beschuldigten Person ein Vergehen nach dem Waffengesetz nicht nachzuweisen war.
In diesen fünf Fällen von Hausdurchsuchungen ermittelt die Staatsanwaltschaft Aurich allerdings noch:
Fall 1: Am Dienstag, 2. April 2024, wird ein Wohnhaus am Rajen in Rhauderfehn durchsucht. Es geht um ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Es wurde ein Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Aurich vollstreckt.
Fall 2: Am Mittwochmorgen, 27. März 2024, kommt es zu einer Hausdurchsuchung in Völlenerfehn. Mehrere Beamte mit Zivilfahrzeugen fahren zu einem Wohnhaus in der Süderstraße. „Ich kann bestätigen, dass in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Aurich wegen des Verdachts einer Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz in der Süderstraße ein Durchsuchungsbeschluss vollstreckt wurde“, teilte Staatsanwalt Stefan Gleissner seinerzeit mit.
Fall 3: Polizeieinsatz an der Rhauderwieke in Rhauderfehn: Mehrere Streifenwagen und Zivilfahrzeuge waren am Dienstag, 26. März 2024, zu einem Wohnhaus an der Rhauderwieke ausgerückt. „In einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Aurich wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ist in der Straße Rhauderwieke ein Durchsuchungsbeschluss vollstreckt worden“, sagte Gleissner.
Fall 4: Das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover hatte am Mittwoch, 20. März 2024, einen Einsatz an der Straße Am Deich in Rhauderfehn. Die Durchsuchung fand wegen des Tatverdachts der Geldwäsche statt. Darunter versteht man die Einschleusung von illegal erwirtschafteten Geldern in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf.
Fall 5: Wie berichtet, waren am Donnerstag, 15. Februar 2024, Polizisten im Bereich Ecke Rhauderwieke/Neuer Weg in Rhauderfehn im Einsatz. Diese Durchsuchung, so die Staatsanwaltschaft, hing mit einem laufenden Ermittlungsverfahren zusammen.
Dieseldiebe auf Baustelle der Friesenbrücke
In der Vergangenheit waren Dieseldiebe drei Mal auf der Großbaustelle bei der Friesenbrücke bei Hilkenborg unterwegs. Das erste Mal schlugen Diebe zwischen Mittwoch, 7. Februar 2024, ab 16 Uhr und Donnerstag, 8. Februar 2024, bis 7 Uhr an der Hilkenborger Straße auf der Baustelle zu. Nach Angaben der Polizei wurden aus einem Tank eines Baustellenfahrzeugs rund 400 Liter Diesel gestohlen. Diebe schlugen dann in der Nacht von Freitag auf Samstag, 9. auf den 10. Februar 2024, erneut auf der Baustelle zu. Nachdem die Unbekannten den Tankdeckel eines Baggers aufgebrochen hatten, zapften sie laut Polizei rund 300 Liter Diesel aus dem Baustellenfahrzeug ab. Die Beamten weisen darauf hin, dass die Baustelle eingezäunt war. Nach Auskunft der Polizei haben Unbekannte außerdem zwischen Donnerstag, 28. März 2024, und Dienstag, 2. April 2024, aus einem Baufahrzeug, das auf der Baustelle bei der Friesenbrücke bei Hilkenborg stand, 100 Liter Diesel abgezapft.
Eine heiße Spur verfolgt die Polizei noch nicht. „Zu den Kraftstoff-Diebstählen kann ich mitteilen, dass die Ermittlungen noch andauern“, teilte Polizeisprecherin Temmen mit.