Kolumne „Bi Karkens“  Nur unter der Dusche?

Ingo Brookmann
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Eine Kolumne von Ingo Brookmann
| 03.05.2024 06:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ingo Brookmann
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Singen tut gut und ist gesund, findet nicht nur unser Kolumnist. Aber es ist nicht damit getan, allein unter der Dusche zu singen. Wirksam wird die „Therapie“ erst in der Gruppe, findet er.

Singen Sie? Erstaunlich, wie viele Menschen unter der Dusche singen. Damit hört es dann allerdings oft auf. Immerhin: Junge Menschen singen wieder häufiger oder summen ihre Songs, zumeist allerdings mit „Knopf im Ohr“.

Was in unserer Gesellschaft verloren geht, ist gemeinsames Singen. Wo gibt es das noch? In Fußballstadien. Manchmal. Schön zu hören, dass hier und da auch Chöre sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Andere müssen aufgeben, weil sie keinen Nachwuchs finden.

Mittlerweile wissen wir, dass Singen in Gemeinschaft gesund ist. Es gab vor längerer Zeit dazu sogar eine Öffentlichkeitskampagne. Motto: „Ihr Arzt empfiehlt: Singen Sie im Chor!“ Und es ist eben nicht nur gesund, es ist Ausdruck eines Lebensstils, einer Lebensart, die verschwindet, wenn sie nicht gepflegt wird. Passt leider in unsere Zeit, in der wir eher leichtfertig mit dem umgehen, was Generationen vor uns gutgetan und geprägt hat.

Ich freue mich, dass wir Christen (und die Juden übrigens auch) im Gottesdienst regelmäßig singen. Gemeinsam. In jedem Gottesdienst. Mindestens einmal in der Woche, auch häufiger. Dabei geht es nicht um geschulte Stimmen, sondern darum, dass Menschen gemeinsam ihre Stimmen klingen lassen und Lieder singen von Freude und Dank und Klage und Bitte und Lob.

Zur Person

Ingo Brookmann (60) ist Pastor der Evangelisch-reformierten Gemeinde Loga und Präses des Synodalverbands Südliches Ostfriesland. Geboren in der Grafschaft Bentheim lebt er schon seit rund 35 Jahren in Ostfriesland.

Was bringt das? Manchmal sprechen Texte mich an und gehen dann mit mir durch den Tag. Manchmal ist es eine Melodie, die in mir weiterklingt, manchmal beides.

Übrigens geht zusammen singen nicht, ohne aufeinander zu hören. Wir haben letztens in einer Gruppe einen Text gemeinsam laut gelesen, das heißt: Wir haben es versucht. Es ging nicht, weil die Bereitschaft oder die Fähigkeit nicht vorhanden war, aufeinander zu hören und den Text dann gemeinsam vorzutragen. Das hat mich überrascht und erschreckt.

Wieder so eine Baustelle, an der Arbeit nötig ist, damit wir auch als Gemeinschaft Zukunft haben: aufeinander hören. Singen ist dafür eine wunderbare Übung, die auch noch Freude macht. Und im Gottesdienst: Klar, da singen wir weiter. Herzlich willkommen!

Kontakt: kolumne@zgo.de

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